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22.08.2015

12:28 Uhr

Dax-Ausblick

Bedrohung aus Fernost

VonReiner Reichel

Neue Daten aus China zeigen deutlich: Die Konjunktur wird schwach. In Ostasien eskaliert der Konflikt zwischen Nord- und Südkorea. Nun fürchten Deutschlands Börsianer, die Dax-Marke von 10.000 Punkten könnte reißen.

Der Drache brüllt: Chinas Abschwung zieht die Märkte weltweit in den Abgrund. Imago

Chinesischer Drache

Der Drache brüllt: Chinas Abschwung zieht die Märkte weltweit in den Abgrund.

DüsseldorfSchlechter hätten die Vorzeichen für die europäischen Börsen am Freitagmorgen kaum sein können. Chinas wichtiges Börsenbarometer, der Shanghai-Composite-Index war in der Nacht um 4,2 Prozent eingebrochen. Der Nikkei, das Pendant im Nachbarland Japan, gab - davon gezeichnet – um knapp drei Prozent nach.

Kein Wunder, reißen die schlechten Nachrichten aus China auch nicht ab. Der Einkaufsmanagerindex für die verarbeitende Industrie des Wirtschaftsmagazins „Caixin“ ging im August auf 47,1 Punkte zurück. Analysten hatten mit einem Wert von 48,2 gerechnet.

Als ob dies nicht genug wäre, verunsicherte auch noch Nordkoreas berüchtigter und unberechenbarer Diktator Kim Jong-Un Südostasien, indem er seine Armee an die Waffen rief. Später, als es dort schon lange dunkel und hier der Börsenhandel voll im Gang war, wurde bekannt, dass er Südkorea mit Beschuss droht für den Fall, dass das Land seine Propaganda-Durchsagen an der Grenze nicht einstellt.

Deutsche Aktien: In diesen Dax-Aktien steckt am meisten China

Deutsche Aktien

In diesen Dax-Aktien steckt am meisten China

Chinas Wirtschaft schwächelt. Das könnte auch Deutschlands Konzerne treffen. Ein Unternehmen liegt in China vorn.

Und so kam es, wie es kommen musste: Der Deutsche Aktienindex (Dax) rutschte um fast drei Prozent auf 10.124 Punkte ab. Ähnliche Verluste erlitt das europäische Börsenbarometer Euro Stoxx 50. Der Index schloss den Freitag mit 3.254 Punkten, was ein Minus von ebenfalls knapp drei Prozent bedeutet. Ob sich die Lage am Grenzstreifen zwischen Nord- und Südkorea wieder beruhigt und wieviel Unruhe eine weitere Eskalation in der kommenden Woche in die Märkte bringen würde, ist schwer einzuschätzen.

Chinas Wirtschaft sendet dagegen ein klares Zeichen: weniger Wachstum. Die Geschäfte der chinesischen Industrie geben laut Umfragen im Land im August so stark nach wie seit sechseinhalb Jahren nicht mehr. „Die Zahl reiht sich ein in eine lange Kette von Enttäuschungen, die uns in den vergangenen Wochen aus dem Land erreicht haben, das noch vor wenigen Monaten als der große Hoffnungsträger für die weltkonjunkturelle Entwicklung galt“, erklärten die Analysten der Metzler Bank gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters.

Die Deutschen und Aktien

Spekulationsobjekt

Eine aktuelle Studie der Direktbanken zeigt, dass Aktien von Privatanlegern weiterhin als extrem risikobehaftet wahrgenommen werden. Für 46 Prozent der Befragten ist die Aktie ein „rein spekulatives“ Anlageinstrument.

Quelle: „Aktion pro Aktie “

Geldanlage für Reiche

Eine Aktie ist für über die Hälfte der befragten Personen nur etwas für vermögende Investoren. 51 Prozent sind der Auffassung, dass eine Aktieninvestition nur für reiche Personen lukrativ ist.

Sicherheitsorientiert

Wenn sich deutsche Anleger für eine Investition in Aktien entscheiden, legen sie weiterhin den Fokus auf Sicherheit. 71 Prozent investieren konservativ und sicherheitsorientiert in Aktien.

Langfristige Wertsteigerung

Aktienkäufer in Deutschland lassen sich nicht von dem täglichen Auf-und Ab an den Märkten verführen. Sie hoffen auf eine langfristige Wertsteigerung. Die Studienergebnisse zeigen, dass 74 Prozent der Probanden höchstens zweimal im Jahr handeln.

Und weil sich die Weltwirtschaft so schön darauf eingerichtet hatte, dass die Konjunktur in Asiens größter Volkswirtschaft brummt, wird es auch etwas länger dauern, bis man sich mit der neuen Situation angefreundet hat. Das gilt ganz besonders für die Autobauer – und unter ihnen ganz besonders für VW.

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