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20.06.2015

16:20 Uhr

Dax-Ausblick

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VonAndrea Cünnen

Ein Schritt vor, zwei zurück. An den Börsen geht es holprig zu. Die Griechenland-Sorgen werden Börsianer auch in dieser Woche im Bann halten. Experten sehen bei weiteren Rückschlägen aber schon wieder Einstiegschancen.

Börse am Mittag

Historisches Nasdaq-Hoch treibt den Dax

Börse am Mittag: Historisches Nasdaq-Hoch treibt den Dax

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FrankfurtEins steht jetzt schon fest: Einfach wird die kommende Woche für Anleger an den Aktienmärkten nicht. Der drohende griechische Staatsbankrott zieht die Börsen zunehmend in den Bann. In dieser Woche verlor der Deutsche Aktienindex (Dax) zwar unter dem Strich nur 1,4 Prozent und schloss bei 11.040 Punkten. Doch die Schwankungen sind groß. Am vergangenen Donnerstag zum Beispiel lag der Dax lange Zeit im Minus und drehte erst nach positiven US-Konjunkturdaten ins Plus. Am Freitag war es umgekehrt. Anleger ließen die Griechenland-Krise erst links liegen, doch dann überwog die Skepsis, und der Dax verlor 0,5 Prozent.

Dennoch sind Investoren von einer Panik weit entfernt, obwohl ein „Zahlungsausfall Griechenlands in den nächsten Wochen einzukalkulieren ist“, wie Manfred Bucher, Aktienstratege bei der BayernLB betont. Bei der aktuellen Fondsmanagerumfrage der Bank of America Merrill Lynch gaben satte 42 Prozent der Befragten an, dass sie mit einem Zahlungsausfall Griechenlands rechnen – allerdings ohne, dass Griechenland die Euro-Zone verlässt. Dies deutet laut Bucher darauf hin, dass ein derartiges Szenario schon zu einem guten Teil in den aktuellen Kursen eingepreist ist.

Der Werkzeugkasten der EZB

Oberstes Ziel: Preisstabilität

Die Europäische Zentralbank (EZB) soll die Preisstabilität im Euroraum wahren. Sie soll auch die Wirtschaftspolitik unterstützen, wenn das Ziel stabiler Preise nicht beeinträchtigt wird. Ein Blick in den Werkzeugkasten der Notenbank:

Strafzinsen

Parken Banken Geld bei der EZB, müssen sie dafür inzwischen Zinsen zahlen. Das soll die Kreditvergabe ankurbeln.

Geldspritzen

Ende 2011/Anfang 2012 unterstützte die EZB Banken mit Notkrediten (LTRO) im Volumen von einer Billion Euro. Die Kredite wurden zu Mini-Zinsen und für drei Jahre gewährt. 2014 folgten weitere Notkredite, allerdings in deutlich geringerem Umfang.

Kauf von Kreditpaketen

Seit Herbst 2014 kauft die EZB Pfandbriefe (Covered Bonds) und gebündelte Kreditverbriefungen (ABS). Das soll Geschäftsbanken Freiräume zur Vergabe von Krediten verschaffen.

Weniger Zinsentscheidungen

Seit diesem Jahr werden geldpolitische Entscheidungen nicht mehr alle vier Wochen, sondern nur noch alle sechs Wochen verkündet. Die EZB will Erwartungen an den Finanzmärkten eindämmen und ihren Maßnahmen mehr Zeit zur Entfaltung geben.

Staatsanleihen-Käufe

Im Mai 2010 begann die EZB erstmals mit dem Kauf von Staatsanleihen. Das „Securities Markets Programme“ (SMP) sollte den Anstieg der Renditen von Anleihen angeschlagener Euroländer bremsen. Bis Anfang 2012 kaufte die EZB Staatspapiere für rund 220 Milliarden Euro, zumeist italienische Anleihen.

Im September 2012 ersetzte das Programm „Outright Monetary Transactions“ (OMT) diese Maßnahme: Die EZB erklärt sich dabei unter Bedingungen bereit, notfalls unbegrenzt Anleihen von Krisenstaaten zu erwerben. Gekauft wurde in diesem Rahmen keine Anleihe.

Seit März 2015 erwirbt die EZB im Rahmen eines erweiterten Kaufprogramms („Public Sector Purchase Programme“/PSPP) in großem Stil Staatsanleihen. Monatlich sollen so 60 Milliarden Euro billiges Zentralbankgeld in Umlauf gebracht werden - bis September 2016.

Doch selbst ein Grexit – das Ausscheiden Griechenlands aus der Euro-Zone – hat für viele Investoren den schlimmsten Schrecken verloren. Zu einem faktischen Grexit kann es kommen, wenn sich das Land bis zum 30. Juni, wenn Milliardenrückzahlungen anstehen und das aktuelle Hilfsprogramm ausläuft, nicht mit seinen Geldgebern einigt.

In diesem Fall gibt könnte die Regierung in Athen gezwungen sein, Schuldscheine auf ihre Zahlungsrückstände im Inland auszugeben. „Wenn diese übertragbar sind, werden in Griechenland de facto zwei Währungen existieren“, erklärt Steven Bell, Fondsmanager bei F&C Investment. Ein anderes Szenario wäre, dass Griechenland direkt zur Drachme zurückkehrt.

Kommentare (1)

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Herr walter rehm

22.06.2015, 08:40 Uhr

Es gibt immer Einstiegschancen....Griechenland wird in Dauerschleife gerettet...die Wetten der Mächtigen laufen schon mittels ihrer Hochfrequenzrechner....in Nanosekunden werden Gewinne gemacht....vollautomatisch...emotionslos

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