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04.07.2011

11:02 Uhr

Chartgespräch

Gute Chancen für fallende Öl- und Benzinepreise

VonUlf Sommer

In den vergangenen Wochen ist der Ölpreis um zwölf Prozent gefallen. Laut Chartbüro-Chef Lutz Mathes dürfen Autofahrer aber auf noch niedrigere Kurse freuen.

Die Chancen auf günstigere Öl- und Benzinpreise während der Urlaubssaison stehen laut Chartbüro-Chef Lutz Mathes gut. Quelle: dpa

Die Chancen auf günstigere Öl- und Benzinpreise während der Urlaubssaison stehen laut Chartbüro-Chef Lutz Mathes gut.

Düsseldorf.Vollkommen untypisch ist Benzin zu Beginn der Feriensaison billiger geworden. Dem Ölpreis sei Dank. Er ist in den vergangenen acht Wochen um zwölf Prozent gefallen. Und wer erst noch verreisen will, darf hoffen. Denn aus charttechnischer Sicht ist der Ölpreis angeschlagen. Das heißt, es winken noch weit niedrigere Kurse, meint Lutz Mathes, der Chef des renommierten Chartbüros Hans-Dieter Schulz in Darmstadt.

Wer glaubt, der Ölpreis richtet sich nach Angebot und Nachfrage, irrt. Viel wichtiger sind die Stimmungen der Anleger, die zwar auf Öl spekulieren, es aber physisch gar nicht haben wollen. Das sind Investoren, die Zertifikate und risikoreiche Hebelprodukte auf Öl erwerben und sie sofort wieder verkaufen, sobald der Ölpreis ins Rutschen kommt. So geschehen vor drei Jahren.

2008 brach der Preis für die in Europa maßgebliche Sorte Brent innerhalb weniger Wochen von 130 auf 35 Dollar je Barrel (159 Liter) ein. Der Preis für ein Liter Benzin fiel damals von durchschnittlich 1,55 auf 1,20 Euro. Niemand wird behaupten wollen, dass in so kurzer Zeit die Nachfrage so stark eingebrochen war. Auslöser waren vielmehr schlechtere Konjunktureinschätzungen. Vor allem professionelle Investoren orientieren sich darüber hinaus am Chartbild. Im Sommer 2008 hatte der Ölpreis einen Kursgipfel ausgebildet. Das heißt, der Ölpreis schaffte es nicht mehr, auf neue Hochs zu klettern. Sobald der Aufwärtstrend gebrochen war, verkauften die Investoren und verstärkten so die Talfahrt.

Genauso könnte es jetzt wieder kommen. Bis zum April ist der Ölpreis gegenüber seinem Tief zur Jahreswende 2008/09 um 260 Prozent auf 127 Dollar gestiegen. Dabei bildete sich ein steiler Aufwärtstrend – ähnlich wie beim Anstieg bis 2008. Und wieder, ähnlich wie vor drei Jahren, erreichen die Kurse auch diesmal keine neuen Hochs mehr. Nach zwischenzeitlichen Rücksetzern endeten neue Anläufe nach oben stets unterhalb der vergangenen Hochs. „Damit zeichnet sich eine Topbildung ab“, sagt Mathes.

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