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05.08.2011

15:48 Uhr

Charttechniker in Sorge

Schlussverkauf im Schnelldurchlauf

VonJörg Hackhausen

Der Absturz an den Börsen hat nicht nur die Privatanleger auf dem falschen Fuß erwischt. Auch die Experten sind erstaunt. Charttechniker rechnen nun mit einem langen Abwärtstrend.

Besorgter Blick auf die Kurse. Quelle: dapd

Besorgter Blick auf die Kurse.

DüsseldorfSo langsam setzt sich die Erkenntnis durch, dass wir es nicht mit einer üblichen Korrektur zu tun haben, sondern mitten in einer grundlegenden Trendwende stecken. Darauf lässt ein Blick auf die Charts schließen. „Der große Aufwärtstrend der vergangenen zwei Jahre ist gekippt – die Hausse ist vorbei“, sagt Marcus Metz, technischer Analyst von Staud Research.

Innerhalb weniger Tage hat der Dax mehr als 1000 Punkte verloren. Gleichzeitig sind die Umsätze an den Börsen deutlich gestiegen – ein eindeutiges Zeichen dafür, dass viele Investoren nur noch raus aus dem Markt wollen. Der Abwärtstrend hat eine gewaltige Dynamik angenommen. „Das Ausmaß hat uns überrascht“, sagt Metz.

Bilanz einer Horrorwoche

Schweizer Franken

+ 6 Prozent (gegen Euro, seit 27.07.)

Gold

+ 2,7 Prozent (seit 27.07.)

Silber

- 1,5 Prozent (seit 27.07.)

Öl (Brent)

- 7 Prozent (seit 27.07.)

Nikkei

- 7,4 Prozent (seit 27.07.)

Dow Jones

- 7,5 Prozent (seit 27.07.)

Nasdaq

- 7,5 Prozent (seit 27.07.)

Hang Seng (Hongkong)

- 7,7 Prozent (seit 28.07.)

S&P 500

- 8 Prozent (seit 27.07.)

Ibex 35 (Spanien)

- 8,5 Prozent (seit 27.07.)

Bovespa (Brasilien)

- 9,4 Prozent (seit 27.07.)

EuroStoxx 50

- 10 Prozent (seit 27.07.)

CAC 40 (Frankreich)

- 10,1 Prozent (seit 27.07.)

SMI (Schweiz)

- 10,8 Prozent (seit 27.07.)

FTSE (Großbritannien)

- 11,3 Prozent (seit 28.07.)

Dax

- 12,3 Prozent (seit 27.07.)

MIB (Italien)

- 13,1 Prozent (seit 28.07.)

Besonders beunruhigt den Experten, dass der Dax auf dem Weg nach unten die Marke von 6500 Punkten durchbrochen hat. Auf diesem Niveau notierte der Index nach dem Erdbeben in Japan. Aus Sicht des Charttechnikers muss der Dax diese Marke erst wieder zurückerobern, damit sich die Aussichten wieder bessern. Wahrscheinlicher sei jedoch, dass es in die andere Richtung gehe. Das Beste, worauf Anleger momentan hoffen können, sei eine „Feuerpause“.

„Aus technischer Sicht  wurden reihenweise wichtige Unterstützungsmarken gebrochen. Wir befinden uns nun in einem übergeordneten Abwärtstrend“, meint auch Christian Schmidt, technischer Analyst der Helaba.

Kommentare (5)

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05.08.2011, 16:12 Uhr

Das einzige Positive: ein Experte von der Heleba glaubt es geht bergab. Eigentlich ein eindeutiges eindeutiges Zeichen um einzusteigen.^^

herbert1949

06.08.2011, 08:39 Uhr

Wie der Aufschwung ist Vorbei! Die Finanzmarktschreier der Finanzindustrie haben doch erst vor Wochen ( wie in den vorhergehenden Krisen auch ) noch getönt , kauft Aktien alles sehr sehr Preiswert und Schnäppchen. Es ist kaum zu glauben das diese Leute alle noch frei herumlaufen! Die Finanz und Politelete träumt ihren feuchten Traum. Herr gib Ihnen HIRN !!!

Account gelöscht!

06.08.2011, 09:21 Uhr

@herbert

naja nüchtern betrachtet haben diese leute ja nicht komplett unrecht - den unternehmen geht es im großen und ganzen aktuell recht gut, speziell in deutschland wurde bis dato gutes geld verdient. eigentlich müssten die leute aus den staatsanleihen fliehen anstatt aus den aktien. denn dieser "crash" bzw diese panik beruht auf der aktuellen schuldenkrise vieler länder - und diese kam ganz gewiss nicht über nacht. aber trotz hoher staatsschulden müssen die menschen weiterhin "leben", sprich essen, trinken, benötigen hygieneartikel usw. also werden die konzerne auch weiterhin geld verdienen, das sich der "mega-aufschwung" den wir im ersten halbjahr hatten etwas abschwächt, ist doch total selbstverständlich, aber doch noch lange kein grund zur panik. aus diesem grund haben die leute, die jetzt sagen aktien sind günstig zu haben nicht unrecht. die reaktion der leute aus aktien zu flüchten passt halt nicht zur herrschenden problematik, doch flüchten die menschen immer aus ihren aktien in diesen zeiten. ich bin der meinung es gibt mit sicherheit interessante titel z.b. im dax, über die es sich lohnt mal nachzudenken. gefährlicher im zusammenhang mit dieser schuldenkrise sind möglicherweise die banken-titel und versicherungen - aber unternehmen die lebensmittel herstellen oder aus der pharma- und medizinbranche sind trotz staatsschulden absolut unentbeerlich - also wird dort auch weiterhin gutes geld verdient.

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