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15.11.2011

10:18 Uhr

Chartgespräch

Die nächste Talfahrt kommt bestimmt

VonUlf Sommer

Trotz aller Schwankungen an den Börsen konnten die Anleger in den vergangenen Wochen einen Schnitt machen. Chartexperte Michael Riesner von der Schweizer UBS meint, dass sich das bald ändern wird.

Ein Händler an der Börse: Zu Beginn des nächsten Jahres könnte eine neue Talfahrt ins Haus stehen. dpa

Ein Händler an der Börse: Zu Beginn des nächsten Jahres könnte eine neue Talfahrt ins Haus stehen.

DüsseldorfDie gute Nachricht: Der massive Börsenverfall im Oktober trug Züge eines Ausverkaufs - und birgt damit die Chance einer kräftigen Erholung. Diese erleben Anleger derzeit, wenn auch unter großen Schwankungen, wie sich am weltweit wichtigsten Index, dem amerikanischen S&P 500 ablesen lässt.

Wieder einmal bewahrheitete sich die Börsenweisheit: Wer in der größten Panik die Nerven behält, wird reichlich belohnt. Mehr als zehn Prozent haben die Börsen in den letzten Wochen gewonnen - trotz täglich neuer Hiobsbotschaften aus den europäischen Schuldenstaaten.

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Mit Blick auf die Kurscharts ist das Bild allerdings getrübt, sagt Michael Riesner von der Schweizer Großbank UBS. Der S&P ist zwar mit seinen 500 größten amerikanischen Unternehmen die Leitbörse für die gesamte Börsenwelt, doch andere wichtige Indizes, wie der britische FTSE-Index, der deutsche Dax und vor allem die immer mehr an Bedeutung gewinnenden Schwellenländerbörsen in China, Korea und Indonesien haben diese jüngste Kurserholung nur deutlich abgeschwächt mitgemacht.

"Der S&P wird durch viele Star-Aktien positiv verfälscht", sagt Riesner. Ertragsstarke Schwergewichte wie Apple, Google, McDonalds und Procter&Gamble, von denen Anleger sich auch in der Krise nur ungern trennen, notieren nahe ihren Höchstständen. Auf Grund ihres hohen Börsengewichts ziehen sie den gesamten S&P nach oben.

Mit Blick auf die weit schwächere Erholung der vielen anderen Börsen-Indizes mag Riesner nur von einer Bärenmarkt-Rally sprechen. Das heißt, die Erholung ist eine Gegenbewegung und Zwischenepisode innerhalb einer größeren und ausgeprägten Talfahrt.

Kommentare (2)

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JDS

15.11.2011, 13:04 Uhr

Riesner warnt: "Ein Bruch der alten Tiefs würde zu einem neuerlichen Ausverkauf führen und die Aktienkurse tiefer als im Oktober sinken lassen." ... soll das etwa bedeuten, dass, wenn die Tiefstkurse vom Oktober nach unten durchbrochen werden, wir dann Kurse unterhalb der Tiefstkurse vom Oktober erleben. Beeindruckende und gewagte These. Danke Herr Riesner - für die Warnung. Ich warne zurück: Wenn jemand im Winter, auf einem See ins Eis einbricht, dann wird es zu einem Abrutschen des entsprechenden Körpers kommen und ihn Tiefer als die Eisdecke sinken lassen. Komm ich jetzt auch ins Handelsblatt??

PSG

16.11.2011, 00:26 Uhr

Musste mir den Chart doch auch mal anschauen, dabei fällt mir auf, dass die Korrektur nach unten in den typischen Monaten August/September stattfand und die angesetzte Fortsetzung der Korrektur abgebrochen wurde, nenne ich mal salopp, ein bullishes Aufbegehren gegen den drohenden Abstieg. Der wirklich kritische Punkt ist m.E. die 1500. Wobei es richtig ist, den Bereich 1300/1350 argwöhnisch zu beobachten, sollte man in diesem Markt investiert sein. Scheitert er in diesem Bereich ein zweitesmal ist mit dem Test der Konsolidierung von 1150/1100 zu rechnen und die Frage bleibt offen, ob diese Bereiche halten oder nicht. Es gibt in der Charttechnik auch den "Seitwärtsgang".

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