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26.11.2012

10:58 Uhr

Coca Cola Hellenic Bottling

Flucht aus Griechenland rächt sich

Coca Cola Hellenic Bottling ist das größte Unternehmen Griechenlands. Noch. Der Getränkeabfüller will das Land verlassen und in die Schweiz flüchten. Eine Ratingagentur warnt die Firma, dass das nach hinten losgehen könnte.

Coca-Cola Hellenic Bottling beschäftigt weltweit rund 48.000 Mitarbeiter, etwa 2000 davon in Griechenland. ap

Coca-Cola Hellenic Bottling beschäftigt weltweit rund 48.000 Mitarbeiter, etwa 2000 davon in Griechenland.

Die Anleihe-Gläubiger von Coca-Cola Hellenic Bottling (CCHB), dem weltweit zweitgrößten Abfüller des gleichnamigen Getränks, machen sich immer mehr Sorgen, dass der geplante Weggang des Unternehmens aus Griechenland zu einer Rating-Abstufung führen wird.

Seit dem 12. Oktober dieses Jahres - also dem ersten Tag nach der Ankündigung des größten griechische Konzerns, die Firmenzentrale in die Schweiz verlegen zu wollen - hat sich der Renditeaufschlag der meistgehandelten CCHB-Anleihen gegenüber griechischen Staatsanleihen mit Fälligkeit 2016 um 0,61 Prozentpunkte auf zuletzt 232 Basispunkte ausgeweitet.

Zwar behauptet der Konzern, der Wegzug werde schon bald die Finanzierungskosten senken. Doch viele Investoren befürchten, dass der Schritt die Verschuldung stark ansteigen lassen wird. Laut Moody's Investors Service muss sich das Unternehmen unter Umständen eine halbe Milliarde Euro ausleihen - also zweimal so viel wie der Nettogewinn in den ersten neun Monaten 2012. Damit gefährde der Konzern sein “Baa1“-Rating.

Folgen der Schuldenkrise: Coca-Cola flüchtet aus Griechenland

Folgen der Schuldenkrise

Coca-Cola flüchtet aus Griechenland

Mit über 40.000 Mitarbeitern ist der griechische Abfüller von Coca-Cola der größte Konzern des Landes. Doch aus Angst vor der Schuldenkrise will das Unternehmen in die Schweiz flüchten.

“Die Verlegung der Firmenzentrale ist gut, weil das die Gefahren höherer Steuern oder einer Verstaatlichung reduziert. Gleichzeitig jedoch verschlechtert sich die Liquiditäts-Positionen wegen der Kosten”, sagte Ramon Nieto, Fondsmanager bei Geroa EPSV Fondos. Die Firma verwaltet rund 1,1 Mrd. Euro und besaß in der Vergangenheit Anleihen von Coca-Cola Hellenic Bottling. “Selbst mit dem jüngsten Anstieg der Renditen sind die Papiere für uns nicht attraktiv genug, um sie zu kaufen.”

Coca-Cola vs. Pepsico

Pepsis Konzernstruktur

Im dritten Quartal 2011 erwirtschaftete Pepsi 17,6 Mrd. Dollar Umsatz. Davon entfallen in Nord- und Südamerika 5,63 Mrd. Dollar auf das Snackgeschäft und 5,95 Mrd. Dollar auf die Getränkesparte. 3,91 Mrd. Dollar Umsatz machte der Cola-Konkurrent in Europa, 2,10 Mrd. Dollar in Asien/Pazifik.

Pepsis Rentabilität

Das Nettoergebnis lag bei 2 Mrd. Dollar bei 17,6 Mrd. Dollar Umsatz. Damit erzielte der Konzern im dritten Quartal eine Rendite von 11,3 Prozent.

Coca-Colas Rentabilität

Gegen Coca-Cola hat Pepsi das Nachsehen. Der Umsatz war mit 12,3 Mrd. Dollar im dritten Quartal zwar geringer als bei Pepsi - das Nettoergebnis fiel allerdings mit 2,2 Mrd. Dollar höher aus. Die Rendite lag bei 18,1 Prozent.

Pepsis Wertentwicklung

Die relative Wertentwicklung von Pepsi an den Börse spricht Bände. Sie konnte nach der Krise zwar schnell wieder auf einen positiven Wert klettern, entwickelte sich aber deutlich schwächer als die von Coca-Cola.

Coca-Colas Wertentwicklung

Coca-Cola ist bei den Investoren beliebter als Pepsi. Der Aktienkurs entwickelte sich in den vergangenen Jahren deutlich besser als der von Pepsi. Zuletzt lag die Wertentwicklung gar bei 160 Prozent, bei Pepsi nur bei knapp über 100 Prozent.

Charles O'Brien, ein Sprecher von CCHB in London, wollte sich gegenüber Bloomberg News nicht dazu äußern, inwieweit sich der Umzug auf die Bonität auswirkt.

Dem Plan zufolge wird eine neue Firma unter dem Namen Coca-Cola HBC AG anbieten, Aktien von Coca-Cola Hellenic Bottling im Verhältnis 1 zu 1 zu kaufen. Falls mehr als 90 Prozent der Investoren dem Deal zustimmen, kann der Konzern damit beginnen, die restlichen Aktionäre auszukaufen - durch einen Aktientausch oder ein Bar-Geschäft.

Sollten sich alle Minderheits-Aktionäre für die Bar-Option entscheiden, wird dies das Unternehmen laut Moody's bis zu 500 Mio. Euro kosten. In den ersten neun Monaten dieses Jahres hatte CCHB netto rund 240 Mio. verdient.

Kommentare (5)

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KleinErna

26.11.2012, 11:58 Uhr

Aus Griechenland kann man gar nicht schnell genug fliehen!

Account gelöscht!

26.11.2012, 12:02 Uhr

Getrunken wird immer! Die machen den Platz für andere frei!

Hagbard_Celine

26.11.2012, 13:23 Uhr

Hmmm...

Vielleicht hat die Firma ja den griechischen Fiskus beschixxen und sucht nun das Weite bevor die dahinter kommen

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