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17.07.2012

14:54 Uhr

Chartgespräch

Die kleinen Aktien-Stars

VonUlf Sommer

Im Gegensatz zum Dax zeigt sich der Nebenwerte-Index MDax in den letzten Wochen beständiger. Charttechniker Christian Henke sieht beim starken kleinen Bruder des Leitindex deshalb auch mehr Potenzial.

Krones ist im MDax notiert und Weltmarktführer in ihrer Branche. dpa

Krones ist im MDax notiert und Weltmarktführer in ihrer Branche.

DüsseldorfAm häufigsten wird an dieser Stelle über den Dax geschrieben. Deutschlands wichtigster Börsenindex vereinigt die 30 größten börsennotierten Konzerne. Der Dax ist Deutschlands Vorzeigeindex. Seit Wochen pendelt der Dax auf und ab, ohne nennenswert an Terrain zu gewinnen oder zu verlieren. Entsprechend gemischt fallen auch die Prognosen aus. Ein Trend ist kaum zu erkennen.

Wer es klarer liebt, schaut in die zweite Börsenliga. Der MDax vereinigt die 50 größten börsennotierten Konzerne unterhalb des Dax. Mit seinen vielen klassischen Industriefirmen wie Continental, Deutz, Klöckner, Lanxess, Salzgitter und manchen anderen verkörpert er noch stärker als der Dax das Rückgrat der deutschen Wirtschaft. Der MDax hängt den Dax um Längen ab, wenn es um die Kursentwicklung in den vergangenen Jahren geht.

Noch erstaunlicher: Selbst in den vergangenen Monaten, als der Dax angesichts schlechterer Konjunkturperspektiven unter Druck geriet, entwickelten sich die Aktien im MDax besser - obwohl dieser Index viel mehr als der Dax konjunktursensible Unternehmen enthält, die bei einem Abschwung in Mitleidenschaft gezogen werden. Grund für die starke Performance dürften die exzellenten Bilanzen von Unternehmen wie Dürr, Krones und Rational sein - Weltmarktführer in ihrer jeweiligen Nische.

Mit Blick auf die weitere Entwicklung verbreitet der auf Nebenwerte spezialisierte freie Charttechniker Christian Henke Zuversicht. Seit März 2009 hat sich ein stabiler und inzwischen langfristiger Aufwärtstrend herausgebildet. In dieser Zeit gewann der MDax gut 160 Prozent. Gegenüber dem Jahreshoch von April hat der Index nur 3,5 Prozent verloren. Der Dax verlor zehn Prozent.

"Der stabile Aufwärtstrend und ein Kursniveau über der steigenden 200-Tage-Linie sind Zeichen der Hausse", sagt Henke. Der Aufwärtstrend - also Kurshochs über den vorangegangenen Hochs - signalisiert Anlegern eine höhere Kauf- als Verkaufsbereitschaft. Das wiederum spiegelt die steigende 200-Tage-Linie wider. Dieser Durchschnitt aus den vergangenen 200 Handelstagen steigt dann, wenn die Kurse vor 200 Tagen niedriger waren als jetzt aktuell.

Zehn Prozent Potenzial

Als wichtigste Unterstützung macht Henke die 10 000-Punkte-Marke aus. Sie ergibt sich nicht nur psychologisch, weil Anleger sich gern an solchen Marken orientieren. "Der Bereich von 10 000 Punkten wurde in den vergangenen Monaten mehrfach bestätigt." Das bedeutet: Zwischenzeitliche Rücksetzer endeten stets auf diesem Niveau. Solch ein Muster signalisiert Anlegern, dass sich in diesem Bereich mehr Käufer als Verkäufer gegenüberstehen. Die Kurse steigen. Je öfter eine derartige Marke hält, desto größer ist ihre Kraft als künftige Unterstützung - weil Anleger mit steigenden Kursen rechnen und sich entsprechend positionieren. So erfüllt sich die Prophezeiung von selbst.

Als nächstes Kursziel benennt Henke die alten Hochs aus diesem Jahr. Der MDax war bis auf 10 980 Punkte gestiegen. Gegenüber dem jetzigen Stand ergibt das ein Potenzial von viereinhalb Prozent. "Das ist nur die erste Anlaufstelle. Darüber hinaus rücken die Hochs von 2007 und 2011 in den Blickpunkt." Der Index war bis auf 11 500 Punkte geklettert. Das wiederum eröffnet Potenzial von knapp zehn Prozent.

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