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13.02.2012

21:37 Uhr

Chartgespräch mit Jörg Scherer

Der Bund-Future zeigt Schwäche

VonRalf Drescher

Im letzten Jahr kletterte der Bund Future von einem Hoch zum anderen. Das hat sich auch Anfang 2012 nur wenig geändert - bis jetzt. Jörg Scherer, technischer Analyst bei HSBC Trinkaus, erwartet eine stärkere Korrektur.

Händler an der Frankfurter Börse: 2012 hat sich das Blatt am Aktienmarkt gedreht. Reuters

Händler an der Frankfurter Börse: 2012 hat sich das Blatt am Aktienmarkt gedreht.

DüsseldorfDer Aktien- und der Rentenmarkt laufen nach klassischer Lehre gegenläufig. Lahmt die Konjunktur und die Unternehmensgewinne schwächeln, gehen die Investoren auf Nummer sicher und kaufen Anleihen. Brummt die Wirtschaft dagegen und den Unternehmen geht es gut, schalten die Anleger auf Risiko und trauen sich verstärkt in Aktien.

So war es auch im vergangenen Jahr. Während der Deutsche Aktienindex Dax 2011, durchgeschüttelt von der europäischen Schuldenkrise und Sorgen vor einem Konjunkturrückschlag, um 15 Prozent abrutschte, kletterte der Bund-Future, Gradmesser für den europäischen Anleihemarkt, von einem Hoch zum anderen. In der Spitze stieg der Kurs des Terminkontrakts auf mehr als 140 Prozent.

Im laufenden Jahr hat sich das Blatt am Aktienmarkt gedreht. Seit Anfang Januar ist der Dax steil gestiegen. Rund 13 Prozent hat der Leitindex in den ersten Wochen des Jahres gutgemacht. Am Rentenmarkt drehte die Stimmung dagegen zunächst nicht. Der Bund-Future ist von seinem Hoch nur geringfügig zurückgekommen und hielt sich lange im Bereich von 140 Prozent. „Angesichts der guten Stimmung am Aktienmarkt und der deutlich rückläufigen Renditen italienischer und spanischer Staatsanleihen war das schon überraschend“, sagt Jörg Scherer, technischer Analyst bei HSBC Trinkaus.

In den letzten Tagen zeigte der Bund-Future aber doch Schwäche. Und der Abwärtstrend könnte sich Scherer zufolge noch deutlich beschleunigen. „Aktuell bewegt sich der Bund-Future an einer bedeutenden Marke“, erklärt Scherer. „Im Bereich von gut 137 Prozent treffen zwei Kursmuster zusammen. Im Tageschart stehen wir kurz vor der Vollendung einer Doppel-Top-Formation, im Wochenchart könnten wir schon bald eine Keilformation nach unten verlassen.“

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