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03.08.2011

11:49 Uhr

Dax-Absturz

Das kann doch einen Zocker nicht erschüttern!

VonJörg Hackhausen

Der Dax fällt immer tiefer. Das weckt Erinnerungen an den Lehman-Crash. Und wie reagieren die deutschen Anleger? Erstaunlich gelassen. Statt Panik herrscht eher ungläubiges Staunen.

An den Börsen geht es derzeit hoch her  - da kann man sich schon mal verheddern. Quelle: dapd

An den Börsen geht es derzeit hoch her - da kann man sich schon mal verheddern.

DüsseldorfInnerhalb kurzer Zeit hat der Dax mehrere hundert Punkte verloren. Am Mittwochmorgen rutscht der Index sogar kurz unter 6700 Punkte – kaum zu glauben, dass er nur eine Woche vorher noch bei 7300 Zählern lag. 

Dafür bleiben die von der Finanzkrise gestählten Anleger erstaunlich ruhig. Statt Panik herrscht eher ungläubiges Staunen. „Was für ein Tag! So etwas in dieser Form dürften viele von uns schon seit längerem nicht mehr erlebt haben“, schreibt der Autor des Börsenblogs „Investors Inside“.

Mancher scheint sogar Gefallen an einem dicken Minus auf der Kurstafel zu finden. Im Börsenblog „Start Trading“ heißt es: „Das war gestern ein Freudentag für die Bären. Haben sie doch lange diesem Irrsinn des Marktes zusehen müssen. Der Markt stieg, obwohl er fallen müsste. Doch gestern wurden die Bären für ihre Geduld entlohnt.“

Die Märkte im Überblick

Europäische Aktien

Anders als in Frankfurt geht es an vielen europäischen Börsenplätzen leicht aufwärts. Der Schweizer SMI-Index legt nach dem Eingriff der SNB zur Schwächung des Franken leicht zu. Auch der Leitindex der Euro-Zone, der Euro-Stoxx-50 notiert im Plus. Deutliche Gewinne gibt es in Italien und Spanien, die Indizes steigen hier um rund ein Prozent.

US-Aktien

Mit leichten Verlusten gestartet, tauchten die US-Börsen im Verlauf des Dienstags-Handel doch noch kräftig ab. Sorgen um das Top-Rating der Vereinigten Staaten und die Konjunkturentwicklung drückten den Dow Jones um 2,2 Prozent auf 11.866 Punkte, der S&P 500 erlitt den höchsten Tagesverlust seit einem Jahr und stürzte um 2,6 Prozent ab auf 1.254 Zähler. An der Nasdaq verlor der 100 Werte umfassende Leitindex ebenfalls um 2,6 Prozent auf 2.292 Punkte.

Asiatische Aktien

Dem miserablen Börsenumfeld können sich die Anleger in Asien nicht entziehen: Der Nikkei-Index sackt mehr als zwei Prozent ab und verliert die 10.000-Punkte-Marke aus den Augen. Nicht besser sieht es in Hongkong, Südkorea, Australien und vielen anderen Märkten aus. Einzige Ausnahme: Die chinesischen Festlandbörsen: Die Börse Shanghai führt wie so häufig ein Eigenleben, der Composite-Index hält das Vortagesniveau. Ein positiv ausgefallener Dienstleistungsindex schürte hier Hoffnungen, dass die chinesische Wirtschaft die restriktivere Geldpolitik gut wegstecken kann.

Bundesanleihen

Wie schon am Dienstag ist die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen unter 2,4 Prozent gefallen und damit unter die aktuelle Inflationsrate. Der Realzins für Anleger ist damit erstmals seit mehr als 50 Jahren negativ. Eine Fortsetzung der Rally, die die Rendite weiter drücken würde, kann trotzdem nicht ausgeschlossen werden, wenn institutionelle Investoren auf kurzfristig weiter steigende Kurse setzen.

US-Staatsanleihen

Die Sorgen vor einer Herabstufung der USA durch die Ratingagenturen lässt die Kurse amerikanischer Staatsanleihen weiter kalt. Im Gegenteil: Die Kurse ziehen weiter an. Die Rendite zweijähriger Papiere sank dadurch auf ein Allzeittief von 0,3081 Prozent. 30-jährige Treasuries rentieren nur noch mit 3,89 Prozent, zehnjährige Anleihen mit 2,59 Prozent.

Gold

Die Rekordjagd geht weiter. Im asiatischen Handel stieg der Preis für die Feinunze Gold auf mehr als 1.672,65 Dollar, in Euro kostete eine Unze erstmals mehr als 1.180 Euro. Laut Bloomberg sind die Anlagen von ETFs, die mit physischem Gold hinterlegt sind, in den vergangenen sieben Tagen kontinuierlich an und erreichten einen Rekordwert von mehr als 2,1 Millionen Tonnen.

Rohstoffe

Am Rohstoffmarkt zeigt sich ein gemischtes Bild: Während neben Gold auch Silber nach oben klettert und Agrarrohstoffe sogar deutlich zulegen, rutschen die Preise für konjunktursensible Rohstoffe ab. Verglichen mit den Verlusten an den Aktienmärkten geht es aber moderat zu: Das Barrel Brentöl liegt bei 115,50 Dollar auf dem selben Niveau wie am Montag.

Devisen

Die Schweizer Notenbank geht gegen die Franken-Stärke vor und will die heimische Währung mit niedrigen Zinsen und massiver Liquiditätszufuhr für die Märkte schwächen. Unmittelbar hat sie damit Erfolg: Der Euro verteuert sich deutlich auf mehr als 1,10 Franken, auch der Dollar springt zur Schweizer Währung an. Der Wechselkurs des Euros zum Dollar zieht nach einer erneuten Schwäche am Morgen ebenfalls an und liegt gegen 10 Uhr bei 1,4270 Dollar.

Gleichzeitig wird in Börsenforen eifrig darüber diskutiert, ob man angesichts der niedrigeren Kurse nicht schon wieder kaufen sollte – viele spielen mit dem Gedanken, allerdings scheinen sich im Moment nur die wenigsten zu trauen.

Der Kommentar von „Investors Inside“ steht stellvertretend für viele: „Um auf einen Rebound zu setzen ist es wohl noch zu früh, allerdings würde ich auf diesem Niveau auch nicht mehr meine soliden Aktien verschleudern. […] Grundsätzlich gilt: Es bringt nichts sich von der allgemeinen Panik anstecken zu lassen, der Markt ist deutlich überverkauft und eine Gegenbewegung längst überfällig!“

Auch Christoph Scherbaum von den Börsenbloggern wundert sich: „Leute so schnell kann es gehen. Wer am Dienstagmorgen auf eine technische Reaktion der Märkte gehofft hat, der hat nun nen langes Gesicht zu machen.“

Kommentare (13)

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Markus

03.08.2011, 12:24 Uhr

Ja....kauft doch wieder ihr Zockerschafe !
Jetzt ist der DAX wieder niedrig....einsteigen, Zug fährt ab nach oben
Die Gier und die Dekadenz nehmen immer mehr zu
Das nimmt ein bitterböses Ende - nicht nur für die gehirngewaschenen Zocker
WIR ALLE müssen die Zeche zahlen.....sehr sehr bald !!!!!
Und was macht ihr ?????
WEITERSCHLFEN !!!!!

sssss

03.08.2011, 12:40 Uhr

also seit monaten reden die hier von einer größeren Korrektur im Dax und nun ist sie "endlich" da und nun so ein mist hier.

Setzt doch einfach ein paar schimpansen dahin wo ihr jetzt sitzt dann wird das leben viel ruhiger.

Account gelöscht!

03.08.2011, 12:48 Uhr

Wenn Qualität und Form der hier abgegebenen Leserbeiträge tatsächlich die typische Handelsblatt-Leserschaft und damit einen Teil der aktiven "Börsianer" und Geldanleger widerspiegeln, dann sag ich mal: Gute Nacht, Deutschland.

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