Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

14.08.2015

08:09 Uhr

Citigroup-Studie

Warum die Märkte austrocknen

VonFrank Wiebe

Viele Banken ächzen wegen immer neuer Regulierungsvorschriften. Sie machen die Behörden für den illiquiden Anleihemarkt verantwortlich. Das sieht die Citigroup ähnlich – nennt aber auch noch einen anderen Grund.

Banken beklagen sich über illiquide Märkte. Imago

Dürre

Banken beklagen sich über illiquide Märkte.

New YorkAn den Kapitalmärkten gibt es neben der anstehenden Zinserhöhung durch die US-Notenbank (Fed) vor allem ein Thema: die schwache Liquidität gerade bei Anleihen. Und beide Themen hängen miteinander zusammen. Investoren befürchten, dass sie nicht genügend Käufer finden, wenn es nach einem Zinsschritt der Fed zu Unruhen am Markt kommt und sie größere Pakete an Wertpapieren loswerden wollen.

Alle bewegt die Frage: Woher kommt es, dass die Märkte austrocknen? Die Banken nennen als Grund häufig, dass sie wegen neuer gesetzlicher Regeln keinen Eigenhandel mehr betreiben dürfen und daher auch weniger Wertpapierbestände im Bestand halten. Das führt dazu, dass weniger finanzstarke Teilnehmer am Markt sind. In diese Richtung argumentiert auch eine neue Studie von PwC, die vom Großbanken-Verband IIF in Auftrag gegeben wurde.

Frank Wiebe

Der Autor

Frank Wiebe ist Handelsblatt-Korrespondent in New York.

Eine neue Studie der Citigroup versucht, die Ursachen genauer zu klären. Das Ergebnis: Nicht nur die Regulation, sondern auch die Geldpolitik und die Konzentration in der Finanzbranche tragen zu den Problemen bei.

Zunächst stellt der Analyst Matt King ein Paradox fest: Alle klagen über einen Mangel an Liquidität, obwohl die Spannen zwischen An- und Verkauf sehr gering sind. „Meistens kann man sehr günstig handeln“, schreibt er. Das Problem aber: „Es ist schwieriger, große Transaktionen durchzuführen.“ Ähnlich sieht das auch die US-Notenbank (Fed). Die Märkte sind nicht mehr so „tief“ wie früher, und die ausstehenden Papiere werden insgesamt auch weniger häufig umgesetzt.

Das wirkliche Problem ist, dass an bestimmten Tagen plötzlich, ohne erkennbaren Anlass, die Liquidität verschwindet. Mitte Oktober vor einem Jahr ist das bei US-Staatsanleihen passiert, und es könnte sich laut King jederzeit wiederholen. Eine Studie der Fed und anderer Aufseher zu dem Vorfall kam letztlich zu keiner überzeugenden Erklärung. Deutlich wurde aber, dass dabei Hochfrequenzhändler eine Rolle spielten: Diese Unternehmen sind zwar immer bereit, Kurse zu stellen, aber können in der Regel keine großen Volumina verkraften. King sieht dies zumindest auch als Teil des Problems an.

Ein wichtiger Punkt laut King ist: Es gibt sehr viel mehr verschiedene Zinspapiere als Aktien. Die einzelnen Papiere werden jeweils viel seltener gehandelt als Aktien, dafür aber im Durchschnitt in größeren Paketen. Damit ist der Anleihe-Markt grundsätzlich schon anfälliger für Probleme als der Aktienmarkt. Weil der Markt so kompliziert ist, findet relativ wenig Handel direkt zwischen Investoren statt, sondern meist werden die Deals über „Market-Maker“ vermittelt. Wenn diese „Market-Maker“, häufig große Banken, weniger Eigenbestände halten, wirkt sich das daher auf den Anleihemarkt sehr viel stärker aus als auf den Aktienmarkt.

Kommentare (8)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Herr Heiner Ettwein

14.08.2015, 08:29 Uhr

Warum gibt es immer neue Vorschriften? Wahrscheinlich weil Banken - Sparkassen uns Anleger -
Kreditnehmer immer wieder " ausgenommen " haben !

Account gelöscht!

14.08.2015, 08:53 Uhr

Den Märkten gehen die Investoren aus. Das hängt damit zusammen, dass mit der "CO2 Verteufelungspolitik" der US-EU-Deutschen Politik = Energiewende die Willkür (Gesetze und Verordnungen) der Politik den Markt so stark reguliert, dass es immer weniger Investoren gibt, die in immer weniger werdenden, vom Staat nicht regulierten Märkten, investieren können. Und die Freiheit des Investor ist die Voraussetzung für das Erblühen von Märkten. Der Staat reguliert mit diesen "CO2 Bashing" die gesamte Wirtschaft und die Investitionen. Das Verteufeln des CO2 als böses Klimagas ist der Investitionskiller Nummer 1. Dabei ist das CO2 kein Klimagas, sondern ein Pflanzendünger, der unsere Natur zum Ergrünen bringt. Das "Märchen vom menschengemachten CO2 Klimawandel" ist ein Märchen, dass dem staatlichen Ablasshandel einer markt- gesellschaftsfeindlichen Lobby dient. Märkte werden immer mehr austrocknen und der Mangel und die Armut werden durch staatliche Eingriffe (EEG, Energieeinsparzwang, CO2-Ächtung) durch die Politik in den USA, EU und Deutschland weiter und weiter gefördert.

Herr Fred Meisenkaiser

14.08.2015, 09:07 Uhr

Lange nicht die EEG-Spam gelesen! Urlaub gehabt?

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×