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11.05.2013

17:56 Uhr

Dax-Ausblick

Allzeithoch, was nun?

Der Dax hat in der vergangenen Woche eine Rekordjagd hingelegt. Doch die Gewinne stehen auf wackligen Beinen, sagen einige Analysten. Andere hingegen sehen weiter steigende Kurse beim Dax.

Börsenhändler in Frankfurt. Der Dax hat seine Rekorde geknackt. Kommen nun die Gewinnmitnahmen? dpa

Börsenhändler in Frankfurt. Der Dax hat seine Rekorde geknackt. Kommen nun die Gewinnmitnahmen?

FrankfurtAn den Märkten herrscht weltweit Kauflaune. Egal, ob Deutschland oder USA: Getragen von der Welle billigen Zentralbank-Geldes eilen die internationalen Aktienmärkte derzeit von einem Rekord zum nächsten. Einige Analysten warnen jedoch, dass der Aufwärtstrend auf wackligen Beinen steht. „Die Weltwirtschaft dürfte sich in diesem Jahr zwar erholen, aber die Risiken haben insgesamt zugenommen“, sagt Matthias Thiel, Kapitalmarktstratege bei MM Warburg. Vor allem in der Euro-Zone, aber auch in den USA hätten die Frühindikatoren zuletzt alles andere als überzeugt.

Rücksetzer im Dax sind für den Experten daher nicht ausgeschlossen. Der deutsche Leitindex hat in der abgelaufenen Woche das Rekordhoch aus dem Jahr 2007 geknackt und stieg in der Spitze auf 8358,23 Zähler. In der alten Woche gewann der Dax mehr als zwei Prozent. Auch an der Wall Street ging es zuletzt munter bergauf: Das weltweit wichtigste Börsenbarometer, der Dow-Jones-Index, schloss erstmals in seiner Geschichte über 15.000 Punkten.

Die Strategen der Weberbank sehen speziell für deutsche Aktien noch weiteres Potenzial: „Deutsche Unternehmen sind weiterhin nicht zu teuer bewertet, zieht man die erwarteten Gewinne heran“, kommentiert die Bank. „Da die Gewinnerwartungen sogar steigen, sind höhere Kurse von Dax-Unternehmen durchaus gerechtfertigt.“

Die Meilensteine des Dax

1. Juli 1988

Der Dax wird aus der Taufe gehoben. Basis der Berechnung ist der 30. Dezember 1987 mit einem Wert von 1.000 Punkten.

5. April 1991

In Frankfurt geht das „Interbank Informations System” - kurz Ibis genannt und eine Art Vorläufer des Xetra-Systems - an den Start.

19. Januar 1996

Die Börse führt den MDax ein, dem zunächst 70 mittelgroße Unternehmen angehören. Im März 2003 wird der MDax auf 50 Unternehmen verkleinert.

18. November 1996

Bei der Privatisierung der Deutschen Telekom wird die T-Aktie als Volksaktie vermarktet. Das Interesse der Öffentlichkeit am Dax nimmt dramatisch zu.

10. März 1997

Start des Neuen Marktes. Nach einer Reihe von Skandalen wird das Segment am 21. März 2003 wieder abgeschafft. Am 24. März 2003 wird als inoffizieller Nachfolger der TecDax eingeführt, dem 30 Tech-Aktien angehören.

28. November 1997

Mit dem neuen elektronischen Handelssystem Xetra - kurz für „Exchange Electronic Trading” - bricht für die Börse ein neues Zeitalter an. Zunächst werden 109 Aktien auf Xetra gehandelt. Später öffnet die Börse Xetra für alle deutschen sowie für europäische und US-Aktien.

7. März 2000

Der Dax erreicht ein Rekordhoch von 8136,16 Punkten. Händler begründen die Euphorie mit Fusionsfieber. Ein geplanter Zusammenschluss der Deutschen mit der Dresdner Bank scheitert aber. Die Dresdner Bank geht an die Allianz, die sie im Mai 2009 an die Commerzbank weiterreicht. Auf dem Höhepunkt der Börseneuphorie wird die Chip-Tochter von Siemens, Infineon, zu einem Emissionspreis von 35 Euro an den Anleger gebracht. Die Platzierung ist 33-fach überzeichnet. Danach beginnt beim Dax eine langjährige Abwärtsbewegung, die von den Anschlägen in New York und Washington am 11. September 2001 verschärft wird.

12. März 2000

Auf dem Höhepunkt der Börseneuphorie wird die Chip-Tochter von Siemens, Infineon, zu einem Emissionspreis von 35 Euro an den Anleger gebracht. Die Platzierung ist 33-fach überzeichnet. Beim Börsendebüt am nächsten Tag erreicht die Aktie in der Spitze knapp 85 Euro. Heute notieren die Infineon-Titel bei 6,60 Euro. Danach beginnt eine langjährige Abwärtsbewegung, die von den Anschlägen in New York und Washington am 11. September 2001 verschärft wird.

12. März 2003

Der Dax rutscht unter 2200 Punkte und notiert damit so tief wie zuletzt im November 1995. Im Laufe des Jahres dreht er. Mit der Erholung der Weltwirtschaft in den Folgejahren wächst auch das Vertrauen in die Gewinnentwicklung der Unternehmen wieder.

1. Juni 2007

Erstmals seit März 2000 steigt der Dax wieder über 8000 Punkte.

13. Juli 2007

Mit 8.152 Zählern setzt der Dax einen neuen Meilenstein. Trotz erster Bankenpleiten und Notoperationen der EZB am Geldmarkt hält sich der Dax zu Beginn des Krisenjahres 2008 über 8000 Zählern. Doch ab dann geht es bergab. 2009 beschleunigt der Absturz des Immobilienfinanzierers Hypo Real Estate die Talfahrt des Dax.

21. Januar 2008

Der Absturz des Immobilienfinanzierers Hypo Real Estate leitet die Talfahrt des Dax ein. Am 21. Januar fällt der Index um mehr als 500 Zähler oder sieben Prozent auf 6790 Punkte.

9. März 2009

Die Krise der Banken hat Tribut gefordert: Mit 3588 Punkten erreicht der Dax zeitweise den niedrigsten Stand seit Oktober 2003. Doch es gibt Hoffnung. Denn nur wenige Tage später wirft die Fed die Notenpresse an. Von nun an geht es bergauf. Am 25. Oktober schafft der Dax zum ersten Mal in seiner Geschichte den Sprung über die Marke von 9000 Punkten.

22. Mai 2013

Der Mai wurde für den Dax der Monat der Rekorde. Nachdem der Dax ein Rekordhoch nach dem anderen knackt, liegt das neue Allzeithoch bei 8.558 Punkten.

25. Oktober 2013

Der Dax schafft zum ersten Mal in seiner Geschichte den Sprung über die Marke von 9000 Punkten.

7. November 2013

Neuer Rekord: Der Dax steigt zwischenzeitlich auf ein Allzeithoch von 9193 Punkten, gab bis zum Handelsende aber einen Teil der Gewinne wieder ab. Zum Börsenschluss reichte es für 9081 Punkten. Die Anleger feierten die überraschende Senkung des Leitzinses durch die EZB auf 0,25 Prozent.

25. November 2013

Der Dax beginnt die neue Handelswoche mit einer Rekordjagd. Schon in den ersten Minuten springt der Index über das alte Rekordhoch von 9254 Punkten und pendelt bereits vormittags an der Marke von 9300 Punkten.

2. Dezember 2013

Trotz eines ruhigen Präsenzhandels konnte der Dax an diesem Montag eine neue Bestmarke setzen: Er stieg am Vormittag bis auf 9424,83 Punkte.

30. Dezember 2013

Der Dax beendet seine Jahresendrally knapp über der Marke von 9500 Punkten.

4. Februar 2014

Der Dax startet stark ins neue Jahr und erreicht am 17. Januar mit 9789 Punkten abermals ein Rekordhoch. Börsianer hoffen, dass der Index nun über die 10000-Punkte-Markte springt und werden enttäuscht: Gegen Monatsende geht dem Dax die Puste. Am 31. Januar schließt er bei 9349 Punkten und läutet den Februar mit fallenden Kursen ein.

Noch hinkt die Realwirtschaft den Märkten hinterher. Sollte die Konjunktur nicht bald nachliefern, könnte die Stimmung an den Märkten kippen. In den kommenden Tagen könnte sich zeigen, ob es den Anlegern weiterhin gelingt, das Thema Konjunktur so erfolgreich auszublenden. Nach Einschätzung der Commerzbank dürften zumindest die BIP-Daten aus dem Euro-Raum (Mittwoch) für Ernüchterung sorgen. Analysten erwarten, dass die Wirtschaft in der Währungsunion zum Jahresauftakt erneut geschrumpft ist. Zudem sei das Risiko gestiegen, dass sich die Konjunktur auch im Frühjahr nicht spürbar beleben werde, prognostiziert Commerzbank-Expertin Ulrike Rondorf.

Die schwache wirtschaftliche Entwicklung im Euro-Raum dürfte auch auf dem Eurofinanzminister-Treffen zu Wochenbeginn in Brüssel diskutiert werden. Viele Anleger hoffen auf eine zunehmende Abkehr von den Sparanstrengungen, weil das die Wachstumsaussichten der Peripherieländer zumindest kurzfristig verbessern sollte.

Kommentare (18)

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Account gelöscht!

11.05.2013, 18:03 Uhr

Der Markt ist für mich überreif für eine Korrektur nach unten. Aber da niemand weiß wann nach oben Schluss ist, ist es wohl besser ich passe bei den Restpositionen die Stoppkurse jeden Tag an als diese zu billig zu verschenken.
Von den vor 3 Wochen eingeloggten Aktien ist ja in den letzten Tagen auch schon über 2/3 liquidiert worden. Da gibt es dann eben wieder nur Magerzinsen auf dem Tagesgeldkonto, bis zumindest der satte Gewinn in die passende ETW investiert wird.

Dank Draghi & Co. kann man an der Börse richtig Asche machen, damit sein Vermögen zügig vergrößern und ich muss mich auch nicht mehr von den Banken mit Minizinsen (nur ca. 130 €/Tag) abspeisen lassen :-)

hermosa

11.05.2013, 18:23 Uhr

@ Silikonbrueste.de

"...und ich muss mich auch nicht mehr von den Banken mit Minizinsen (nur ca. 130 €/Tag) abspeisen lassen :-) "

Diesen Teil Ihres statments braucht kein Mensch!
Können Sie also getrost weglassen...

Understatement is more sexy.....

oder

Wer laut schreit, hat meist' doch nicht so viel .....

Heidi

11.05.2013, 19:10 Uhr

In der Tat - jetzt wird es schwierig. Möglich daß sich da jetzt ein charttechnisches Doppeltop ausbildet dem ein übler Absturz folgt. Die Kollegen aus der Edelmetallecke sind da ja schon einige Schritte weiter.
Dumm nur daß man dem Bargeld auch nicht trauen kann und es dort nichtmal einen Inflationsausgleich gibt.

Was bleibt ist also physisches Gold und Aktien - und diese Bestände mit entsprechenden ETF auf der kurzen Seite absichern. Dabei ist freilich (schon wegen der Steuer auf die "Gewinne") nichts zu verdienen. Aber schon wenn es gelänge nur die Hälfte der Kursgewinne der zurückligenden Jahre zu halten wäre das ja unter dem Strich immer noch eine durchaus nette Sache.

Das schöne an dieser Herangehensweise: Man kann auch je nach Stimmung die ETFs rauf oder runterfahren. Unter dem Strich ist das auch billiger als ständig im ganzen Depot rumzurühren...

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