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15.02.2014

11:43 Uhr

Dax-Ausblick

Aktienmarkt steckt in der „Twilight-Zone“

VonJörg Hackhausen

Der Dax nähert sich wieder der 10.000-Punkte-Marke. Doch die Unsicherheit ist nach wie vor groß. Zum entscheidenden Faktor könnte die Inflation werden, besser gesagt: die nicht vorhandene Inflation.

dpa

DüsseldorfDer Dax hat eine wahre Achterbahnfahrt hingelegt: Innerhalb weniger Wochen ging es erst hoch bis fast auf 10.000 Punkte, dann runter fast auf 9.000, zuletzt wieder in Richtung der 10.000. Die Unentschlossenheit des deutschen Leitindex spiegelt wider, wie es um die Gefühlslage der Investoren bestellt ist. „Die Investoren sind ein bisschen verwirrt“, fasst Norihito Fujito, Investement-Stratege bei der japanischen Mitsubishi UFJ, die Stimmung zusammen. Sie seien zwar erleichtert, dass einige Punkte abgehakt seien, aber sie hätten noch nicht die Zuversicht, den Markt weiter nach oben zu treiben.

Jens Klatt vom Devisenbroker FXCM ergänzt: „Der steile Kursanstieg der letzten Tage steht auf einem sehr wackeligen Fundament. Besonders ein Blick hinter die Kulissen zeigt, dass dieser mit relativ niedrigen Volumina gelaufen ist, was nicht gerade für die Nachhaltigkeit dieser Rally spricht.“

Die Märkte befinden sich in einer „Twilight-Zone“, einer Welt jenseits von Gut und Böse. Das liegt auch daran, dass niemand genau einschätzen kann, welchen Weg die Notenbanken einschlagen werden.

Zum entscheidenden Faktor könnte die Inflation werden, besser gesagt: die nicht vorhandene Inflation. Zwar steigen die Vermögenspreise, also die Kurse von Aktien oder Immobilienpreise. Aber die Güterpreise legen laut den offiziellen Statistiken so gut wie gar nicht zu. Wer befürchtet hat, dass die lockere Geldpolitik der vergangenen Jahre unweigerlich zu höheren Inflationsraten und Geldentwertung führen muss, wird jedenfalls eines besseren belehrt. Bis jetzt, muss man hinzufügen. Denn das letzte Kapitel der Finanzkrise ist noch nicht geschrieben.

Die zuverlässigsten Dividendenzahler in Deutschland

Platz 1

Fuchs Petrolub

Branche: Schmierstoffe
Anzahl der Dividendenerhöhungen in den letzten 10 Jahren: 10
Durchschnittliche Erhöhung pro Jahr: 24,1 Prozent
Dividendenrendite 2014e: 2,7 Prozent
Ausschüttungsquote: 37,6 Prozent

Platz 2

Baywa

Branche: Handel
Anzahl der Dividendenerhöhungen in den letzten 10 Jahren: 10
Durchschnittliche Erhöhung pro Jahr: 11,5 Prozent
Dividendenrendite 2014e: 2,1 Prozent
Ausschüttungsquote: 29,2 Prozent

Platz 3

Fresenius SE

Branche: Medizintechnik und Gesundheit
Anzahl der Dividendenerhöhungen in den letzten 10 Jahren: 10
Durchschnittliche Erhöhung pro Jahr: 10,6 Prozent
Dividendenrendite 2014e: 1,2 Prozent
Ausschüttungsquote: 21,2 Prozent

Platz 4

Fielmann

Branche: Optiker
Anzahl der Dividendenerhöhungen in den letzten 10 Jahren: 9
Durchschnittliche Erhöhung pro Jahr: 13,6 Prozent
Dividendenrendite 2014e: 3,6 Prozent
Ausschüttungsquote: 85,1 Prozent

Platz 5

Bayer

Branche: Pharma
Anzahl der Dividendenerhöhungen in den letzten 10 Jahren: 9
Durchschnittliche Erhöhung pro Jahr: 14,2 Prozent
Dividendenrendite 2014e: 2,3 Prozent
Ausschüttungsquote: 35,7 Prozent

Platz 6

Linde

Branche: Industriegase
Anzahl der Dividendenerhöhungen in den letzten 10 Jahren: 9
Durchschnittliche Erhöhung pro Jahr: 9,2 Prozent
Dividendenrendite 2014e: 2,2 Prozent
Ausschüttungsquote: 34,8 Prozent

Platz 7

Stratec Biomedical

Branche: Medizintechnik
Anzahl der Dividendenerhöhungen in den letzten 10 Jahren: 9
Durchschnittliche Erhöhung pro Jahr: 27,2 Prozent
Dividendenrendite 2014e: 1,9 Prozent
Ausschüttungsquote: 41,7 Prozent

Platz 8

Munich Re

Branche: Versicherungen
Anzahl der Dividendenerhöhungen in den letzten 10 Jahren: 8
Durchschnittliche Erhöhung pro Jahr: 13,7 Prozent
Dividendenrendite 2014e: 4,9 Prozent
Ausschüttungsquote: 46,4 Prozent

Platz 9

OHB

Branche: Raumfahrt
Anzahl der Dividendenerhöhungen in den letzten 10 Jahren: 8
Durchschnittliche Erhöhung pro Jahr: 13,9 Prozent
Dividendenrendite 2014e: 2,9 Prozent
Ausschüttungsquote: 38,0 Prozent

Platz 10

SAP

Branche: Software
Anzahl der Dividendenerhöhungen in den letzten 10 Jahren: 8
Durchschnittliche Erhöhung pro Jahr: 12,9 Prozent
Dividendenrendite 2014e: 1,8 Prozent
Ausschüttungsquote: 30,3 Prozent

Quelle: FactSet, DZ BANK

Aktuell liegt die Teuerungsrate in der Euro-Zone nur bei 0,7 Prozent. Das zeigt, dass sich Europa nach wie vor im Krisenmodus befindet, was bekanntermaßen an der Lage in Südeuropa liegt. Banken vergeben zögerlich Kredite, Unternehmen investieren nur vorsichtig, Menschen wollen oder können kein Geld ausgeben. Es droht eine Spirale aus sinkender Nachfrage, fallenden Preisen und schwächerem Wachstum.

„Die EZB muss auf jeden Fall sehr wachsam sein. Ich finde es bedenklich, dass die Inflation in Europa immer weiter fällt. Das Risiko einer Deflation ist nicht zu unterschätzen“, sagte Andrew Bosomworth, Investmentchef von Pimco in Deutschland, im Interview. „Ich wünsche mir, dass die EZB nicht nur auf die Preisstabilität schaut, sondern auch um ihre anderen Ziele kümmert: Wachstum und Beschäftigung.“ Dazu brauche es nicht unbedingt eine weitere Zinssenkung, aber eventuell mehr Quantitative Easing.

Kommentare (1)

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EZBvsFED

17.02.2014, 07:36 Uhr

EZB hat doch kein Ziel für Wachstum und Beschäftigung, oder?

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