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05.09.2012

13:14 Uhr

China-Aktien

Ladenhüter aus Fernost

Es klingt paradox: Während der Dax trotz Eurokrise in den vergangenen Monaten gut gelaufen ist, fallen chinesische Aktien trotz kräftigem Wirtschaftswachstum immer weiter zurück. Ist der Kursrutsch berechtigt?

Die Zeiten waren schon besser an Chinas Börsen. ap

Die Zeiten waren schon besser an Chinas Börsen.

PekingDer wichtige chinesische Aktienindex Shanghai Composite hat am Mittwoch nur noch knapp über der wichtigen Marke von 2000 Punkten geschlossen. Damit ist er auf das Niveau zu den schlimmsten Zeiten der Finanzkrise im Februar 2009 zurückgefallen. „Die Investoren sorgen sich um die Unternehmensgewinne in diesem Quartal“, sagte Analyst Wu Kan von der Geldanlagefirma Dazhong vor wenigen Tagen. „Die Regierung hat nicht mehr viel geldpolitischen Handlungsspielraum, weil eine Zinssenkung die Inflation anheizen könnte.“

Die Anleger haben im Frühjahr 2011 das Vertrauen in chinesische Aktien verloren und seitdem nicht wiedergewonnen. Zu offensichtlich war, dass die Sonderkonjunktur der zwei Jahre davor ein Strohfeuer war, ausgelöst durch die Freisetzung von 400 Milliarden Euro Konjunkturgeld und einer runden Billion Euro an billigen Krediten.

Was aus 1.000 Euro in zehn Jahren wurde

Deutscher Aktienindex (Dax)

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren: +88,8 Prozent (ohne Dividenden)

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.888 Euro

Dow Jones

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +52,7 Prozent

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.527 Euro

EuroStoxx 50

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +31,3 Prozent

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.313 Euro

Nikkei

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +10,1 Prozent

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1101 Euro

Chinesische Aktien (Shanghai B-Index)

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +10,3 Prozent

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.103 Euro

MSCI Emerging Markets

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +228 Prozent

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 3.285 Euro

Gold

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +314 Prozent

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 4.142 Euro

Silber

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +428 Prozent

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 5.275 Euro

Öl

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +221 Prozent

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 3.205 Euro

Weizen

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +92 Prozent

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.916 Euro

Kaffee

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +151 Prozent

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 2.509 Euro

Staatsanleihen (Rexp)

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +67 Prozent

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.666 Euro

Unternehmensanleihen (Citigroup World BIG Corporate Index)

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +56 Prozent

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.559 Euro

Sparbuch

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.095,90 Euro*

*bei einem durchschnittlichen jährlichen Zinssatz von 0,92 Prozent (Spareckzins)

Tagesgeld

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.209 Euro*

*bei einem durchschnittlichen jährlichen Zinssatz von 1,92 Prozent

Festgeld

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.266 Euro*

*bei einem durchschnittlichen jährlichen Zinssatz von 2,39 Prozent

In den vergangenen Wochen sind dazu noch die Unternehmen pessimistisch geworden. Von Januar bis Juli waren ihre Gewinne im Vergleich zum Vorjahreszeitraum unterm Strich um 2,7 Prozent zurückgegangen, wie das Nationale Statistikamt in Peking mitteilt. Die Profite sehen zwar immer noch sehr ordentlich aus, denn der Rückgang kommt von einem hohen Niveau. Aber aus Sicht der Börsenanleger ist in den sinkenden Zahlen jedoch keine Musik drin.

Schwellenländer: Diese Anlagestrategie ist MIST

Schwellenländer

Diese Anlagestrategie ist MIST

Die Zeit der großen Schwellenländer, den Brics, scheint vorbei. Gefragt sind stattdessen die „MIST“-Staaten, sagt ein Top-Banker von Goldman Sachs. Doch was verbirgt sich dahinter? Und kann man damit Geld verdienen?

Hintergrund der schlechten Stimmung in China ist ein Rückgang des Wachstums von den gewohnten zehn Prozent auf etwa sieben bis acht Prozent in diesem Jahr. In dem Schwellenland hinterlässt der Rückgang Bremsspuren in allen Bereichen. Es sinken nicht nur die Firmengewinne. Auch die Darlehensqualität der Banken dürfte in den kommenden Quartalen verfallen, was zu einer Kreditklemme führen kann.

Das sind die wettbewerbsfähigsten Volkswirtschaften der Welt

Platz 1

Hongkong

Platz 2

USA

Platz 3

Schweiz

Platz 4

Singapur

Platz 5

Schweden

Platz 6

Kanada

Platz 7

Taiwan

Platz 8

Norwegen

Platz 9

Deutschland

Platz 10

Katar

Quelle

IMD-„World Competitiveness Ranking“ 2012.

Die Schweizer Business-School IMD veröffentlich seit 1989 jährlich ihr Wettbewerbsranking. Dazu befragen die Wissenschaftler mehr als 4200 internationale Geschäftsleute. Die Länder werden nach über 300 Kriterien bewertet.

Eine schnelle Erholung der Gewinne erscheint nicht wahrscheinlich. „Das Wachstum der Industrieproduktion bleibt voraussichtlich schwach“, schreibt Ökonom Yu Song von Goldman Sachs in Hinblick auf die September-Daten, die am Wochenende herauskommen. Hauptgrund sei der schwache Export.

Doch auch im Inland läuft es derzeit nicht mehr so rund wie ehemals. Viele Projekte aus Zeiten der Konjunkturprogramme sind fertiggebaut. Häuslebauer kommen nur noch schwer an Kredite. Die Firmen sitzen bereits auf vollen Lagern und bauen derzeit eher Kapazitäten ab als auf.

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