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29.01.2011

08:05 Uhr

Dax-Ausblick

Dax im Niemandsland

Momentan scheint es, als ginge dem Dax die Puste aus. Anstehende US-Konjunkturdaten dürften zwar eine Erholung der größten Volkswirtschaft signalisieren, doch die ist Analysten zufolge bereits eingepreist. Indes könnten das Inflationsgespenst und die sich ausweitende Schuldenkrise für Verstimmungen am Aktienmarkt sorgen.

Der Dax-Ausblick, jede Woche bei Handelsblatt Online. Quelle: Handelsblatt

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HB FRANKFURT/DÜSSELDORF. In den vergangenen vier Monaten hat der deutsche Leitindex gut 20 Prozent zugelegt. Zum Abschluss der Handelswoche notierte der Dax nach richtungslosen, von Umschichtungen geprägten Handelstagen oberhalb der Marke von 7 100 Punkten. Während immer mehr Börsianern die Rally langsam aber sicher unheimlich wird, glauben viele Analysten ungebrochen an eine Fortsetzung des Anstieges. Zweckoptimismus?

„Impulse sollten sowohl vonseiten der Konjunktur als auch von den Unternehmensberichten ausgehen“, zeigen sich die Analysten der Landesbank Berlin (LBB) überzeugt. Doch die Einschränkung folgt auf dem Fuße: So seien „zwischenzeitliche Konsolidierungen jederzeit möglich, da die Schuldenkrise noch keineswegs gelöst ist und die Aktienmärkte seit September eine beeindruckende Rally vollzogen haben“.

Stichwort Schuldenkrise: Die Lage in den sogenannten europäischen Peripheriestaaten hat sich keineswegs entspannt – immer häufiger wird ein möglicher Schuldenschnitt, eine Umschuldung als Alternative ins Spiel gebracht. Mit Belgien gesellt sich nun ein weiterer Kandidat zu den ohnehin gefährdeten „PIIGS“-Ländern. Doch nicht nur in den Krisenländern Europas sind ausufernde Staatsschulden ein Thema. So haben die Ratingagenturen und der Internationale Währungsfonds (IWF) jüngst auf die sich verschärfenden Haushaltsprobleme von Japan und den USA verwiesen. Nach der Herabstufung Japans durch S&P könnte auch den USA neues Ungemach drohen: Die Ratingagentur Moody's nimmt die Kreditwürdigkeit des Landes unter die Lupe. Alles in allem dürften die Strukturrisiken an den Märkten wieder zunehmend Beachtung finden. Die Experten der Helaba glauben, dass der Aktienmarkt sobald nicht mehr vom Fleck kommen wird.

Hatte der harte Winter negative Auswirkungen auf die US-Beschäftigung?

Auch Tobias Basse, Aktienstratege der NordLB, erwartet keine größeren Kurssprünge. „Die anstehenden US-Konjunkturdaten werden voraussichtlich signalisieren, dass die Wirtschaft dynamisch wächst und der Aufschwung langsam am Arbeitsmarkt ankommt. Dies ist allerdings schon eingepreist“. Von Reuters befragte Analysten sagen für Januar im Schnitt 108 000 neue Stellen außerhalb der US-Landwirtschaft voraus, nach 103 000 neuen Jobs im Vormonat. „Ein Risiko stellt dabei der harte Winter dar, der die Beschäftigung gedämpft haben könnte“, betont Commerzbank-Analyst Christoph Balz. Der Arbeitsmarktbericht soll am Freitag vorgelegt werden. Für die Stimmungsindikatoren der US-Einkaufsmanager aus Industrie (Dienstag) und Dienstleistungsbranche (Donnerstag) sagen Experten jeweils einen leichten Anstieg voraus.

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