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15.01.2010

15:03 Uhr

Dax-Ausblick

Börse am Scheideweg

VonJürgen Grosche

Keine guten Vorzeichen für die kommende Börsenwoche: Der Dax ist nach unten gerauscht und könnte weiter absacken, befürchten die Skeptiker am Markt. Sie sehen das Ende der Rally, während einige hartnäckige Optimisten weiterhin an den Aufschwung glauben. Die Stimmen im Überblick.

Ausblick: Marktbeobachter sind sich uneins über die weitere Entwicklung des Dax. Quelle: Handelsblatt

Ausblick: Marktbeobachter sind sich uneins über die weitere Entwicklung des Dax.

HB FRANKFURT. Der Freitag hatte so hoffnungsvoll begonnen. Der Dax war wieder mal über die Latte von 6 000 Punkten gesprungen. Dann das: Die US-Bank JP Morgan enttäuschte den Markt mit ihren Quartalsergebnissen, und dann belasteten auch noch neue Konjunkturdaten aus den USA den Handel. "Der Michigan-Index lag etwas unter den Erwartungen, daraufhin sind wichtige technische Unterstützungen gefallen. Jetzt gibt es weiter Druck", sagte ein Händler. Wasser auf die Mühlen der Skeptiker.

Der Dax marschierte am Nachmittag stracks in Richtung 5 800 Punkte - eine Marke, die Arnim E. Kogge vom Stuttgarter Bankhaus Ellwanger & Geiger wenige Tage zuvor als "starke Unterstützungslinie" ausmachte. Sollte die in der kommenden Woche reißen, dann könnte es also weiter bergab gehen.

Offenbar traut der Markt den Rosarot-Szenarien nicht, die einige Aktienstrategen schon gemalt hatten. "Viele Investoren sehen den nächsten Wochen mit Skepsis entgegen aufgrund des schlechten Starts der US-Quartalsberichtssaison", beobachtet Kogge. Wie groß die Zurückhaltung ist, zeigte jetzt eine Umfrage des Frankfurter Researchinstituts Sentix. Der größte unabhängige Anbieter von Stimmungsindizes und verhaltensorientierten Daten in Europa hat mehr als 3 100 private und institutionelle Anleger befragt.

Im Schnitt sehen sie den Dax am Jahresende nur bei rund 5 900 Punkten - ein Jahr also, in dem sich die Kurse höchstens seitwärts bewegen. Die Anleger sorgen sich, dass die Arbeitslosigkeit steigt, die Binnenwirtschaft schwach bleibt und die Weltwirtschaft wieder einknickt. Auch wenn Kogge nicht "Molltöne anschlagen" will - schließlich habe sich die Wirtschaft ja "aus dem tiefen Tal herausbewegt" - rät der Stuttgarter Marktbeobachter zur Vorsicht: "Der europäische Anleger tut gut daran, die ersten Wochen im Januar abzuwarten und erst dann eine Neuausrichtung seines Engagements vorzunehmen."

"Die für die Aktienmärkte belastenden Faktoren gewinnen an Bedeutung", meint auch Bert Flossbach vom Vermögensverwalter Flossbach & von Storch. Als Problem sieht er die immense Staatsverschuldung und die immer noch ungelösten Probleme des Finanzsektors: "Der Konsum in den westlichen Industrieländern bleibt schwach, und die Staatsverschuldung führt mittelfristig im besten Fall zu einer starken Drosselung der Staatsausgaben und höheren Abgaben, die wiederum die Konsum- und Investitionsfähigkeit begrenzen."

Kommentare (6)

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k.h.

15.01.2010, 20:06 Uhr

Nichts Neues unter der Sonne. Nur die Meinungen wechseln mal wieder. Die Fakten waren lange bekannt, auch wenn bisher fast alle besinnungslos Hausse spielten. Traurig ist wieder, daß kaum einer der Analysten es der Mühe wert fand, den Realitäten Geltung zu verschaffen. Stattdessen wurde auf dem Trend, und sei er noch so "bescheuert", ewig herumgewuselt. Jetzt wollen alle auf einmal aus den roten börsen heraus. Und dann?

Alf

16.01.2010, 05:34 Uhr

Die "Fachleute" warnen mal wieder.
Daher: Alles ist in bester Ordnung!!!
Der Dow wird am Montag wieder steigen und der Dax dackelt wie gehabt hinterher!!

Erst wenn diese "Experten" loben, wird es Zeit auszusteigen!!

Herr Grosche, man muss ja was zum Schreiben haben,- Gell...
Nur allmählich geht einem diese typisch Deutsche Schwarzmalerei auf den Wecker!!!!



Alf

16.01.2010, 05:36 Uhr

Die "Fachleute" warnen mal wieder.
Daher: Alles ist in bester Ordnung!!!
Der Dow wird am Montag wieder steigen und der Dax dackelt wie gehabt hinterher!!

Erst wenn diese "Experten" loben, wird es Zeit auszusteigen!!

Herr Grosche, man muss ja was zum Schreiben haben,- Gell...
Nur allmählich geht einem diese typisch Deutsche Schwarzmalerei auf den Wecker!!!!



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