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19.06.2015

20:32 Uhr

Chorus

Solar- und Windparkbetreiber macht mit Börsengang Ernst

Ab Montag können Aktien von Chorus Clean Energy gezeichnet werden – der bayerische Solar- und Windanlagenbetreiber geht an die Börse. Anleger lockt das Unternehmen mit hohen Dividendeaussichten.

Der bayrische Solar- und Windanlagenbetreiber Chorus Clean Energy geht an die Börse. dpa

Neuemission

Der bayrische Solar- und Windanlagenbetreiber Chorus Clean Energy geht an die Börse.

FrankfurtDer bayerische Solar- und Windanlagenbetreiber Chorus Clean Energy macht mit seinen Börsenplänen Ernst. Von Montag an können die Aktien des Unternehmens aus Neubiberg bei München zu einem Preis zwischen 9,75 und 12,50 Euro gezeichnet werden, wie Chorus am Freitagabend mitteilte. Damit sollen dem Eigentümer von 62 Solar- und Windparks und Betreiber von fünf weiteren Windanlagen mindestens 100 Millionen Euro zufließen. Mit dem Geld soll unter anderem der Kauf neuer Sonnen- und Windkraftwerke finanziert werden.

Insgesamt soll die von Berenberg und der BHF-Bank organisierte Emission bis zu 124 Millionen Euro schwer werden, weil auch einige der ehemaligen Chorus-Fondsanleger Aktien verkaufen wollen. Die Aktie soll am 03. Juli erstmals an der Frankfurter Börse gehandelt werden. Die Zeichnungsfrist läuft bis zum 01. Juli.

Das Chorus-Geschäftsmodell ist mit dem der im Kleinwerteindex SDax gelisteten Capital Stage aus Hamburg vergleichbar. Chorus hat nach eigenen Angaben seit 2006 bestehende Solar- und Windanlagen von Entwicklern wie PNE Wind für 673 Millionen Euro gekauft. Bisher kam das Geld dafür aus KG- und Spezialfonds.

Die Kommanditgesellschaften (KG) wurden Ende 2014 in der AG gebündelt. Die mehreren tausend Fondsanleger, denen Chorus hohe einstellige Renditen versprochen hatte, erhielten Aktien. Sie halten vor dem Börsengang 60,5 Prozent an Chorus. 20,7 Prozent liegen bei Firmengründer Peter Heidecker.

Nach der Erstnotiz sollen rund 86 Prozent im Streubesitz sein. Die neuen Aktionäre lockt das Unternehmen mit Dividenden, mit denen ein „signifikanter“ Teil des Gewinns ausgeschüttet werden soll. Im vergangenen Jahr erwirtschaftete Chorus bei einem Pro-forma-Umsatz von 55 Millionen Euro einen Nettogewinn von 4,9 Millionen Euro.

Dividenden - Fragen und Antworten

Was ist eine Dividende?

Die Dividende ist der Anteil am Gewinn einer Aktiengesellschaft, den ein Konzern direkt an die Anleger ausschüttet. Einen Anspruch auf Dividende haben Aktionäre nicht. Unternehmen können das Geld auch nutzen, um Schulden zurückzuzahlen, Investitionen zu tätigen oder Übernahmen zu finanzieren. Manche Unternehmen wie die Deutsche Telekom zahlen Aktionären auch eine Mindest-Dividende.

Was ist die Dividendenrendite?

Die Dividendenrendite gibt den prozentualen Anteil der Dividende am Aktienkurs an.

Wer bekommt eine Dividende und wann?

Dividendenberechtigt ist jeder, der am Tag der Hauptversammlung mindestens eine Aktie des Unternehmens im Depot hat – egal, ob er sie bereits vor Jahren oder erst am Tag zuvor gekauft hat. Der vom Management vorgeschlagene Bonus wird mit den Stimmen der Aktionäre bei der Hauptversammlung beschlossen. Schon direkt am Folgetag oder kurz darauf landet die Dividende auf dem Konto des Anlegers. In Deutschland ist eine jährliche Dividendenzahlung üblich.

Lohnt es sich, eine Aktie nur zur Ausschüttung zu kaufen?

Von der verlockenden Strategie, kurz vor dem Stichtag zu kaufen, um einen Tag danach wieder zu verkaufen, raten Experten Normalanlegern ab. Denn schon vorher ist üblicherweise die vom Unternehmen angekündigte Dividende im Aktienwert „eingepreist“. Das heißt, der Kurs ist in den Wochen vor der Hauptversammlung um diesen Betrag gestiegen – und fällt danach meist wieder.

Was bekommt das Finanzamt?

Seit 2009 gilt die Abgeltungsteuer für Kapitaleinkünfte, die eine pauschale Besteuerung von 25 Prozent vorsieht. Für Aktionäre bedeutet dies, dass ein Viertel ihrer Dividenden an den Fiskus wandert. Die Banken, bei denen Aktionäre ihre Depots verwalten, führen die Steuer automatisch ab. Bei Wertpapierbeständen im Ausland müssen Anleger selbst aktiv werden und die Dividenden in der Steuererklärung angeben.

Parallel buhlen auch die Wohnungsgesellschaft ADO Properties und der Edelsteinschmuck-Hersteller Elumeo um die Gunst der Anleger. Bei ADO ist die Erstnotiz für den 30. Juni geplant, bei Elumeo wie bei Chorus für den 03. Juli. Noch vor der Sommerpause wollen auch die aus der Hypo Real Estate hervorgegangene Deutsche Pfandbriefbank (pbb) und der Wagniskapitalfinanzierer German Start-ups an die Börse in Frankfurt gehen.

Von

rtr

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