Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

14.01.2017

10:30 Uhr

Dax-Ausblick

Anleger müssen sich warm anziehen

VonJessica Schwarzer

Nicht nur das Wetter sorgt dafür, dass es ungemütlich wird. Auch auf dem Börsenparkett könnte sich was zusammenbrauen. Großer Unsicherheitsfaktor ist der künftige US-Präsident. Aber auch die EZB könnte für Unruhe sorgen.

Auch an der Börse könnte es ungemütlich werden. dpa

Schneetreiben auf einer Landstraße

Auch an der Börse könnte es ungemütlich werden.

DüsseldorfDie vergangene Woche war ein kleiner Vorgeschmack darauf, was Anleger in den kommenden Wochen blüht. Kapitalmarktexperten rechnen mit schwankenden Kursen, da der künftige US-Präsident Donald Trump, der am Freitag vereidigt wird, ein Unsicherheitsfaktor bleibt. „Wir müssen uns daran gewöhnen, dass Trump im Umgang mit den Medien aktiver als Barack Obama ist, was zu volatilen Kurse führen kann“, sagt Tobias Basse, Anlagestratege bei der NordLB. Übersetzt heißt das: Anleger müssen sich in der kommenden Woche warm anziehen.

Robert Halver, Leiter Kapitalmarktanalyse der Baader Bank rechnet gar mit einem unruhigen ersten Quartal. Auch er sieht Trump als einen der Hauptauslöser größerer Turbulenzen. „Seine Polit-Agenda ist immer noch unausgegoren und lädt zu Kursschwankungen förmlich ein“, so Halver. Auch Robert Greil sieht Trump in den kommenden Tagen im Mittelpunkt des Börsengeschehens: „Spannend wird, was Donald Trump am 20. Januar konkret ankündigt – die Finanzmärkte werden umgehend darauf reagieren“, ist Experte von Merck Finck überzeugt.

Das Geldvermögen privater Haushalte

Vermögen privater Haushalte

Nach vorläufigen Berechnungen der DZ Bank dürfte die Geldvermögensbestände der privaten Haushalte in Deutschland 2016 um rund 230 Milliarden Euro auf 5,7 Billionen Euro gestiegen sein.

Quelle: DZ Bank

Vermögenszuwachs

Damit ist das Geldvermögen der Deutschen um 4,1 Prozent gestiegen. Im Jahr zuvor waren es noch 4,8 Prozent. Dieser Trend dürfte anhalten.

Sparquote

Die Sparquote dürfte 2016 auf 9,8 Prozent gestiegen sein.

Sachvermögen

Die Sachvermögensbildung in Immobilien gewinnt im Vergleich zur Geldvermögensbildung an Bedeutung. Investments in Aktien und Aktienfonds bleiben gering.

Ausblick

Die DZ Bank rechnet mit einem weiter abgeschwächten Wachstum der Geldvermögensbestände der privaten Haushalte in Deutschland von 3,8 Prozent auf knapp sechs Billionen Euro bis Ende 2017.

Schon vor seiner Amtseinführung hat Trump die Märkte ordentlich durchgerüttelt. Nach seiner Wahl im November setzten die Anleger auf einen Wirtschaftsboom in den USA: Die Börsenkurse stiegen. Nach seiner jüngsten Pressekonferenz am vergangenen Mittwoch dann die Ernüchterung: Investoren vermissten Details zu seinem Wirtschaftsprogramm. Aussagen Trumps zu einzelnen Branchen sorgten ebenfalls für Aufregung, etwa in der Pharmabranche, die Angst vor Ertragseinbußen hat, oder bei den Autokonzernen.

Entsprechend verhalten reagieren die Märkte. Die noch im Dezember herrschende Euphorie ist verflogen, die Unsicherheit ist groß. In der vergangenen Woche ist der Dax kaum von der Stelle gekommen. Seit Jahresanfang kommt er auf ein mageres Plus von einem Prozent. Auch an der Wall Street ist nicht viel passiert, der Dow Jones hat leicht nachgegeben. Mit dem Sprung über die 20.000 Punkte wurde es wieder nichts.

Der US-Leitindex hadert schon seit Wochen mit dieser psychologisch wichtigen Marke, prallt aber immer wieder an ihr ab. „Der Spielraum für positive Überraschungen ist nicht mehr so groß“, gibt Aktienexperte Basse wenig optimistisch. Rücksetzer sind nicht ausgeschlossen. „Bei Gelegenheit nehmen Anleger vielleicht auch mal Gewinne mit.“

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×