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16.05.2015

08:36 Uhr

Dax-Ausblick

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Die Aktienkurse schwanken stark - und das dürfte auch in der kommenden Woche so weiter gehen. Achten werden Anleger dabei auf die Entwicklung des Euros und der Bundesanleihen - und auf die vielen Hauptversammlungen.

Auf die Anleger wartet eine spannende Börsenwoche. dpa

Auf die Anleger wartet eine spannende Börsenwoche.

FrankfurtSo gute Nerven wie derzeit haben Anleger an den Aktienmärkten schon lange nicht mehr gebraucht. Der Dax schwankt massiv – Tagesausschläge von 200 Punkten sind keine Seltenheit mehr. Unter dem Strich verlor der Dax dabei in der vergangenen Woche 2,2 Prozent und notierte zuletzt bei 11.447 Punkten. Seit seinem Allzeithoch von von 12.391 Punkten ist der deutsche Leitindex zwischenzeitlich sogar noch stärker, nämlich um 9,9 Prozent eingebrochen.
Und auch in der kommenden Woche müssen sich Anleger auf turbulente Zeiten einstellen. „Noch immer ist der Dax auf Richtungssuche. Die deutlichen Kursausschläge in beide Richtungen machen dies deutlich“, warnt Christian Schmidt, charttechnisch orientierter Analyst bei der Helaba.

Fakten rund um den Dax

Die Anfänge

Der Dax führt den Index der „Börsen-Zeitung” fort. Basis der Indexberechnung ist der 30. Dezember 1987 mit einem Wert von 1.000 Punkten. Die historische Zeitreihe reicht bis 1959 zurück.

Wer ist gelistet?

Im Dax sind die Aktien der 30 größten und umsatzstärksten deutschen Unternehmen an der Frankfurter Wertpapierbörse enthalten.

Wie wird der Dax berechnet?

Der Index wird sekündlich auf Basis der Xetra-Kurse von 9.00 bis 17.30 Uhr berechnet und ist ein Performance-Index. Damit unterscheidet er sich vom Dow-Jones-Index für die US-Standardwerte, in dem die Aktien nicht gewichtet sind.

Wonach werden die Aktien gewichtet?

Das Gewicht einer Aktie bemisst sich nach dem Anteil an der gesamten Kapitalisierung der im Index enthaltenen Werte.

Was entscheidet über die Aufnahme in den Dax?

Wichtigstes Kriterium für die Dax-Aufnahme sind der Wert des Unternehmens an der Börse (Marktkapitalisierung) und der Börsenumsatz. Jeweils zu Monatsbeginn erstellt die Börse nach diesen Kriterien eine Rangliste, die dem Arbeitskreis Aktienindizes als Entscheidungsgrundlage bei der Überprüfung des Index dient. Daneben werden unter anderem auch der Streubesitz oder die Sektorenzugehörigkeit berücksichtigt.

Wie beeinflussen Dividenden den Index?

Bei Dividenden- oder Bonuszahlungen wird die Indexberechnung um den Betrag der Barausschüttung korrigiert. Ähnliches gilt bei Kapitalmaßnahmen.

Wer bestimmt über den Dax?

Die Zusammensetzung des Dax wird einmal jährlich im September vom Arbeitskreis Aktienindizes überprüft. Diesem gehören die Deutsche Börse und Banken aus dem In- und Ausland an. Der Arbeitskreis tagt aber vier Mal im Jahr: im März, Juni, September und Dezember.

Das Zünglein an der Waage dürfte dabei nach Ansicht von vielen Analysten der Euro sein. Vor allem die jüngste Euro -Rally auf zuletzt über 1,14 Dollar trieb, macht dem exportstarken deutschen Leitindex zu schaffen. „Es wird sich erst noch zeigen müssen, wie viel Euro-Aufwertung die Dax-Anleger vertragen können“, sagt Andreas Paciorek von CMC Markets.

In den vergangenen beiden Wochen hat der Euro mehr als zwei Cent zum Dollar zugelegt.„Es lässt einen doch erstaunen, welche Kräfte der eigentlich schon längst abgeschriebene Euro entwickeln kann, bei dessen Zukunftsperspektive sich noch unlängst die Paritätsprognostiker die Klinke in die Hand gegeben haben“, meinen die Experten der DZ Bank. Gründe für den Verfall des Dollars waren eine Reihe schwächerer Konjunkturdaten aus den USA. Dazu gehörten das größere Handelsbilanzdefizit, enttäuschende Einzelhandelsumsätze und am Freitag die erneut gesunkene Industrieproduktion.

Deshalb stehen in der kommenden Woche US-Daten wie die vom US-Immobilienmarkt am Dienstag, die US-Verbraucherpreise, der Konjunkturindex der Notenbank von Philadelphia (Donnerstag) und die Verbraucherpreise (Freitag) besonders im Fokus der Anleger. Wichtig ist zudem das Protokoll der Sitzung des geldmarktpolitischen Ausschusses der US-Notenbank am Mittwoch.

Unter dem gestiegenen Euro leiden besonders die exportorientierten Unternehmen, von denen es gerade in Deutschland viele gibt. „Mit fallendem Euro stellt sich der europäische und insbesondere der deutsche Aktienmarkt als Verlierer heraus“, meint deshalb auch Olaf Stotz, Professor an der Frankfurt School of Finance & Management: Die Triebkraft der Wechselkurse sollte noch eine Weile anhalten, meint Stotz. „Diese sind jedoch nur schwer einzuschätzen, und deshalb sollten Anleger weiter vorsichtig agieren.“

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