Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

08.05.2011

10:18 Uhr

Dax-Ausblick

Aktien halten sich erstaunlich stabil - noch

VonJörg Hackhausen

Gute Unternehmensergebnisse auf der einen, schwache Konjunkturdaten auf der anderen Seite: Noch hält sich der Dax in diesem Umfeld stabil. Doch der Einbruch an den Rohstoffmärkten könnte ein Warnschuss sein.

Händler an der Börse in Frankfurt. Quelle: Reuters

Händler an der Börse in Frankfurt.

FrankfurtDie Unsicherheit ist zurück. Wer vergessen hatte, dass die Krise immer noch nicht überstanden ist, der ist durch den Einbruch an den Rohstoffmärkten schlagartig daran erinnert worden. Nachdem die Preise für Öl, Silber oder Kaffee wochenlang fast ununterbrochen gestiegen waren, fiel die Korrektur Ende der Woche umso heftiger aus. Der Preis für Öl der Sorte WTI fiel zeitweise unter 100 Dollar. Silber büßte innerhalb einer Woche sogar ein Viertel seines Wertes ein.

Einer der Auslöser waren Zweifel an der Erholung der US-Wirtschaft. „Die Leute fangen wirklich an, sich zu fragen, wo die Erholung der US-Konjunktur eigentlich bleibt, und ob die hohen Bewertungen an den Finanzmärkten wirklich gerechtfertigt sind“, sagte Jonathan Barratt, Analyst von Commodity Broking Services. Die größte Volkswirtschaft der Welt wuchs in den ersten drei Monaten dieses Jahres nur schleppend mit einer Rate von 1,8 Prozent; auch wenn die jüngsten Arbeitsmarktdaten auf Besserung hoffe lassen.

Bequemlichkeit oder Überzeugung?

Die Aktienmärkte haben sich in diesem Chaos erstaunlich stabil gehalten, bislang jedenfalls. Am Freitag näherte sich der Dax sogar wieder der Marke von 7500 Punkten. „Man muss sich in der Tat fragen, warum die Krise im Nahen Osten, die Staatsschuldenkrise an der Euro-Peripherie und die Tatsache, dass S&P den Ausblick für die USA gesenkt hat, keine größeren Wellen geschlagen haben“, sagt Ad van Tiggelen, Anlagestratege von ING Investment Management. Er vermutet, viele Anleger hielten Aktien eher aus Bequemlichkeit denn aus Überzeugung. So lange die Unternehmen ordentliche Zahlen präsentieren, gibt es schließlich keinen Grund zu klagen. Doch die Berichtssaison läuft bald aus, viel mehr kommt nicht mehr.

Nach der Bilanzflut der vergangenen Tage stehen nur noch wenige Geschäftszahlen von Dax-Konzernen zur Veröffentlichung an. Am Montag will sich die Münchener Rück in die Bücher schauen lassen. Der Branchenprimus hat schon mitgeteilt, das erste Quartal habe ein "deutlich negatives" Ergebnis beschert.

Inmitten der Debatte um eine schnellere Abkehr von der Atomkraft stehen zudem Eon  und RWE unter besonderer Beobachtung. Die Versorger wollen ihre Zwischenergebnisse am Mittwoch und Donnerstag vorlegen. Allerdings werden die Bilanzen in der Energiebranche Analyst Wolfgang Duwe von der Bremer Landesbank zufolge nur eine untergeordnete Rolle spielen: Entscheidend sei, wann und wie die Energiewende umgesetzt werde. Dass sie komme, stehe außer Frage.

Neben den Energieriesen stehen auch die Geschäftszahlen von Solarfirmen auf dem Terminplan. Anleger erhoffen sich Hinweise darauf, ob die geplante Energiewende sich nicht nur in den Aktienkursen, sondern auch den Auftragsbüchern von Solarworld oder Conergy niederschlägt.

„Eine der stärksten Triebfedern der vergangenen Wochen, die Berichterstattung der Firmen, dürfte demnächst schnell an Bedeutung verlieren“, meinen die Analysten der Landesbank Berlin. Wenn die Unternehmenszahlen nicht mehr so regelmäßig eintrudeln, dürften auch die Aktienanleger wieder stärker auf die Konjunktur schauen.

Kommentare (5)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

ZumLachen

07.05.2011, 11:03 Uhr

Welche Stärke !!??
Die hauptsächlich Treibkraft ist das Fiat-Money der Bankster !

Account gelöscht!

07.05.2011, 16:38 Uhr

Hier ist die "relative" Betrachtungsweise anzuwenden: Die Fakten zur Euro-Schwäche sind außerdem umfänglicher bekannt, als die Folgen einer US-Dollar-Abwertung, einer Bonitätsabwertung der USA, der partielle oder gesamtheitliche (vorübergehende) Zahlungsausfall des US-Saates, Bundesstaaten und Kommunen, sowie euerliche Fast- oder Ganz-Zusammenbrüche "systemrelevanter" Banken, die mit "Luftgeld" ihre Geschäfte nahezu zinslos und zu ertragsschwach für eine reale Selbstentschuldung weiterbetreiben, ganz zu schwiegen von den Potentialen, die unkontrollierbar einen fallenden US-Dollarkurs bweirken könnnen.

User0230406054699212949313545

08.05.2011, 10:55 Uhr

Mich nervt es langsam auf HANDELSBLATT.com ständig nur Panikmache und negative Ausblicke auf den Aktienmarkt zu entdecken. Alle paar Tage wiederholen sie die selben Sorgen. Positive Berichte liest man kaum, und das bei einem unglaublich starken deutschen Aktienmarkt.

Verstehen sie mich nicht falsch, Misstrauen ist sicher angebracht, aber nicht alle paar Tage wieder bis der Crash dann wirklich kommt.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×