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10.09.2011

15:29 Uhr

Dax-Ausblick

Anleger brauchen gute Nerven

Der Dax hat seit August ein Drittel seines Wertes verloren. Und Anleger müssen sich auch weiterhin in Geduld üben: Während Staatsschuldenkrise und Konjunktur belasten, hoffen Börsianer auf positive US-Konjunkturdaten.

Die Märkte bleiben nervös. Im Fokus der Anleger steht die Frage, ob die USA an der Rezession vorbeischrammen. Reuters

Die Märkte bleiben nervös. Im Fokus der Anleger steht die Frage, ob die USA an der Rezession vorbeischrammen.

Frankfurt, DüsseldorfWer derzeit eine Prognose für den Aktienmarkt abgibt, vermag wohl nur eins mit Sicherheit zu behaupten: Es bleibt volatil. Die Staatsschuldenkrise der Eurozone und die klamme Konjunktur der USA werden auch in den kommenden Tagen an den Nerven der Investoren zerren. Aus Angst, dass beides kurzfristig nicht in den Griff zu kriegen ist, hat der Dax seit August rund ein Drittel an Wert verloren. In den vergangenen fünf Handelstagen waren es allein 3,6 Prozent. Der Leitindex notiert aktuell um 5345 Zähler und liegt damit auf dem Niveau von August 2009. Gemessen am fundamentalen Wert der Unternehmen sei das zu niedrig, sagen einige Experten und machen daran ihre Hoffnung auf eine Erholung fest. 

„So tief wie die Aktienkurse inzwischen notieren, ist eine Menge Pessimismus eingepreist“, erläutert Analyst Mario Gruppe von der NordLB. „Ich sehe eine gute Chance, dass die US-Konjunkturdaten in der nächsten Woche doch wieder etwas Optimismus verbreiten werden. Und sollten neue Hiobsbotschaften aus der Eurozone ausbleiben, dann scheint eine Erholung am Aktienmarkt möglich.“

Ähnlich sehen das die Analysten der Landesbank Berlin. Allerdings sollten nur Anleger mit ausreichender Puste das günstig erscheinende Kursniveau nutzen. Eine nachhaltige Stabilisierung des Marktes sei erst mittelfristig zu erwarten. Die Experten sind überzeugt, dass die reichliche Liquidität, der unattraktive Rentenmarkt sowie die moderaten Bewertungen der Unternehmen Potenzial für eine Erholung bieten.

Schrammen die USA an der Rezession vorbei?
Am Donnerstagabend lauschte die Finanzwelt der mit Spannung erwarteten Rede Barack Obamas vor dem US-Kongress. Zur besten Sendezeit verkündete der US-Präsident die Absicht, mit dem Maßnahmenpaket „American Jobs Act“ den schwächelnden Arbeitsmarkt und damit die US-Konjunktur in Schwung bringen zu wollen. Doch den Märkten konnte die Ankündigung des knapp 450 Milliarden US-Dollar umfassenden Konjunkturpaketes keine Impulse geben. Anleger zeigten sich enttäuscht und schickten den Dax am Freitagvormittag auf Talfahrt.

Auch in der kommenden Woche dürften die Spekulationen um einen Rückfall der USA in die Rezession die Märkte beschäftigen. Am Freitag hatte der Dow-Jones-Index der Standardwerte zum Handelsschluss mit einem Minus um 2,7 Prozent bei 10.992 Punkten notiert. Börsianer werden die US-Konjunkturdaten mit Argusaugen verfolgen. Vor allem die Einzelhandelsumsätze am Mittwoch stehen im Fokus, da der private Konsum für rund zwei Drittel des US-Bruttoinlandsproduktes verantwortlich ist. Von Reuters befragte Analysten rechnen damit,  dass die Umsätze im Vergleich zum Vormonat leicht gestiegen sind. Sie sagen ein Plus von 0,2 (Juli: 0,5) Prozent voraus.

Im Wochenverlauf stehen der Konjunkturindex der Federal Reserve Bank von New York und der Philadelphia Fed Index auf dem Terminplan. Im August waren die beiden Frühindikatoren eingebrochen und hatten dadurch die Rezessionsängste angefacht. Für September sind Analysten nun wieder optimistischer und prognostizieren eine Erholung für beide Indizes. Den Abschluss des Datenreigens bildet der von der Universität von Michigan ermittelte Index des US-Verbrauchervertrauens.

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