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19.08.2011

18:48 Uhr

Dax-Ausblick

Anleger fürchten weitere Hiobsbotschaften

Für den Dax entwickelt sich der August zu einem der schwärzesten Monate seiner Geschichte. Immer mehr Anleger flüchten aus Aktien - doch noch ist die Angst vor einer Rezession und der Schuldenkrise keineswegs gebannt.

Nichts für schwache Nerven: Nachdem sich der Dax zu Wochenbeginn stabilisieren konnte, ging es für den Leitindex ab Wochenmitte wieder rapide abwärts. Quelle: AFP

Nichts für schwache Nerven: Nachdem sich der Dax zu Wochenbeginn stabilisieren konnte, ging es für den Leitindex ab Wochenmitte wieder rapide abwärts.

Frankfurt, DüsseldorfKeine Zeit für Optimisten: Fast 25 Prozent hat der Dax allein im August an Wert verloren, und Experten sehen das Tal noch nicht erreicht. „Man stochert im Nebel, und das, was sich schemenhaft erkennen lässt, sieht entweder nach Abschwung oder nach Rezession aus“, begründet Aktienstratege Carsten Klude den tief sitzenden Pessimismus der Anleger. Voraussetzung für eine Trendwende seien Belege dafür, dass die hoch verschuldeten europäischen Staaten es schaffen, ihre Ausgaben drastisch zu senken und gleichzeitig ihre Wirtschaft anzukurbeln. Und es brauche konjunkturelle Hoffnung für die weltgrößte Volkswirtschaft USA.

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Die Angst geht um an der Börse. Sorgen um die Konjunktur lassen die Kurse reihenweise abstürzen. Wie außerdem der Rückzieher eines Frontmanns oder der Plan für eine neue Steuer wirkt, zeigen die Charts der Woche.

Noch ist davon nichts zu greifen, und Investoren warten gespannt, welche Signale die Einkaufsmanagerindizes aus der Eurozone (Dienstag), der ZEW-Index (Dienstag) und der Ifo-Index (Mittwoch) in den kommenden Tagen liefern werden. Für die Konjunktur der USA dürfte der Auftragseingang für langlebige Güter (Mittwoch) die aussagekräftigste Statistik werden. „Sollte der ein oder andere Konjunkturindikator positiv überraschen, dann kann der Markt sicherlich kurz einmal durchatmen. Eine nachhaltige Erholung brauchte aber einen echten konjunkturellen Lichtblick oder einen klugen Einfall der Politiker, von dem letztlich aber auch niemand weiß, wie der aussehen sollte“, sagt Klude.

Investoren stießen auch am Freitag ihre Aktien weiter ab. Der Dax schloss 2,2 Prozent im Minus bei 5.480 Zählern. Er hat damit auf Wochensicht 8,6 Prozent verloren. Der Monat August könnte für den 1988 eingeführten Leitindex zum schwärzesten seiner Geschichte werden. Dabei hatte es zu Beginn der Woche nach einer Stabilisierung der Aktienmärkte ausgesehen. Doch die Belastungsfaktoren gewannen schnell die Oberhand zurück und schickten die Indizes auf Talfahrt. Grund für die anhaltend schlechte Stimmung der Anleger ist die sich eintrübende Weltkonjunktur.

In der vergangenen Woche erhielten die globalen Konjunkturängste durch schwache Konjunkturdaten aus der Euro-Zone, hier insbesondere bei Deutschland und Frankreich, neue Nahrung. So wuchs die deutsche Wirtschaftsleistung zwischen April und Juni im Vergleich zum Vorquartal um gerade einmal 0,1 Prozent, in Frankreich stagnierte sie sogar. Zudem ließen Konjunkturnachrichten aus den USA neue Sorgenfalten aufkommen. Als wäre all dies nicht genug, bleibt auch die Lage in der europäischen Schuldenkrise angespannt. Der deutsch-französische Vorstoß von Bundeskanzlerin Merkel und Staatspräsident Sarkozy konnte den Märkten keine positiven Impulse geben. Besonders enttäuscht zeigten sich die Experten über die erteilte Absage an Eurobonds, die in der Fachwelt immer größere Akzeptanz gewinnen.

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Auch die kommenden Wochen versprechen turbulent zu werden: Experten sind sich einig, dass sich an den heftigen Schwankungen der Börsenindizes wenig ändern wird. Auch die günstigen Bewertungen am deutschen Aktienmarkt, die Analysten vor dem Crash gebetsmühlenartig wiederholt haben, taugen nicht mehr als Stimmungsaufheller. Sie beruhen auf den Gewinnschätzungen für die Unternehmen, die inzwischen unter massivem Abwärtsdruck stehen. Aktuell sehen die Marktauguren den Dax zum Jahresende im Durchschnitt bei 6.360 Punkten und somit deutlich unter der bisherigen Prognose von 7.560 Punkten.

Kommentare (3)

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19.08.2011, 20:06 Uhr

Warum stürzt der DAX deutlich stärker ab als der britische FTSE? Deutschland exportiert doch mehr nach China bzw. Asien als GB. Dagegen ist GB relativ stark mit den USA verflochten. So gesehen sollte Deutschland bessere Aussichten haben als GB. Anscheinend führen nicht nur Ängste zum niedrigeren DAX, sondern auch Gewinnmitnahmen, weil er zuvor so gut gelaufen ist.

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19.08.2011, 20:56 Uhr

Gerade lese ich, dass am jüngsten Dax Tief Privatanleger den MArkt "stürmten" (4x mehr Kauf- als Verkaufsorders). Damit ist die Sache klar: der Dax fällt weiter, denn die Privaten haben einen SL gesetzt der noch abgeholt wird. 4900 ist das Ziel

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20.08.2011, 10:54 Uhr

Wer auf Hiobsbotschaften hört, sollte sich einmal fragen was der Überbringer der Gleichen bezweckt. Tatsache ist dass die Europäischen Banken durch die EZB Deckung überhaupt kein Risiko darstellen. Kursabstürze sind nur der Leerverkäufe von Speekolatoren zu verdanken.

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