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24.11.2012

08:28 Uhr

Dax-Ausblick

Anlegern steht ein heißer Ritt bevor

Griechenland bleibt die größte Sorge der Investoren. Scheitern am Montag die Verhandlungen, wäre die Enttäuschung groß. Doch auch aus den USA droht Ungemach. Denn der Haushaltsstreit hält weiter an.

Die Dax-Tafel in Frankfurt. Anleger schauen besorgt auf die Verhandlungen um Griechenland. Reuters

Die Dax-Tafel in Frankfurt. Anleger schauen besorgt auf die Verhandlungen um Griechenland.

DüsseldorfDie Finanzminister folgen allen Regeln der griechischen Dramaturgie und vertagten ihre Entscheidung bezüglich der Griechenland-Hilfen, nach Aristoteles der sogenannte retardierende Moment. Investoren bangen deshalb der neuen Woche entgegen. Vor allem die Frage, ob Griechenland nach wochenlangen Verhandlungen endlich mit der Auszahlung der nächsten Hilfsgelder rechnen kann, dürfte die Gemüter bewegen.

„Die Hängepartie treibt den Anlegern tiefe Sorgenfalten auf die Stirn“, sagte ein Händler. Robert Halver von der Baader Bank vergleicht die Aufgabe der Finanzminister mit der Quadratur des Kreises: „Die Griechen werden ihre Schulden nie aus eigener Kraft zurückzahlen.“, schreibt er in seiner Wochenkolumne. Wolfgang Duwe, Aktienstratege bei der Bremer Landesbank, sieht den Dax in den kommenden Handelstagen wieder in Richtung 7000 Punkte fallen.

Auf Wochensicht hat der Dax ein Plus von mehr als vier Prozent geschafft. Erste Fortschritte im US-Haushaltsstreit und ermutigende chinesische Konjunkturdaten hatten die Investoren zuletzt zuversichtlich gestimmt.

Chronologie der Krise - das Jahr 2012

13. Januar

Frankreich und Österreich verlieren Top-Bonität bei S&P.

22. Februar

S&P stuft Griechenland-Rating auf „selektiver Zahlungsausfall“ herab.

9. Juni

Spanien bittet um Hilfe für angeschlagenen Bankensektor.

14. Juni

Renditen zehnjähriger spanischer Staatsanleihen liegen über sieben Prozent.

5. Juli

EZB senkt Leitzins auf Rekordtief von 0,75 Prozent.

26. Juli

EZB-Präsident Mario Draghi sagt, er werde alles tun, um den Euro zu retten.

6. September

Draghi kündigt unbegrenzte EZB-Käufe von kurzlaufenden Staatspapieren von Euro-Staaten an.

Ohne Hellas-Einigung könnte ein Absturz drohen

Am Montag wird jedoch Sorgenkind Griechenland wieder ins Rampenlicht rücken. Dann kommen die Euro-Finanzminister in Brüssel zusammen, um erneut über die Freigabe der Milliardenkredite an das hoch verschuldete Land zu verhandeln. Streitpunkt ist, ob Athen beim Abbau seiner Schulden mehr Zeit bekommen und wer in diesem Fall die entstehende Finanzlücke schließen soll. In der Nacht zum Mittwoch hatten die Politiker die Gespräche über ein Maßnahmenpaket ergebnislos abgebrochen.

Sollte es am Montag kein positives Ergebnis geben, wäre die Enttäuschung enorm, schreibt Commerzbank-Analystin Thu Lan Nguyen in einem Kommentar. „Schließlich dürfte der Markt bereits zum Großteil eine Einigung eingepreist haben.“

Robert Halver von der Baader Bank sieht die Finanzminister vor einer unlösbaren Aufgabe. Griechenland könne ohne Schuldenschnitt nicht saniert werden. Die Krisenpolitik würde nur die Symptome bekämpfen, nicht das eigentliche Problem. „Das Ganze kommt mir vor wie beim Heizen im Winter. Die Bude kann nicht warm werden, wenn die Fenster sperrangelweit aufstehen.“

Kommentare (13)

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Rechner

24.11.2012, 09:58 Uhr

Wir sollten Griechenland endlich ein Aufbauprogramm finanzieren. Dies finanziert zwar das Leistungsbilanzdefizit, die griechische Wirtschaft könnte sich dann aber langsam anpassen. Die Griechen sollten wir nicht fallen lassen. Aber nicht wegen den Garantien, welche geflossen sind. Das sind nur Buchverluste. Diese schreibt man auf dem Papier ab. Das tut niemandem weh.

staun

24.11.2012, 13:04 Uhr

Das Geld war ja auch nie für Griechenland gedacht sondern für Großbanken, hauptsächlich französische, die sonst lichterloh gebrannt hätten.
Anfang 2012 war der "Big Greek" der absolute Heuler. Am 15.02.12 war eine 14,5 Mrd. € Anleihe fällig, der Kurs war bei ~32.
Nun es haben viele Leute diese Anleihe gekauft, am 15.2. bekamen die dann 100 für 32! Der Renditerechner von Onvista war bereits ausgestiegen, aber 200% Gewinn bei einer Haltefrist von wenigen Tagen, das kann man schon mitnehmen! Und so ging bis jetzt immer, Griechenland hatte das Geld immer nur ein paar Tage dann war es wieder ausser Landes.
Substantielle Hilfe für Griechenland ist und war Fehlanzeige. Bei diesen Helfern auch kein Wunder.
Ein Schuldenschnitt ist überfällig, Schäuble muß zum Barbier, einmal zum Haareschneiden und Rasieren.

Blabla

24.11.2012, 15:54 Uhr

Genau, weil Aufbauprogramme und staatlicher Konsum ja bisher auch so vorzüglich funktioniert haben. Am Ende kommt schon einer und bezahlt die entstandenen Schulden... erst freiwillig, dann unfreiwillig und dann...

Es müssen endlich Lösungen gefunden werden und keine Verschleppungen. Griechenland ist mit einer starken Währung kaum zu retten.

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