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26.08.2011

11:55 Uhr

Dax-Absturz

Ausverkauf auf Raten

VonJörg Hackhausen

Der Dax gibt Anlegern Rätsel auf. Fast täglich bricht der Index nachmittags ein – und zwar deutlich stärker als fast alle anderen Weltbörsen. Warum wenden sich die Investoren von Deutschland ab?

Börse Frankfurt: Der Absturz kommt am Nachmittag. dpa

Börse Frankfurt: Der Absturz kommt am Nachmittag.

DüsseldorfDen Anlegern ist ordentlich der Schreck in die Glieder gefahren. Innerhalb von einer wenigen Minuten rutscht der Dax am Nachmittag plötzlich ab, um vier Prozent, vorher lag er noch komfortabel im Plus. Das Ganze passiert kurz vor Handelschluss. „So etwas habe ich noch nicht oft erlebt“, sagt Markus Wallner, Aktienstratege der Commerzbank.

Sofort spekulieren die selbsternannten Experten über die Gründe für den plötzlichen Schwächeanfall. Gerüchte machen die Runde. Angeblich plant eine führende Ratingagentur, Deutschland herabzustufen - wegen der Hilfen, die die Bundesrepublik für die Euro-Rettung aufbringen muss. Doch die Bonitätswächter dementieren umgehend: eine Herunterstufung der Kreditwürdigkeit steht nicht unmittelbar bevor, sagen sie.

War etwa die Technik oder der Fehler eines Einzelnen schuld am plötzlich Einbruch, so wie beim sogenannten „Flash Crash“ an den US-Börsen im Mai? Damals war der Leitindex für amerikanische Aktien, der S&P 500, innerhalb von sechs Minuten um sechs Prozent gefallen, konnte sich danach aber schnell wieder erholen. Ein Händler hatte sich um mehrere Nullen vertan und soll damit versehentlich die Lawine an Verkäufen ausgelöst haben. Auch das kann für den Dax diesmal ausgeschlossen werden. Die Deutsche Börse erklärt, sie habe keine Hinweise auf derartige Probleme. Was bleibt also?

„Es muss eine große Verkaufsorder gewesen sein“, sagt Carsten Klude, Chefstratege von M.M. Warburg. Ähnlich argumentiert Lex van Dam, Fondsmanager bei Hampstead Capital, im Gespräch mit Bloomberg News: „Jeder versucht, den Ausverkauf mit Gerüchten um eine Abstufung der deutschen Bonitätsnote, ein Verbot von Leerverkäufen oder gar einer Verschiebung der EFSF wegen des Papstbesuches in Deutschland zu erklären. Ich glaube, der wahre Grund steht in Verbindung mit einer riesigen Verkaufsorder für Dax-Futures.“

Kein Versehen, keine technische Panne, sondern einfach das, was passiert, wenn viele Investoren zur selben Zeit verkaufen wollen. Auch das klingt zunächst wenig befriedigend, es entspricht aber dem Muster der vergangenen Wochen. Seit Wochen sackt der Dax immer wieder ab, immer am späten Nachmittag.

Kommentare (68)

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Account gelöscht!

26.08.2011, 12:08 Uhr

Wie einfach doch die Börsenwelt ist:

Der DAX fällt erst am Nachmittag, weil die US-Händler ausschlafen wollen. Dafür nehmen Sie gerne millionenschwere Verluste in Kauf, die sie vermieden hätten, wenn Sie nach deren Zeit in der Nacht gehandelt hätten.

Ja nee, iss klar.............

immerwiederstaunend

26.08.2011, 12:13 Uhr

Der letzte Satz auf Seite 3 ist der Schlüssel: Die Börse ist nur noch ein Spielcasino. Die Realität ist draußen. Die Welt wird irgendwann gezwungen, alles auf eine Zahl zu setzen und dann verzocken......

insider

26.08.2011, 12:14 Uhr

Genau,auf Raten.9 Uhr 5590.....9.30:5460(-130 Punkte).10.30:5530(+70)

erklärt man einem Privatanleger dass sich die deutschen konzerne im Minuten takt um Millarden im Wert verringern oder steigern,dann wird man doch in die geschlossene eingeliefert.ES IST ein Casino,dafür sorgt doch schon der sekündliche Computerhandel,und von "Investoren" zu reden ist die grösste Verarsche die es gibt

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