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08.04.2011

16:25 Uhr

Dax-Ausblick

Anleger hoffen auf US-Berichtssaison

Anleger haben die Krisen in Japan, Nordafrika und den EU-Schuldenstaaten beiseite geschoben. Der Dax klettert, doch Rückschläge sind jederzeit möglich. Für Schwung könnte die Bilanzsaison sorgen. Den Anfang macht Alcoa.

Blick auf Handelssaal der Frankfurter Börse. Quelle: dapd

Blick auf Handelssaal der Frankfurter Börse.

Frankfurt/DüsseldorfIn der zu Ende gehenden Woche hat der deutsche Leitindex 0,5 Prozent gewonnen. Am Freitag lag der Dax zum Schluss über 7.200 Punkten. Seit dem Einbruch in Reaktion auf die Katastrophe in Japan hat der Dax damit wieder gut elf Prozent gewonnen und die vorangegangenen Verluste mehr als ausgeglichen. „Die Euphorie der Märkte erscheint grausam angesichts der menschlichen Tragödie in Japan“, schreiben die Analysten von Silvia Quandt.

„Außerdem besteht die Gefahr, dass die Märkte die Möglichkeit einer nuklearen Verseuchung und der Auswirkung auf die Weltwirtschaft unterschätzen.“ Auch die Lage im arabischen Raum müsse im Auge behalten werden, mahnen Börsianer. „Sollte sich abzeichnen, dass sich die Kämpfe in Libyen verschlimmern oder auf Saudi-Arabien oder den Iran übergreifen, dann wird es auch an den Finanzmärkten sehr schnell wieder nach unten gehen“, sagt Volkswirt Matthias Thiel von MM Warburg.

Der Startschuss für die US-Berichtssaison könnte den Dax in der neuen Woche zu einem neuen Spurt ansetzen lassen. „Die Bilanzen für das erste Quartal dürften sehr ordentlich ausfallen, und ich gehe davon aus, dass gute Zahlen am Markt auch honoriert werden“, sagt Aktienstratege Jörg Rahn von Marcard Stein & Co. Am Montag legt traditionell der Aluminiumhersteller Alcoa als erster großer US-Konzern sein Zahlenwerk vor, am Mittwoch folgt das Bankhaus JP Morgan Chase, am Donnerstag Google und am Freitag die Bank of America/Merrill Lynch.

Auch Thiel geht von „sehr guten Zahlen“ für das Auftaktquartal aus. Er rät dazu, in den kommenden Wochen vor allem auf die Aussagen zur weiteren Geschäftsentwicklung zu achten. „Die große Unbekannte ist, wie sehr sich das Erdbeben in Japan auf die Unternehmen auswirkt. Das lässt sich sehr schwer einschätzen“, so Thiel. „Spannend wird auch, wie sehr das teure Öl den Konzernen zu schaffen macht. Die Frage ist, ob sie den Preisanstieg an ihre Kunden weitergeben können, oder ob die Gewinnmargen darunter leiden.“ 

In Europa bleibt es rund um die Bankenstresstests spannend. In den nächsten Tagen müssen die Institute ihre Unterlagen bei den Aufsichtsbehörden abliefern. Die Erwartungen der Börsianer sind verhalten. „Beim letzten Bankenstresstest waren die Ergebnisse ja nicht besonders aussagekräftig“, sagt Rahn. „Diesmal heißt es zwar, dass die Tests strenger sind. Aber letzten Endes liegt es auch nicht im Sinne der politischen Entscheider, neue Unsicherheit in den Markt zu bringen.“ Die Volatilität bei Bankwerten dürfte auf jeden Fall hoch bleiben. 

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