Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

17.01.2015

13:02 Uhr

Dax-Ausblick

Der Dax steigt – und mit ihm die Angst

VonJürgen Röder

Die Kursausschläge an den Börsen haben zugenommen. Und die kommende Woche dürfte nicht anders verlaufen. Nach der Wechselkurs-Freigabe der Schweizer Notenbank entscheidet „Super-Mario“ über Wohl und Wehe der Anleger.

Die unsichere politische Lage wirkt sich auf die Risikolust der Anleger aus.

Die unsichere politische Lage wirkt sich auf die Risikolust der Anleger aus.

Der Dax hat mit dem Sprung über die Marke von 10.100 Punkten ein neues Allzeithoch markiert und stieg in dieser Woche mehr als vier Prozent. Eigentlich sollte nun eitel Sonnenschein bei den Anlegern herrschen. Doch das Gegenteil ist der Fall.

Denn die Kursausschläge an den Aktienmärkten haben in den letzten Wochen enorm zugenommen. So betrugen die Tagesschwankungen des Dax (Tageshoch minus Tagestief durch Tageschluss) zuletzt gut vier Prozent. „Das ist dreimal so hoch wie normal der Durchschnitt der letzten zehn Jahre“, schreibt die Landesbank Helaba.

So hat auch das sogenannte Angstbarometer der Börse, der Volatilitätsindex VDax, das höchste Niveau seit Mitte Dezember 2014 erklommen. Dieser Index wird anhand der Dax-Optionen berechnet, die am Terminmarkt gehandelt werden. Und bildet somit die Erwartung der Profi-Händler ab. Die theoretische Dax-Handelsspanne für die nächsten 30 Tage liegt aufgrund der VDax-Höhe zwischen 9.235 und 10.737 Dax-Punkten.

Für die Helaba-Analysten ist die hohe Volatilität stets ein Zeichen von Bewertungsunsicherheit. Anlässe für Unsicherheit gibt es genug: Droht nach der Wahl am 25. Januar ein Ausscheiden Griechenlands aus der Währungsgemeinschaft, wie zeitweilig von den Marktteilnehmern befürchtet? Wirkt das „Quantitative Easing“ der EZB ähnlich positiv auf die Aktienmärkte wie die Programme der Fed? Sind Rohölpreisverfall und die deutlichen Rückgänge bei Basismetallen tatsächlich ein schon kurzfristig wirkendes Konjunkturprogramm oder doch eher Ausdruck bzw. Vorbote einer Wachstumsschwäche? So lauten die drängenden Fragen der Börsianer

Die Performance von Dax, S&P-500 & Co.

Athex (Griechenland)

Ein Jahr: - 28,9 Prozent
Drei Jahre: 21,4 Prozent
Fünf Jahre: - 62,4 Prozent

Bovespa (Brasilien)

Ein Jahr: - 2,9 Prozent
Drei Jahre: - 11,9 Prozent
Fünf Jahre: - 27,1 Prozent

BUX (Ungarn)

Ein Jahr: - 10,4 Prozent
Drei Jahre: - 2,0 Prozent
Fünf Jahre: - 21,6 Prozent

CSI 300 (China)

Ein Jahr: + 51,7 Prozent
Drei Jahre: + 50,6 Prozent
Fünf Jahre: - 1,2 Prozent

Dax (Deutschland)

Ein Jahr: + 2,7 Prozent
Drei Jahre: + 66,2 Prozent
Fünf Jahre: + 64,6 Prozent

MSCI Emerging Markets

Ein Jahr: - 4,6 Prozent
Drei Jahre: + 4,4 Prozent
Fünf Jahre: - 4,0 Prozent

MSCI World

Ein Jahr: + 2,9 Prozent
Drei Jahre: + 44,6 Prozent
Fünf Jahre: + 46,4 Prozent

NZX 50 (Neuseeland)

Ein Jahr: + 17,6 Prozent
Drei Jahre: + 70,0 Prozent
Fünf Jahre: + 72,4 Prozent

PSI 20 (Portugal)

Ein Jahr: - 26,8 Prozent
Drei Jahre: - 12,7 Prozent
Fünf Jahre: - 43,3 Prozent

RTS (Russland)

Ein Jahr: - 45,2 Prozent
Drei Jahre: - 42,8 Prozent
Fünf Jahre: - 45,3 Prozent

S&P-500 (USA)

Ein Jahr: + 11,4 Prozent
Drei Jahre: + 63,7 Prozent
Fünf Jahre: + 84,6 Prozent

TA-25 (Israel)

Ein Jahr: + 10,2 Prozent
Drei Jahre: + 35,0 Prozent
Fünf Jahre: + 27,9 Prozent

Für Panik an den Börsen sorgte die Schweizerische Nationalbank (SNB), die mit ihrer Wechselkursfreigabe des Franken gegenüber dem Euro aus dem impliziten Notenbankenverbund der großen Währungsländer ausscherte. Sie möchte die Schweizer Währung nun erstmal den Marktkräften überlassen. „Grundsätzlich will die Schweiz ihre Währung schwächen“, meint Robert Halver, Leiter Kapitalmarktanalyse bei der Baader Bank. „ Sie hat nur die Instrumente gewechselt.“

Der Dax stürzte als Folge der Entscheidung um mehrere hundert Punkte ab, erholte sich dann aber schnell wieder und schloss im Plus oberhalb der Marke von 10.000 Punkten. Anders an der Börse in Zürich: Der SMI stürzte um neun Prozent in die Tiefe. Das ist der größte Tagesverlust seit 25 Jahren und der zweitgrößte seiner Geschichte. Für noch größere Verwerfungen hatte die Ankündigung der Währungshüter am Devisenmarkt gesorgt. Am Donnerstag hatte der Euro fast 30 Prozent zum Franken verloren.

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

19.01.2015, 12:52 Uhr

Der Dax steigt – und mit ihm die Angst

------------------------------------------------------

Genauso wie es uns alle Überraschte dass sich der Schweizer Franken vom EURO entkoppelte...

genauso wird es mancher überraschen wenn plötzlich der DAX ...

von jetzt auf nachher...

unter 7000 Punkte einfach so herunter rutscht !!!








Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×