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15.10.2011

10:27 Uhr

Dax-Ausblick

Anleger fassen wieder Mut

Der Dax kratzt an der 6000-Punkte-Marke. Aber große Sprünge sind in der neuen Woche nicht drin, meinen Expetern. Jetzt muss erst einmal die Politik liefern - sonst kann es an den Börsen ganz schnell wieder abwärts gehen.

Trotz aller Zuversicht - einen Höhenflug an Europas Börsen erwarten die Analysten kurzfristig nicht. dpa

Trotz aller Zuversicht - einen Höhenflug an Europas Börsen erwarten die Analysten kurzfristig nicht.

Frankfurt/DüsseldorfIn der neuen Woche werden die europäischen Aktienmärkte nach der Einschätzung von Experten wieder zaghaft nach oben tendieren. Die Kauflaune der Anleger, die in den vergangenen Tagen für eine Erholung des Dax sorgte, werde anhalten. „Ich blicke mit Zuversicht in die nächste Woche“, sagte Analyst Klaus Stabel von ICF. Der Dax habe sich stabilisiert. „Die Anleger sind der schlechten Nachrichten müde.“ Vorsichtigen Optimismus verbreitete auch Tobias Basse von der NordLB. „Ich gehe davon aus, dass der Dax sein gegenwärtiges Niveau verteidigen wird und die Tendenz sogar etwas nach oben gehen wird.“ In der zu Ende gehenden Woche hat der Leitindex rund fünf Prozent gewonnen; angesichts der Kursverluste von Juli bis September von über 30 Prozent ist das allerdings nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Immerhin kletterte der Dax zwischenzeitlich kurz über die psychologisch wichtige Marke von 6.000 Punkten.

Jörg Bohn, Chefstratege der Artus Direct Invest in Düsseldorf, spricht bereits von einer „angeboomten Stimmung“ beim Dax. In Verbindung mit der niedrigen Bewertung vieler Aktien mache das den Einstieg bei ausgewählten Titel attraktiv.

Trotz aller Zuversicht - einen Höhenflug an Europas Börsen erwarten die Analysten kurzfristig nicht. Dafür gebe es noch zu viele Risikofaktoren. Denn ausgestanden sind die Euro-Schuldenkrise mit Griechenland als dem großen Sorgenkind und die Probleme europäischer Banken wohl noch lange nicht.

Die Experten der Deutschen Zentral-Genossenschaftsbank DZ Bank AG bleiben weiterhin skeptisch. „Wir glauben nicht, dass sich die aus der Schuldenkrise resultierenden Risiken bereits deutlich verringert haben“, heißt es in ihrem Wochenausblick. „Sollten den Absichtserklärungen und dem spürbaren Problembewusstsein auf politischer Ebene nun nicht umgehend Taten folgen, so besteht nach unserer Einschätzung auch schnell das Risiko einer erneuten Enttäuschung.“ Sie raten deshalb trotz der günstigen Bewertung der Aktienmärkte noch nicht zu breiten Aufstockungen.

Auch bei der Landesbank Hessen-Thüringen ist man noch zurückhaltend: „Wir glauben nicht, dass Aktien und der Euro vor einem neuen Höhenflug stehen. Schließlich kann weder ein konjunktureller noch ein struktureller Befreiungsschlag erwartet werden“, heißt es im aktuellen Wochenausblick. „Ganz im Gegenteil: Die anstehenden Konjunkturindikatoren aus Deutschland (ZEW und ifo) werden erneut auf eine nachlassende Wirtschaftsaktivität hinweisen.“

Einer ähnlichen Meinung sind die Analysten der Commerzbank. Die Aussichten für die deutsche Wirtschaft im Winterhalbjahr hätten sich deutlich eingetrübt und ließen bestenfalls ein geringes Wachstum erwarten. Um die Abwärtsdynamik der Ertragserwartungen zu stoppen, sei eine nachhaltige Lösung der Staatsschuldenkrise erforderlich.

Kommentare (3)

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wir

14.10.2011, 14:04 Uhr

ja und wenn sie sich gut eingekauft haben
kommt das Messer.

Noch imemr sind wir voll im Bärenmarkt. Wer jetzt schon kauft, muss sich nicht wundern. soll doch Herr Ackermann anfangen.

Account gelöscht!

15.10.2011, 11:42 Uhr

.
Das Handelsblatt stellt sich gerne und häufig als Ideengeber für den Dummichel in Sachen Börse zur Verfügung.


Liebes Handelsblatt,
bitte nicht auch noch die Bereinigung der Leerkäufe und Leerverkäufe an den weltweiten Börsen als reale Umsätze darstellen. Das sieht zwar an der Kurstafel aus wie ein Umsatz, hat aber damit soviel gemein wie ein Hase mit Ostereiern.

Der Markt ist Blutleer, das sind alles Wetten auf einer Rennbahn, die mit Wirtschaft nichts mehr zu tun haben.
.

Account gelöscht!

15.10.2011, 14:15 Uhr

Die Überschrift passt nicht zum Inhalt des Artikels. Skeptische Einschätzungen bei der DZ Bank, bei der Landesbank Hessen-Thüringen und bei der Commerzbank, Warnungen bei Alcoa, enttäuschendes Ergebnis bei JP Morgan.
Angesichts dieser Situation sollte die Überschrift besser heißen "Eine Schwalbe macht noch keinen Frühling."

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