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07.09.2013

10:34 Uhr

Dax-Ausblick

Anleger müssen entscheiden, was ihnen wichtig ist

Auf der einen Seite ist es der Syrien-Konflikt, auf der anderen die Fed: Die Anleger müssen sich in der kommenden Woche entscheiden, wonach sie sich orientieren. Für die Experten gilt indes nur eins: Der Blick nach vorn.

Händler in Frankfurt: In der nächsten Woche schauen die Börsianer gespannt auf die Fed, die sich am Mittwoch über ihre Geldpolitik berät. dapd

Händler in Frankfurt: In der nächsten Woche schauen die Börsianer gespannt auf die Fed, die sich am Mittwoch über ihre Geldpolitik berät.

FrankfurtDrei Themen beherrschen die Börsen derzeit: Das Anleihekaufprogramm der Fed, das Weltwirtschaftswachstum und der mögliche Syrien-Konflikt. Was für Auswirkungen es auf die Börsen hat, wenn alle Themen gleichzeitig auf die Märkte einwirken, hat der letzte Tag der vergangenen Handelswoche gezeigt. Ein wildes Auf und Ab, an dessen Ende noch mehr Ratlosigkeit herrschte als zu Handelsbeginn.

Auch die kommende Handelswoche wird beherrscht sein von diesen Themen. Die Experten bemühen sich in der komplizierten Marktlage um Optimismus. „Zwar bleibt der von der US-Regierung geplante Militärschlag gegen das syrische Regime weiterhin ein potenzieller Risikofaktor“, schreiben die Analysten der Landesbank Berlin in einem Kommentar. „Allerdings dürfte diesem nicht das Gewicht zukommen, um das sich verbessernde Konjunkturumfeld entscheidend infrage zu stellen.“ Ihre Kollegen von MM Warburg äußern sich ähnlich und raten, Aktien innerhalb des Depots überzugewichten.

Aber nicht nur Dax und Dow Jones hätten gute Chancen, ihr Plus von 1,5 und ein Prozent der alten Woche auszubauen, betonen die Experten der HSH Nordbank. Wegen der zu erwarteten positiven US-Konjunkturdaten werde auch der Dollar weiter aufwerten. Die Weltleitwährung profitiere vor dem Hintergrund der Syrien-Krise zudem von ihrem Status als „sicherer Anlagehafen“. Die HSH-Analysten sagen für die neue Woche einen Euro-Kurs zwischen 1,3000 und 1,3250 Dollar voraus.

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Langfristig dürfte die Syrien-Problematik kaum eine Rolle spielen. Dafür dürfte die Federal Reserve wieder in den Fokus rücken. Viele Händler gehen davon aus, dass die Notenbank ihr Anleihekaufprogramm bereits im September drosseln könnte. Für ihre Ansicht sprechen vor allem die wieder anziehenden US-Konjunkturdaten, die die Zinsen auf US-Treasuries als auch auf Bundesanleihen steigen lassen. Die Rendite für zehnjährige deutsche Staatspapiere stiegen sogar auf über zwei Prozent.

Die Aktienmärkte konnten mit dieser Entwicklung nicht mithalten. Der Dax schaffte lediglich ein Wochenplus von 0,5 Prozent. Vielfach sind die starken Wirtschaftsdaten im Euro-Raum und in den USA schon eskomptiert.

Auf der anderen Seite schüren schwache US-Arbeitsmarktdaten Spekulationen, die Fed könne ihr Anleihekaufprogramm doch noch verschieben. Statt der erwarten 172.500 bis 210.000 Stellen wurden im August nur 169.000 Arbeitsplätze geschaffen. Erschwerend kommt hinzu, dass die Juli-Zahlen um 58.000 Stellen nach unten revidiert werden mussten. Einige Experten halten eine Verringerung der Anleihekäufe nun erst im November für realistisch.

Kommentare (3)

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Passion_to_Perform

07.09.2013, 10:55 Uhr

Ein Vorschlag, um das o.g. Entscheidungsdilemma zu lösen, wäre doch einen Militärschlag auf die FED durchzuführen. Dort werden nachweislich Massenvernichtungswaffen eingesetzt (ganze Generationen werden weltweit unter der aktuellen Geldpolitik leiden) und wahrscheinlich würde die UN wohl auch schneller ein Mandat dafür geben. Schönes Wochenende!

Account gelöscht!

07.09.2013, 12:18 Uhr

'Der Blick nach vorn zählt'! Ein super Satz in der Einleitung.

Nach vorne schaut ja wohl jeder. Was er sieht ist aber abhängig von der Richtung. Das klingt etwa so, auf gehts - egal wohin - Hauptsache vorwärts. Man könnte auch sagen, nicht denken nur laufen. Irgendwie hirnlos. Eine Krankheit unserer Zeit: immer machen, nur nicht denken!

Account gelöscht!

08.09.2013, 08:42 Uhr

Letztes Jahr die fiscal cliff nun das Auslaufen der Anleihekäufe - trotzdem sollen in diesem Zeitraum einige Börianer ihren Schnitt gemacht haben, sehr gut sogar.
Bitte mal die Glaskugel (Syrien, Aufkäufe)beiseite legen und gründlich recherchieren, liebes HB. Wie immer kommt es bei Aktien, Anleihen etc. auf Qualität und das "Besondere" an. Warum steigen bspw. IFX oder Conti gnadenlos durch? Die Story zu Lanxess habt ihr auch verpasst, nur ein schnöder Kommentar zur Neuausrichtung.

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