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08.11.2014

12:43 Uhr

Dax-Ausblick

Dax-Anleger träumen wieder

Da geht noch was, oder? Die Mehrzahl der Analysten sieht die weitere Entwicklung der Aktienmärkte positiv. In der neuen Woche könnten neue Firmenbilanzen und eine anziehende US-Wirtschaft die Stimmung steigern.

Wir der Dax die 10.000 Punkte dieses Jahr noch mal knacken? Träumen können Anleger ja schon mal. Getty Images

Wir der Dax die 10.000 Punkte dieses Jahr noch mal knacken? Träumen können Anleger ja schon mal.

DüsseldorfWie schnell es an den Märkten plötzlich gehen kann, war am vergangenen Donnerstag zu beobachten. Nach der Sitzung der Europäischen Notenbank (EZB) und Mario Draghis Zusicherung, die Bilanz der Notenbank deutlich auszuweiten, schoss der deutsche Leitindex Dax zwischenzeitlich auf 9467 Punkte. Davon gab er zwar bis Freitagabend wieder knapp 200 Punkte ab. Auf Wochensicht schaffte er dennoch ein Plus von knapp drei Prozent.

Noch vor kurzer Zeit drohte der Dax in Richtung 8000 Punkte zu fallen, jetzt ist von der großen Krise nichts mehr zu sehen. „Für einen Aktien-Crash fehlen alle Zutaten: Keine Weltwirtschafts-Rezession, keine Energiekrise, keine restriktive Geldpolitik“, sagt Robert Halver, Leiter Kapitalmarktanalyse bei der Baader Bank. „Die von den globalen Krisen ausgehende Unsicherheit hat zuletzt deutlich nachgelassen. Ebola hat die Schlagzeilen deutlich verlassen und im Ukraine-Konflikt scheint sich eine gewisse, stabile Seitenlage abzuzeichnen“, erklärt er. Neben dem „eng geknüpften Fallnetz der Geldpolitik“ seien auch die fundamentalen Aktienargumente zu beachten, die Weltwirtschaft sei stabil und die Euro-Konjunktur werde mit frischen Schulden gestützt.

Jörg Krämer, Chefvolkswirt der Commerzbank, rät Anlegern dazu, ihre Dax-Positionen aufzubauen, „sobald der Index auf oder unter das Niveau von 9000 fallen sollte“. Seine Begründung: „Pessimisten, die weiterhin eine Rezession für wahrscheinlich halten, werden den Dax-Anstieg lediglich als eine technische Erholung in einem anhaltenden Bärenmarkt interpretieren. Wir halten dieses negative Dax-Szenario jedoch weiterhin für unwahrscheinlich“, so Krämer. Denn monetäre Indikatoren wie das M1-Geldmengenwachstum – regelmäßig ein guter Frühindikator für die Aktienmärkte – hätten sich verbessert. Positiv komme der Trend fallender Inflationserwartungen hinzu.

Schon in der kommenden Woche könnten auch die Hoffnung auf ein anhaltendes US-Wirtschaftswachstum und ermutigende Firmenbilanzen an den Aktienbörsen für Auftrieb sorgen. Der positive Grundtenor der Berichtssaison vor allem in den USA deute auf ein „gut geöltes Triebwerk der Wirtschaft“ hin, sagte Analystin Ann-Katrin Petersen von Allianz Global Investors.

Aktienarten

Inhaberaktie

Ein Eigentümerwechsel ist jederzeit möglich.

Namensaktie

Die Besitzer sind in ein Aktionärsregister eingetragen.

Stammaktie

Der Aktionär hat alle gesetzlichen Mitspracherechte.

Vorzugsaktie

Der Aktionär erhält eine höhere Dividende, verzichtet aber auf Mitspracherechte.

Stückaktie

Der Aktionär ist mit einem prozentualen Beitrag am Grundkapital beteiligt.

Nennwertaktie

Der Aktionär ist mit einem bestimmten Euro-Betrag (mindestens ein Euro) am Grundkapital beteiligt.

Quelle

„Aktien für Dummies“, Autoren: Christine Bortenlänger und Ulrich Kirstein. ISBN: 978-3-527-71018-8

Marktanalyst Heino Ruland von Ruland Research warnt dagegen vor überzogenen Erwartungen an den deutschen Aktienmarkt. Er rechne nur mit einer Mini-Jahresendrally. Der große Durchbruch komme frühestens mit Beginn der Bilanzsaison für das vierte Quartal – also Anfang 2015, betont er.

Sein Kollege Jens Herdack von der Weberbank rät zudem dazu, verstärkt auf US-Aktien zu setzen. „Denn neben den positiven Volkswirtschaftsdaten entwickeln sich auch die dortigen Unternehmensgewinne sehr erfreulich“, betont er. Auch die DZ Bank setzt auf US-Aktien: „Ein konkreter Auslöser für einen Korrektur des US-Aktienmarktes in naher Zukunft ist derzeit jedoch noch nicht auszumachen“, so das Research Team. Solange sich keine eindeutigen Signale für einen Wirtschaftsabschwung abzeichnen, dürfte es schwerfallen, die Aktienkurse nach oben zu „deckeln“.

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