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04.04.2015

13:23 Uhr

Dax-Ausblick

Der Dax macht schlapp

VonSara Zinnecker

Die Sorge bleibt: Den Griechen könnte schon bald das Geld ausgehen. Auch darum dürften Anleger in der kommenden Woche weiter abwarten. Lediglich erste Quartalsergebnisse von US-Unternehmen könnten Impulse bringen.

Umfrage in Greichenland

Grexit, Graccident oder noch ein Hilfspaket - Was wollen die Griechen?

Umfrage in Greichenland: Grexit, Graccident oder noch ein Hilfspaket - Was wollen die Griechen?

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DüsseldorfWas die Zukunft Griechenlands angeht, scheiden sich mehr denn je die Geister. Da sind einerseits die Spekulanten, die weiterhin stark in griechische Aktien investieren. So steigt der Leitindex in Athen seit Januar kontinuierlich. Nach Informationen des Wirtschaftsnachrichtendienstes Bloomberg ziehen börsengehandelte Indexfonds (ETF) jede Woche neue Gelder an. „Diese Investoren möchten die ersten im Markt sein“, meint Andreas Kontogouris von der Investmentgesellschaft Beta Securities.

Auf der anderen Seite häufen sich die Stimmen, die einen Grexit für immer wahrscheinlicher halten. So mischte sich an diesem Mittwoch sogar Starinvestor Warren Buffett in die Debatte um Griechenland ein. Er sprach ein Machtwort: Die Griechen sollten raus aus dem Euro. Für die Gemeinschaftswährung sei dies besser.

Alle Details zum EZB-Anleihekaufprogramm

Die Geldschwemme beginnt

Im März startete die Europäische Zentralbank (EZB) ihre breits im Januar angekündigte Geldschwemme. Die wichtigsten Details zum Kaufprogramm.

Das kauft die EZB

Die EZB wird neben dem bereits begonnen Erwerb von gesicherten Bankanleihen (Covered Bonds) und Kreditverbriefungen (ABS) zusätzlich Staatsanleihen und Wertpapiere bestimmter internationaler Institutionen kaufen.

So sollen die Käufe ablaufen

Die Käufe sollen „schrittweise und auf breiter Basis“ durchgeführt werden, um die Preisbildung auf den Finanzmärkten nicht zu stören.

Kauf fauler Papiere ist möglich

Grundsätzlich seien auch Käufe von Papieren mit negativer Rendite (also mit sehr hohem Kurswert) möglich. Allerdings nur, solange die Rendite der Papiere über dem Einlagensatz der Notenbank von derzeit minus 0,2 Prozent liegt.

Die Rolle von EFSM und ESM

Die EZB will unter anderem Papiere der folgenden internationalen Institutionen kaufen: Schuldtitel der beiden Rettungsschirme EFSF und ESM, der Europäischen Investitionsbank (EIB) und der Europäischen Union (EU).

Auch Papiere nationaler Banken werden gekauft

Unter anderem will die EZB auch Anleihen der folgenden nationalen Förderbanken (Agencies) kaufen: Papiere der deutschen KfW, der Landeskreditbank Baden-Württemberg, der NRW-Bank, der französischen Anstalten CADES und UNEDIC sowie der spanischen Staatsbank ICO.

Reintegration der Schuldtitel in die Märkte

Die von der Notenbank erworbenen Schuldtitel sollen per Wertpapierleihe wieder in den Markt gegeben werden. Experten hatten dies erwartet. Sie sehen darin eine Vorkehrung gegen ein Austrocknen einzelner Anleihemärkte.

Die Diskussion um einen „Grexit“ oder gar einen unvorhergesehenen „Graccident“ dürfte andauern, schreibt auch die Helaba in einem aktuellen Marktkommentar. Unklar sei, wie die Griechen rund 450 Millionen Euro an den IWF Mitte kommender Woche zurückzahlen wollen. Die Woche darauf müssen kurzfristige Geldmarktpapiere im Wert von 2,4 Milliarden Euro refinanziert werden. Wie dies gelingen soll, sei ebenfalls fraglich.

Nach einer „weiteren Woche ohne belastbare Verhandlungsergebnisse zwischen Griechenland und seinen Kreditgebern“ dürfte also auch in den Tagen nach Ostern der griechische Schuldenstreit für ordentlich Zündstoff sorgen. Am Mittwoch ist der griechische Ministerpräsident Tsipras in Moskau zu Gast. Sollte es dort zu einer unerwarteten finanziellen Unterstützung kommen?

Die Unsicherheit um Griechenland dürfte Marktteilnehmer jedenfalls in Hab-Acht-Stellung verweilen lassen. Schon in der vergangenen Woche war der deutsche Leitindex lediglich rund um die 12.000-er-Marke geschwankt. Auch in den Tagen nach Ostern ist Beobachtern zufolge mit keinen großen Sprüngen zu rechnen. „Nach der jüngsten Dax-Rally suchen Anleger immer wieder Gelegenheit, um Kasse zu machen“, sagt NordLB-Analyst Tobias Basse. „Der Leitindex wird daher wohl weiter um die 12.000-Punkte-Marke pendeln.“

Neben Griechenland dürfte Anleger der kommende Mittwoch interessieren. Dann wird die US-Notenbank Fed Einblick in die Protokolle der März-Sitzung geben. Investoren rätseln derzeit, wann die Fed die Zinswende in den USA einleitet und klopfen alle Erklärungen der Notenbanker genauestens auf mögliche Hinweise ab.

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