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30.04.2015

13:07 Uhr

Dax-Absturz

Nur eine Korrektur oder kommt der Crash?

VonJessica Schwarzer

Einen solch heftigen Kursrücksetzer mussten Börsianer lange nicht verdauen. Um mehr als drei Prozent stürzte der Dax am Mittwoch ab. Die Nervosität am Markt ist riesig. Kracht es weiter oder sehen wir Kaufkurse?

Börse am Mittag

Dax auf Schlingerkurs

Börse am Mittag: Dax fällt unter 11.400 Punkte

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Da brauchten selbst die hartgesottensten Anleger starke Nerven. Binnen weniger Stunden rauschte der deutsche Aktienindex (Dax) am gestrigen Mittwoch fast 400 Punkte in den Keller. Der Auslöser für den Absturz waren enttäuschende US-Wachstumszahlen, in deren Folge der Euro zum Höhenflug ansetzte und die Kurse der Bundesanleihen abstürzten. Besonders heftig aber erwischte es den Dax. Nur raus aus dem Markt, lautete die Devise. Börse extrem.

War der Kursrücksetzer vielleicht zu heftig? Die Experten glauben ja. „Da kam einiges zusammen, doch die Reaktion war übertrieben“, sagt Robert Halver, Leiter der Kapitalmarktanalyse bei der Baader Bank. „Viele Vermögensverwalter haben die Nervosität am Markt genutzt, um ein paar Gewinne mitzunehmen.“

Dax, MDax, TecDax: Die Top- und Flop-Aktien im April 2015

Dax, MDax, TecDax

Die Top- und Flop-Aktien im April 2015

Der deutsche Aktienmarkt hat im April einen Dämpfer verkraften müssen. Im April hat es manches Papier sogar zweistellig nach unten gerissen. Doch einige Werte haben kräftig zugelegt – eine Aktie gar 27 Prozent.

Auch Loys-Fondsmanager Christoph Bruns mahnt zur Besonnenheit: „Am großen Börsenbild hat sich herzlich wenig geändert. Im Gegenteil.“ Er ist überzeugt, dass die Zinsen viel länger an der Nulllinie bleiben werden, als die meisten Anleger sich vorstellen könnten. „Insofern bleiben Aktien völlig alternativlos und der Rückschlag dürfte eher eine Kaufgelegenheit sein.“ Wenn man bedenke, wie gering die Aktienbesitzquoten derzeit seien, dann müsse man stark damit rechnen, dass die Korrektur zu Käufen auf erniedrigtem Niveau genutzt werden wird. „Der größte Kurstreiber bleibt die Verzweiflung der Anleger angesichts der kümmerlichen Zinsen

“, ergänzte Ralf Zimmermann, Aktienstratege beim Bankhaus Lampe.

Aktienkultur in Deutschland

Aktienbesitz

Menschen mit Aktieninvestments im Jahr 2014: 8,4 Millionen

Vorjahr: 8,9 Millionen

Anteil der Bevölkerung über 14 Jahren im Jahr 2014: 13,1 Prozent

Vorjahr: 13,8 Prozent

Investitionsarten

Wie die deutschen Aktionäre investiert sind:

4,3 Millionen Menschen besitzen nur Aktienfonds.

1,6 Millionen Menschen besitzen Aktien und Aktienfonds.

2,5 Millionen Menschen besitzen nur Aktien.

Langfristige Entwicklung

Seit 2001 haben rund 4,4 Millionen Menschen dem Aktienmarkt den Rücken gekehrt.

Aktionärsanzahl 2001: 12,8 Millionen

Aktionärsanzahl 2014: 8,4 Millionen

Aktienbesitz nach Altersgruppen

Das Interesse an Aktien hat in den vergangenen Jahren besonders bei den Jüngeren stark nachgelassen.

Anteil der Aktien- und Aktienfondsbesitzer nach Altersgruppen:

20-29 Jährige: 7,2 Prozent (2001: 17,5 Prozent)

30-39 Jährige: 12,1 Prozent (2001: 27,9 Prozent)

40-49 Jährige: 17,2 Prozent (2001: 25,5 Prozent)

50-59 Jährige: 17,1 Prozent (2001: 24,5 Prozent)

60-69 Jährige: 13,6 Prozent (2001: 14,4 Prozent)

Aktienbesitz nach Beruf

Anteil von Aktienbesitzer nach beruflicher Position:

Leitende Angestellte: 28,4 Prozent

Leitende Beamte: 30,1 Prozent

Selbstständige/Freie Berufe: 26,0 Prozent

Sonstige Beamte: 29,5 Prozent

Öffentlicher Dienst: 22,7 Prozent

Sonstige Angestellte: 14,8 Prozent

Rentner/Pensionäre: 12,3 Prozent

Studenten: 4,3 Prozent

Facharbeiter: 8,9 Prozent

Selbstständige Landwirte: 23,5 Prozent

Schüler: 1,9 Prozent

Sonstige Arbeiter: 4,2 Prozent

Auszubildende: 4,6 Prozent

Aktienbesitz nach Einkommen

Menschen mit höherem Einkommen, haben ein höhere Interesse an Aktien.

Anteil von Aktien und Aktienfondsbesitzern nach Nettohaushaltseinkommen:

750-1.250 Euro: 2,5 Prozent

1.250-2.000 Euro: 6,9 Prozent

2.000-3.000 Euro: 24,6 Prozent

3.000-4.000 Euro: 18,5 Prozent

Über 4.000 Euro: 34,3 Prozent

Aktienbesitz nach Bundesländern

Alte Bundesländer: 13,8 Prozent besitzen Aktieninvestments

Neue Bundesländer: 10,3 Prozent besitzen Aktieninvestments

Gesamt: 13,1 Prozent

Am Donnerstag trauen sich die Marktteilnehmer aber noch nicht so recht aus der Deckung. Zu groß ist die Unsicherheit nach dem Absturz. Andere Länderindizes hatten am Vortag übrigens viel verhaltener reagiert als das deutsche Vorzeigebarometer. „Der Dax besitzt eine Historie der Überreaktion verglichen mit anderen Indizes“, so Bruns. Das liege daran, dass die deutschen Standardwerte überwiegend im Besitz ausländischer Investoren seien. Und die ziehen ihr Geld schneller mal ab als heimische Investoren. Erst recht, wenn der Euro steigt.

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