Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

18.09.2011

09:08 Uhr

Dax-Ausblick

Anleger brauchen Nerven wie Drahtseile

Der Dax verharrt im Bann von Schuldenkrise und Rezessionsangst. Zwar sorgte die angekündigte Finanzspritze der Notenbanken für die Euro-Zone für kurzfristige Erholung. Doch diese könnte sich als Strohfeuer erweisen.

Dem deutschen Leitindex steht eine Berg- und Talfahrt bevor. Reuters

Dem deutschen Leitindex steht eine Berg- und Talfahrt bevor.

Frankfurt, DüsseldorfEin stabiles Nervenkostüm sollten Investoren und Privatanleger an den Aktienmärkten auch für die neue Börsenwoche anlegen. Denn das Auf und Ab von Dax und anderen europäischen Indizes wird wohl weitergehen. Eine Richtung prognostizieren mag derzeit kaum einer der Anlageexperten. Zu heftig und unvorhersehbar sind die Kursausschläge vor allem nach Nachrichten zur europäischen Schuldenkrise und zur Lage der Wirtschaft in den USA. In einem sind sich die Analysten jedoch einig: Vorsicht ist immer noch angebracht.

„Mein Optimismus hält sich in Grenzen“, sagt Aktienstratege Wolfgang Duwe von der Bremer Landesbank. „Die fundamentale Seite ist eigentlich in Ordnung. Aber mit welcher Vehemenz der Markt auf Nachrichten reagiert und sich da vor allem Negatives herauspickt, das treibt mir schon die Sorgenfalten auf die Stirn.“ Im Bann der Nachrichten zum EU-Sorgenkind Griechenland und anderen EU-Ländern bewegte sich der Dax auch in der abgelaufenen Woche.

Viele Verlierer, wenig Gewinner: Der Lehman-Schock und der Dax

Viele Verlierer, wenig Gewinner

Der Lehman-Schock und der Dax

Vor drei Jahren ging Lehman pleite. Welche Dax-Aktien sich vom Schock erholt haben.

Überwog zu Wochenanfang noch die Angst vor einer Pleite Griechenlands, kehrte im weiteren Wochenverlauf die Zuversicht zurück in den Markt. Unter anderem hatte dafür der griechische Ministerpräsident Giorgos Papandreou gesorgt, der Bundeskanzlerin Angela Merkel und dem französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy die Umsetzung aller geforderten Reformen zugesagt hatte.

Für eine Stimmungswende an den Aktienmärkten sorgte zudem die Tatsache, dass EU-Kommissionspräsident Barroso Euro-Bonds wieder auf die politische Agenda bringen will, das italienische Parlament das Sparprogramm abgesegnet hat und einige große Schwellenländer, allen voran China, ankündigten, in größerem Umfang Staatsanleihen aus der Euro-Zone kaufen zu wollen. Nahrung erhielt die Erholung der Börsenbarometer durch die Ankündigung, dass die großen internationalen Notenbanken den Dollar-Geldmarkt in Europa in den nächsten Monaten stützen werden.

Bis Freitagmittag gewann der Dax immerhin gut sieben Prozent. Im August war der Index allerdings um knapp 20 Prozent eingebrochen. Die jüngste Dax-Erholung ist für die Experten kein Grund, um Entwarnung zu geben. Von einem „Strohfeuer“ spricht Duwe. Seine Kollegen von der Landesbank Berlin sehen nur eine technische Erholung, „zumal zwar kleine Schritte zur Bekämpfung der Schuldenkrise unternommen wurden, die Vielzahl offener Punkte und politischer Hürden aber unverändert bestehen bleibt“. Die Analysten halten einen erneuten Rückfall in Richtung der Jahrestiefststände somit jederzeit für möglich.

Kommentare (27)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Pendler

16.09.2011, 18:05 Uhr

Totale Entspannung gibt es erst, wenn wir zu 100% in der Hand der Notenbanken sind. Noch spurt die USB nicht
kommt noch.

Und wenn alle im EU-Finanzministerium vereint sind,
ja dann ist FRIEDEN

Hohlspiegelchen

17.09.2011, 10:42 Uhr

Mal wieder toll getextet: "Die Erholung ist nur ein Strohfeuer, aber kein Flächenbrand." Muss ich jetzt froh sein, dass die Erholung nur ein Strohfeuer ist und sich nicht ausbreitet? Was würde Wolf Schneider, der Schutzpatron aller Journalisten, über diese Headline wohl sagen? Und wer kontrolliert hier beim angesehenen Handelsblatt eigentlich das, was mir als Nutzer angeboten wird?

Account gelöscht!

17.09.2011, 10:52 Uhr

Die Weltfinanz setzt die internationale Politik immer weiter unter Druck immer mehr Geld in den Kreislauf zu pumpen. Die Rechnungen der Finanzakrobaten kann schon lange nicht mehr aufgehen da schon heute die auf der Welt zirkulierende Geldmenge ein Vielfaches des in der Welt produzierten und deren Dienstleistung übersteigt. So wird das Platzen der einen Spekulationsblase von der Nächsten abgelöst. Die Politik wird dieser Forderung zwangsläufig, da sie ein Zusammenbruch des gesamten Finanzsystems befürchten und immer bestrebt ist das Unabdingbare abzuwenden (und es damit letztendlich nur noch viel schlimmer macht), nachgehen. So gesehen werden mittelfristig Finanztitel nicht kollabieren, sich wahrscheinlich noch kurz vor dem Totalkollaps in ungeahnte Höhen wachsen. Dieser Totalkollaps wird sich dann in Form einer Hyperinflation manifestieren. Und dann gibt es wirklich nur noch Verlierer.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×