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15.11.2015

10:45 Uhr

Dax-Ausblick

Börsenhandel im Zeichen des Terrors

Der Handel an den europäischen Märkten wird am Montag unter dem Eindruck der Anschlagserie von Paris stehen. Anleger erwarten zunächst deutliche Kursrückschläge.

Anlegern steht eine zähe Börsenwoche bevor. Imago

An den Märkten geht es ruckelig zu

Anlegern steht eine zähe Börsenwoche bevor.

DüsseldorfDie französische Börse wird am Montag nach dem Terrorwochenende in Paris normal geöffnet. Dies teilte eine Sprecherin des Betreibers Euronext der Nachrichtenagentur Bloomberg am Samstagabend mit. Die Börse befindet sich mehrere Kilometer von den Anschlagsorten entfernt.

Es wäre nicht verwunderlich, wenn der Aktienmarkt zwei bis drei Prozent fällt, sagte Yogi Dewan von der britischen Investmentfirma Hassium Asset Management. Die Versicherungsbranche sowie Aktien von Reiseveranstaltern werden wohl auf die Terroranschläge reagieren. Einer der größten Hotelkonzerne der Welt ist die französische Accor Hotels. Ein Hotel der Gruppe in Paris, das Pullman Hotel im 15. Arrondissement, war am Samstag kurzzeitig wegen eines falschen Bombenalarms evakuiert worden.

Die Futures auf die wichtigen US-Indizes hatten am Freitagabend nach US-Börsenschluss in Reaktion darauf bereits nachgegeben. Alles was die weltpolitischen Risiken wieder ins Bewusstsein bringe, werde die Märkte belasten, die derzeit ohnehin anfällig seien, sagte ein Börsianer. „Gerade weil es in den vergangenen Wochen so deutlich nach oben gegangen ist.“

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In der abgelaufenen Woche hatte der Dax fast drei Prozent eingebüßt – nach einem Kursgewinn von 13 Prozent seit Oktober. Die deutschen Privatanleger hatten sich zuletzt für eine Jahresendrally positioniert – also auf weitere Kursgewinne gesetzt. Das zeigte auch der aktuelle Comdirect Brokerage Index, der derzeit bei 113,9 Zählern steht. Eine kurzfristige Neigung zu Gewinnmitnahmen war lediglich am 23. Oktober zu vermerken – nachdem der Dax innerhalb von wenigen Handelstagen um rund 700 Punkte angestiegen war, so Stefan Wolf, Produktmanager Trading bei Comdirect.

Vor allem der neuerliche Schwächeanfall der europäischen Einheitswährung hatte die Aktienkurse getrieben. Auch wenn NordLB-Experte Tobias Basse zunächst keine großen Kurssprünge an den Aktienmärkten erwartet. „Allerdings dürfte der Euro angesichts der gegensätzlichen Geldpolitik in den USA und der Euro-Zone weiter unter Druck stehen, wovon wiederum vor allem die deutschen Exportwerte profitieren werden.“ In der alten Woche war der Kurs der Gemeinschaftswährung bis auf 1,0673 Dollar gefallen, das war der tiefste Stand seit rund sieben Monaten. „Der Devisenmarkt wird im Fokus der Börsen bleiben.“

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Zuletzt notierte die Gemeinschaftswährung knapp unter der Marke von 1,08 Dollar. In der vergangenen Woche verlor der Euro zum US-Dollar damit weitere 0,7 Prozent. Binnen Monatsfrist sind es sogar fast fünf Prozent und seit Jahresbeginn sogar knapp elf Prozent. „Grundsätzlich kommt deutschen, typischerweise exportorientierten Aktien eine abwertende Währung zugute“, sagt Robert Halver, Leiter Kapitalmarktanalyse bei der Baader Bank. „Von einer Währungsabschwächung profitiert der MDax als noch industrie- und exportlastigerer Aktienindex umso stärker.“

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