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03.04.2013

09:53 Uhr

China kauft Treasuries

Investoren setzen auf US-Staatsanleihen

Die US-Staatsanleihen werden sind attraktiv – vor allem China verliert den Glauben an Europa und setzt wieder voll auf dem Dollar. Internationale Investoren halten Treasuries im Wert von fast drei Billionen Dollar.

Ein US-Dollar Geldschein liegt in einem Wasserglas, das auf einer USA-Fahne steht. dpa

Ein US-Dollar Geldschein liegt in einem Wasserglas, das auf einer USA-Fahne steht.

Im abgelaufenen Quartal haben ausländische Anleger mehr US-Staatsanleihen gekauft als in jedem anderen ersten Quartal seit 2009. Die Positionen internationaler Investoren nähern sich dem Wert von 3 Billionen Dollar. Attraktiv werden Investments in der US-Währung durch die Krise in Europa, die den Euro belastet, und die Abwertung des Yen in den vergangenen Monaten.

In den drei Monaten bis Ende März stieg das Volumen an Treasuries, das die US-Notenbank Federal Reserve im Auftrag ausländischer Zentralbanken hält, um 63,5 Milliarden Dollar auf 2,95 Billionen Dollar. China, der größte ausländische Gläubiger der USA, erwarb über die vier Monate bis Ende Januar die meisten Treasuries seit 2011.

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Trotz des US-Haushaltsstreites sind die Staatsanleihen des Landes bei den Anlegern im Ausland gefragt. Das trägt dazu bei, dass die Renditen der Treasuries niedrig bleiben, obwohl die Federal Reserve seit 2008 mehr als 2,5 Billionen Dollar in das Finanzsystem gepumpt hat.

“Die USA ragen als Hort relativen Wachstums sowie Stärke und Stabilität heraus”, sagt Wan-Chong Kung, Anleihefondsmanager bei Nuveen Asset Management in Minneapolis. “Die großen Katastrophen wurden vermieden.”

Inflationsrisiken

Lohn-Preis-Spirale

Wegen der guten Konjunktur haben die Gewerkschaften kräftige Lohnerhöhungen durchgesetzt: Die Chemie-Beschäftigten bekommen 4,5 Prozent, die Metaller 4,3 Prozent mehr Geld, mit einer Laufzeit von rund einem Jahr. Die Beschäftigten bei Bund und Kommunen handelten ein Plus von 6,3 Prozent für zwei Jahre aus. Unternehmen und Staat werden versuchen, die höheren Personalkosten aufzufangen, indem sie ihre Preise beziehungsweise Gebühren und Abgaben anheben. Verteuert sich die Lebenshaltung dadurch merklich, werden die Gewerkschaften in der nächsten Lohnrunde einen Ausgleich verlangen. Es droht eine Spirale, bei der sich Löhne und Preise gegenseitig nach oben schaukeln.

Lockere EZB-Geldpolitik

Bei ersten Anzeichen für eine Lohn-Preis-Spirale müsste die EZB ihre Zinsen anheben. Mit teurerem Geld kann sie Konsum und Investitionen drosseln, was die Nachfrage und damit den Preisauftrieb dämpfen könnte. Aus Rücksicht auf die schwere Wirtschaftskrise in Ländern wie Spanien wird die Zentralbank ihren Leitzins aber wohl noch längere Zeit auf dem Rekordtief von einem Prozent lassen - oder sogar weiter senken. Die extrem niedrigen Zinsen aber können den Konsum im prosperierenden Deutschland weiter befeuern und die Preise anheizen.

Schwacher Euro

Wegen der eskalierenden Schuldenkrise steht der Euro unter Abwertungsdruck. Mit rund 1,25 Dollar ist er so billig wie seit Sommer 2010 nicht mehr. Das Problem: Deutschland als rohstoffarmes Land muss Öl, Metalle und andere Materialien im Ausland kaufen. Auf dem Weltmärkten werden die Rohstoffe überwiegend in Dollar abgerechnet. Ein schwächerer Euro macht damit deutsche Importe teurer.

Enorme Liquidität

Zusätzliche Gefahren gehen von der Politik der Europäischen Zentralbank aus, den Finanzhäusern billiges Geld in Hülle und Fülle zur Verfügung zu stellen. Allein Ende 2011 und Anfang 2012 hat sie mehr als eine Billion Euro zum Zins von aktuell einem Prozent für drei Jahre in den Finanzsektor gepumpt. Zieht die Kreditvergabe an die Unternehmen erst einmal an, kann das viele Geld schnell in Inflation münden.

Dabei beschränkt sich die Nachfrage aus dem Ausland nicht auf die Zentralbanken. Insgesamt hielten ausländische Investoren im Januar ein Rekordvolumen an Treasuries von 5,62 Billionen Dollar, wie Daten des Finanzministeriums zeigen. Nach einem Anstieg von zusammen 0,9 Prozent im November und Dezember legten die ausländischen Positionen im Januar 0,8 Prozent zu.

“Die Anleger betrachten die USA als den Wachstumsmotor der Welt”, erläutert George Goncalves, Leiter Zinsstrategie bei Nomura Holdings, einem der 21 Primärhändler, die direkt Geschäfte mit der Fed machen. “Man kann die USA nicht abschreiben. Diese ausländischen Zentralbanken werden nicht weggehen, sie fühlen sich mit der Lage in Amerika wohl.”

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