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25.03.2011

16:11 Uhr

Dax-Ausblick

Augen zu und durch

Der deutsche Leitindex hat in der vergangenen Woche vier Prozent zugelegt, Anleger haben die Krisen ein stückweit ausgeblendet. Das birgt die Gefahr von Rücksetzern. Rückenwind erhoffen sich die Anleger von US-Daten.

Die Dax-Kurve zeigt wieder nach oben. Quelle: Reuters

Die Dax-Kurve zeigt wieder nach oben.

Frankfurt/DüsseldorfTrotz Libyen und Japan schafft der Dax ein Wochenplus. Nun drohen Rückschläge.

Fast könnte man dieser Tage den Eindruck gewinnen, die vielen Krisen überforderten die Investoren. Zur Erinnerung: Japan kämpft verzweifelt gegen den atomaren GAU, in Libyen lässt ein Diktator auf sein Volk schießen, die portugiesischen Schuldenprobleme sind nach wie vor nicht gelöst. Dennoch hat der Dax in der ablaufenden Woche der Unsicherheit an den Märkten getrotzt - und gut vier Prozent an Wert gewonnen. Die Schwelle von 7.000 Punkten ist nicht mehr weit, und Experten prognostizieren, dass sie in den nächsten Tagen wieder überschritten wird. Damit wäre der Leitindex in etwa wieder da, wo er vor dem Japan-Beben war.

„Es sieht wirklich so aus, als sei der Aktienmarkt im Moment sehr krisenresistent“, sagt Stratege Carsten Klude von MM Warburg. „Viele Anleger denken offenbar, die Weltwirtschaft wächst robust genug, um das alles abfedern zu können.“ Verfügbare Daten gäben den Investoren bislang auch recht. So könnte die globale Wachstumslokomotive zwar etwas ins Rucken geraten, nennenswert an Fahrt verlieren werde sie aber voraussichtlich nicht. „Natürlich lässt sich die Situation in Japan nach wie vor schwer beurteilen, aber zumindest entsteht im Moment der Eindruck, sie spitzt sich nicht weiter zu“, so Klude. Die Krise in Libyen sei durch den Einsatz der Alliierten adressiert. Dennoch bleibt Vorsicht angebracht, warnen unter anderem die Strategen der Landesbank Berlin. Sollte sich die Lage in Japan oder die im Nahen Osten verschärfen, könnten panikartige Reaktionen die Aktienmärkte schnell wieder nach unten reißen.

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Brisant dürfte auch die Lage in der Euro-Peripherie bleiben: In der vergangenen Woche haben irische und portugiesische Renditen neue Höchststände erreicht. Zudem hat der Rücktritt von Portugals Ministerpräsident Socrates das Land näher an den Rettungsschirm geführt. Müsste sich Portugal in den kommenden Jahren zu den gegenwärtigen Konditionen über den Kapitalmarkt refinanzieren, würde die Zinslast stark zunehmen. Denn Portugal braucht alleine in den nächsten beiden Jahren 80 Milliarden Euro. Doch es gibt auch Lichtblicke: Die Analysten von MM Warburg sind überzeugt, dass sich die gute konjunkturelle Lage in den europäischen Kernländern positiv auf die PIGS-Staaten Portugal, Irland, Griechenland und Spanien auswirken werde. Erste Anzeichen für eine sich abzeichnende Erholung seien gestiegene Auftragseingänge sowie Erfolge bei den Exporten. Sollte sich der Trend in den kommenden Monaten fortsetzen, könnte die Schuldenkrise nach Meinung der Analysten nach und nach in den Hintergrund treten.

Auch die Beschlüsse auf dem EU-Gipfel der Staats- und Regierungschefs könnten dazu beitragen, dass die Perspektiven für die Peripheriestaaten mit Haushaltsproblemen besser abschätzbar sind. Nach Meinung der Experten von MM Warburg ist dies eine wesentliche Voraussetzung dafür, dass die Risikoaufschläge nicht noch weiter ansteigen und die Schuldenkrise an Schrecken verliert. In der Nacht zum Freitag haben sich die Regierungschefs in Brüssel auf einen dauerhaften Krisenmechanismus, einen verschärften Stabilitätspakt sowie Reformversprechen zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit geeinigt. Zudem werden die Eigenkapital-Einzahlungen auf Wunsch Deutschlands auf mehrere Jahre verteilt.

Kommentare (1)

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Silberstein

26.03.2011, 17:08 Uhr

Seltsam bei n-tv in der Telebörse steht so ziemlich das gleiche in der DAX-Vorschau. Wer hat hier bei wem abgeschrieben? Und zwar stellenweise wortwörtlich.

Wo ist die Überschneidung zwischen n-tv und dem Handelsblatt?
Derselbe Journalist?

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