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05.02.2006

10:55 Uhr

Dax-Ausblick

Anleger bleiben guter Laune

Am Freitag musste der Dax eine kleine Korrektur verkraften. Börsianer rechnen aber mit einer anhaltend optimistischen Stimmung am deutschen Aktienmarkt in der kommenden Woche. Dafür könnten weiter gute Unternehmensnachrichten sorgen.

HB FRANKFURT. Nach den fulminanten Kursgewinnen der vergangenen Monate werde allmählich eine Verschnaufpause fällig, sagten Experten. Die Kursentwicklung am Freitag scheint bereits in diese Richtung zu deuten. Die technische Verfassung des Markts deute aber – abgesehen von solchen Konsolidierungen – nicht auf stärkere Rückschläge oder gar Trendwenden hin, und aus fundamentaler Sicht gebe es nach wie vor kaum Alternativen zu deutschen Aktien, meinen Beobachter übereinstimmend.

„Der deutsche Markt will weiter nach oben, und jeder Spielraum, der sich aktuell bietet, wird genutzt“, stellt zum Beispiel BHF-Aktienstratege Roland Ziegler fest. „Eigentlich hätte der Dax ja eine Verschnaufpause nötig, aber viele Investoren haben nach wie vor Anlagenotstand und geraten immer mehr unter Druck, je höher der Dax steigt.“ Auch Aktienstratege Frank Schallenberger von der Landesbank Baden-Württemberg geht angesichts des zuletzt wieder gesunkenen Ölpreises und des etwas festeren Dollar von weiter steigenden Kursen aus. „Voraussetzung wäre dabei, dass sich die positiven Fundamentaldaten beispielsweise mit den Quartalszahlen von Cisco, Toyota, Peugeot oder Puma fortsetzen“, sagte Schallenberger.

Der deutsche Leitindex hat seit November rund 900 Punkte zugelegt. „Das ist schon ein Riesen-Sprung, und eigentlich muss der Markt das erst einmal verarbeiten“, sagte Ziegler. Gute Unternehmensnachrichten haben dem deutschen Leitindex auch in dieser Woche Auftrieb gegeben und ihn zeitweise über 5700 Punkte gehievt. Am Freitagnachmittag tendierte das Börsenbarometer dann bei 5660 Punkten.

Dax immer noch günstig

Der akkumulierte Gewinn der Dax-Aktien könnte in diesem Jahr auf gut 400 Euro steigen, prognostizieren einige Analysten. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) liege damit bei vergleichsweise moderaten 14. Günstig sei der Dax damit vor allem auch gemessen am Rentenmarkt, dessen Rendite ein KGV von über 30 generiert.

Ohne Risikoabschläge könnte sich der Dax also verdoppeln. Dass die Anleger die günstige Bewertung erkennen, zeigt sich im nach wie vor stabilen Aufwärtstrend. Dieser hat sich zuletzt stark beschleunigt, als nächste Zielmarken gelten nun 5800 bis 5850, 6000 und 6250 Punkte. Verursacht worden ist die Beschleunigungsphase von unerwartet günstigen Unternehmensnachrichten, so von SAP oder auch Siemens. Sie haben sich unmittelbar in steigenden Kursen niedergeschlagen. Der Dax hat dadurch an relativer Stärke gewonnen. Ausländische Anleger sind zunehmend bereit, den Erfolg der deutschen Umstrukturierungen in Aktienkäufe umzusetzen.

Die stabilen Lohnstückkosten haben dafür gesorgt, dass deutsche Unternehmen wesentlich wettbewerbsfähiger auf dem Weltmarkt auftreten können als während der Jahrtausendwende. Zudem gerät die Weltwirtschaft in eine Phase, die deutsche Investitionsgüter besonders begünstigt. Die Investitionsbereitschaft der Unternehmen nimmt deutlich zu, der Konsum gerät in den Hintergrund. Gefragt sind deutsche Produkte unter anderem in den OPEC-Staaten, die Öl-Milliarden fließen somit wenigstens zum Teil nach Deutschland zurück.

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