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17.06.2011

12:17 Uhr

Charttechniker warnt

Der Kupferpreis gibt den Weg vor - nach unten

VonUlf Sommer

Wie geht es mit dem Dax weiter? Ganz einfach, schauen Sie auf den Kupferpreis! Das sagt Manfred Hübner, Charttechniker vom Researchinstitut Sentix. Die Aussichten sind allerdings nicht besonders ermutigend.

Das Lager des Kupferherstellers Aurubis: Der Kupferpreis gibt die Richtung vor Quelle: dpa

Das Lager des Kupferherstellers Aurubis: Der Kupferpreis gibt die Richtung vor

DüsseldorfWer heute die Zukunft kennt, wird an der Börse rasch reich. Technische Analysten versuchen, Kursverläufe aus der Vergangenheit zu deuten, um so Rückschlüsse auf die Zukunft zu ziehen. Scheitert etwa der Dax mehrfach an derselben Hürde, wie zuletzt an dem Bereich zwischen 7 500 und 7 600 Punkten, dann spricht viel dafür, dass die Kurse erst einmal fallen. Eben weil viele Anleger sich entnervt zurückziehen – und erst dadurch die Schwäche auslösen.

Ein weiteres probates Mittel, Kursverläufe für den Dax vorherzusagen, ist der Blick auf andere Indizes, die dem Dax üblicherweise vorauslaufen. Dafür geeignet scheint der Chart des Kupferpreises – dargestellt im Endlos-Future-Kontrakt auf das Metall.

Sechs Fakten über die Rohstoffmärkte

Viel Verbrauch...

Die Weltbevölkerung wächst und wächst. Prognosen gehen davon aus, dass bis zum Jahr 2100 mehr als zehn Milliarden Menschen auf der Erde leben werden.

...und wenig Angebot

Rohstoffe wie Öl und Gold sind nicht endlos, dementsprechend teuer werden sie, wenn das Angebot sich verknappt.

13 Prozent

beträgt aktuell Chinas Anteil an der Weltwirtschaft. Die rohstoffhungrige Volksrepublik ist auf dem besten Wege die größte Handelsnation der Welt zu werden.

40 Prozent

der weltweiten Kupfer-, Zink- und Aluminiumproduktion verbrauchen die Chinesen.

30 Prozent mehr

als vor drei Jahren kosten nach Angaben des Food Price Index der Uno unsere Nahrungsmittel weltweit im Durchschnitt.

465 Prozent Gesamtrendite

konnten Anleger mit Aktien auf Goldminen seit 2002 einfahren.

Kupfer ist in jedem Elektrokabel enthalten und zählt in der Industrie zu den meistverwendeten Metallen. Im Aufschwung ist die Nachfrage groß, im Abschwung gering. Unternehmen, die heute Kupfer kaufen, rechnen damit, dass sie es künftig brauchen oder teurer weiterverkaufen können. Deshalb genießt der Kupferpreis Vorlaufcharakter für die gesamte Konjunktur – und damit auch für die Börse.

Anfang März erreichte der Kupferpreis sein höchstes Niveau bei 455 US-Cents je Pfund. Nach der Atomkatastrophe in Japan fiel der Preis rapide. Anders als die Aktienmärkte hat sich die Notierung zwischenzeitlich kaum erholt. „Der steile Aufwärtstrend seit 2009 ist gebrochen. Jetzt rückt die wichtige Marke bei 385 Cents ins Visier“, sagt der technische Analyst Manfred Hübner vom Frankfurter Researchinstitut Sentix. Seit langem beobachtet Hübner den Vorlaufcharakter des Kupferpreises.

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