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16.05.2014

11:49 Uhr

David Tepper

„Nicht ausgeflippt auf steigende Kurse setzen“

Der Aktienmarkt ist gerade gefährlich, sagt David Tepper. Er weiß, wovon er spricht: Der Hedgefonds-Manager verdient fast zehn Millionen Dollar pro Tag. Für Anleger hat er in dieser „nervösen Zeit“ auch einen Rat parat.

Händler an der New York Stock Exchange. Hedge-Fonds-Manager David Tepper sieht an der Börse aktuell eine „nervöse Zeit“. dpa

Händler an der New York Stock Exchange. Hedge-Fonds-Manager David Tepper sieht an der Börse aktuell eine „nervöse Zeit“.

New YorkDavid Tepper ist nervös beim Blick auf die Märkte. Seiner Einschätzung nach wachse die US-Wirtschaft nicht schnell genug – wegen der Selbstgefälligkeit der Federal Reserve. Seine Stimme hat Gewicht: David Tepper ist der Gründer der 20 Milliarden Dollar schweren Hedgefonds-Firma Appaloosa Management und verdient pro Tag 9,6 Millionen Dollar – so viel wie kein anderer Mensch der Erde.

„Wir haben diesen Begriff 'koordinierte Selbstgefälligkeit', um die Zentralbanken der Welt im Moment zu beschreiben“, sagte Tepper bei der SkyBridge Alternatives Conference in Las Vegas. „Der Markt ist auf gewisse Weise irgendwie gefährlich.“

Der 56-Jährige macht sich nach eigenen Worten mehr Sorgen um Deflation als um Inflation. Dies sei die Zeit, Barmittel zu bewahren. Grundsätzlich könnten Investoren zwar optimistisch bei den Märkten sein, aber sie sollten dennoch Cash vorhalten.

„Ich denke, es ist eine nervöse Zeit“, erklärte er. Auf kurze Sicht würden die Märkte vielleicht steigen.

Die zehn wichtigsten Aktien-Regeln

Eigene Strategie festlegen

Gegen die größer werdenden Unwägbarkeiten sollte man sich zuallererst mit einer Strategie wappnen: Wer an kräftiges Wachstum in Deutschland glaubt, an einen anhaltenden Boom der Schwellenländer und hohen privaten Konsum, kann weiter am Aktienmarkt investieren. Wer skeptisch ist, sollte seine Bestände hingegen nicht aufstocken.

Widerstandskraft zeigen

Eng verbunden mit der ersten Regel: Immer wieder kommt es vor, dass sich Dinge anders entwickeln, als man erwartet hat. Es ist wichtig, sich selbst immer wieder zu hinterfragen und nicht jeder Entwicklung hinterherzulaufen. Eine solche Reaktion zeugt nicht von einem geringen Vertrauen in die eigene Strategie. Es kostet meist auch Geld, weil die Masse schon vorher diese Richtung eingeschlagen und das Gros an Rendite eingefahren hat.

Richtig mischen

Groß oder klein, spekulativ oder konservativ, liquide oder illiquide, dividendenstark oder dividendenschwach, Substanz oder Wachstum: Bei Aktien ist die Auswahl riesig. Der richtige Mix aus spekulativen und konservativen Titeln hilft, Schwankungen zwischen guten und schlechten Zeiten auszugleichen. Nicht zu unterschätzen sind starke Dividendenzahler, die Jahr für Jahr den Grundstock für eine solide Rendite legen.

Barrieren einbauen

Keine Frage, die Börsen haben in den vergangenen zehn Jahren stärker geschwankt als in allen Dekaden zuvor. Das wird so bleiben, mit wachsendem Computerhandel sogar noch zunehmen. Wer sein Risiko minimieren will, baut Barrieren ein – sogenannte Stopps. Gerne werden Stopps bei 20 Prozent über und unterhalb des aktuellen Kurses gewählt. Dann wird automatisch verkauft, wenn diese Grenzen erreicht sind. Kommt eine Phase überraschend steigender Kurse mit anhaltendem Aufwärtstrend, lässt sich die Barriere leicht nach oben verschieben. Wichtig ist dann, auch die Barriere am unteren Ende nachzuziehen.

Herdentrieb beobachten

Wichtig in Phasen überraschender Kurssteigerungen oder -stürze ist es, das Verhalten der Masse zu beobachten. Ist es noch nachvollziehbar oder völlig irrational? Häufig ist es irrational. Dann hilft meist die zweite Regel: Widerstandskraft zeigen. Nach einigen Monaten kehrt die Rationalität von ganz allein zurück. Der Kurssturz aus dem vergangenen Jahr und die jüngste Entwicklung beweisen das gerade wieder.

Risiko rausnehmen

Sind Aktien wie seit Jahresbeginn schon um 30, 40 oder gar 50 Prozent gestiegen, dann sind Anschlussgewinne in der Regel nur noch schwer zu erzielen. Phrasenverdächtig ist zwar die alte Weisheit: „An Gewinnmitnahmen ist noch niemand zugrunde gegangen.“ Richtig ist sie trotzdem.

Insidern folgen

Firmenchefs haben einen gewaltigen Vorteil gegenüber normalen Aktionären. Sie wissen weit mehr als jeder Analyst oder Kommentator, wie es in ihrem Unternehmen aussieht. Insider nennt man sie deshalb. Sie melden ihre Orders innerhalb von fünf Handelstagen an die Börsenaufsicht Bafin. Das Handelsblatt veröffentlicht alle zwei Wochen das sogenannte Insider-Barometer, das aus der Summe aller Kauf- und Verkaufsorders Schlüsse für den weiteren Verlauf in Dax & Co. zieht. Jüngste Tendenz: Vorstände und Aufsichtsräte verkaufen mehr als sie kaufen. Vorsicht also!

Geopolitische Ereignisse beachten

Terroranschläge und Naturkatastrophen kommen unerwartet. Politische Konflikte wie zwischen Israel und dem Iran schwelen meist länger. Auch entscheidende Wahlen sind vorhersehbar und haben immer Einfluss auf die Börse. Dabei gilt generell: Wahljahre sind gute Börsenjahre.

Auf reale Werte setzen

Mit Optionsscheinen oder Bonus-Zertifikaten lässt sich zwar aus einem Aufwärtstrend ein noch größerer Profit schlagen. Dies sind jedoch in der Regel Wetten ohne realen Hintergrund. Aktien sind reale Werte.

Moden misstrauen

Vor allem Aktien einzelner Branchen unterliegen immer wieder gewissen Moden. Doch die wechseln wie im realen Leben, und manchmal geht das schneller, als man denkt. Das bekommt gerade die einst angesehene Solarenergie-Branche bitter zu spüren.

Tepper empfahl Investoren nicht, gegen bestimmte Anlagen zu wetten. Gleichzeitig dürften sie jedoch nicht zu optimistisch mit Blick auf steigende Märkte sein. Sie sollten nicht zu „ausgeflippt auf steigende“ Kurse setzen.

Die Federal Reserve muss nach Aussage von Notenbankchefin Janet Yellen das Wirtschaftswachstum weiter antreiben, da die Indikatoren für Inflation und Beschäftigung noch immer weit von den Zielen der Zentralbank entfernt sind. Gleichzeitig jedoch fährt die Notenbank ihre Anleihekäufe zurück.

„Ein hoher Grad an geldpolitischer Anpassung bleibt gerechtfertigt“, sagte Yellen laut Redetext bei einer Anhörung vor dem gemeinsamen Wirtschaftsausschusses des Kongresses in Washington vergangene Woche. „Viele Amerikaner, die eine Stelle wollen, sind noch immer arbeitslos“ und die Inflation liege unter dem Fed-Ziel von zwei Prozent.

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

16.05.2014, 12:59 Uhr

Bei Herrschaften wie Herrn Tipper , die selbst durch ihre Fonds aktiv im Markt mit mischen, sollten man immer bedenken dass jede ihrer Äußerungen von Eigennutz getrieben sind.

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