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13.12.2015

08:07 Uhr

Dax-Ausblick

Der Mittwoch wird zum Schicksalstag

VonIngo Narat

Börsianer haben den Termin lang herbeigesehnt, am Mittwoch ist es soweit: Die US-Notenbank verkündet, ob sie nach Jahren die Leitzinsen erhöhen wird. Die Entscheidung – so oder so – wird die Finanzmärkte beeinflussen.

Anleger setzen auf eine Zinswende. dpa

US-Notenbank Federal Reserve

Anleger setzen auf eine Zinswende.

FrankfurtZum Wochenausklang ging es beim Dax noch einmal kräftig abwärts. Am Freitag verlor das Barometer fast 260 Punkte und verabschiedete sich 2,44 Prozent schwächer aus dem Handel. Ein Grund: Die Internationale Energieagentur geht von einem weiterhin starken Überangebot an Öl aus. Auf Wochensicht hat der Dax ganze 3,7 Prozent verloren. Doch Anleger dürften dies jetzt schnell abhaken.

Ab sofort interessiert die große Linie. Und die wird am Mittwoch entscheidend geprägt. Dann spricht die US-Notenbankchefin Janet Yellen. Finanzexperten erwarten, dass sie die erste Zinserhöhung seit der Finanzkrise bekanntgeben wird. Es wäre ein historischer Tag. Die Entscheidung wird die Finanzmärkte stark beeinflussen.

Gegenwärtig herrscht unter den Marktbeobachtern eine Mehrheitsmeinung. Die besagt: Dem erwarteten ersten Schritt der US-Notenbank werden sich weitere moderate Erhöhungen anschließen. Das sollte den Dollar stärken. Gleichzeitig verfolgt die Europäische Zentralbank einen entgegengesetzten geldpolitischen Kurs, sie ist weiter auf Lockerung fixiert. Daher dürfte der Euro schwach bleiben.

Bei anhaltend niedriger Inflation ist das ein recht gutes Umfeld für Aktien. Aus der Sicht internationaler Investoren bleibt die Eurozone dabei eine attraktive Region. „Aktien der Eurozone bleiben das Anlagesegment mit dem attraktivsten Risiko-Rendite-Profil“, urteilt beispielsweise Benjamin Melman, Leiter der Vermögensstrukturierung bei Edmond de Rothschild Asset Management.

Die Schwärzesten Tage des Dax: 2008-2015

06. Oktober 2008

Für den Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate muss binnen einer Woche ein zweites Rettungspaket geschnürt werden. Der Dax verliert sieben Prozent.

08. Oktober 2008

Im Sog der Finanzkrise stürzt der Nikkei -Index um über neun Prozent ab. Der Dax verliert bis zu neun Prozent. Nach einer konzertierten Zinssenkungsrunde der großen Notenbanken erholen sich die Kurse nur leicht. Der Dax schließt mit einem Minus von sechs Prozent.

10. Oktober 2008

Rezessionsängste angesichts der Finanzkrise drücken den Nikkei-Index um zehn Prozent. Der Dax verliert ebenfalls sieben Prozent.

24. Oktober 2008

Ein erneuter Absturz der Tokioter Börse drückt den Dax in der Spitze um über elf Prozent.

8. August 2011

Nachdem die USA bei der Ratingagentur Standard & Poor's ihre Bestnote als Kreditnehmer verlieren, brechen die Kurse ein: Der Dax verliert rund fünf Prozent.

5. September 2011

Die Furcht der Anleger vor einer weltweiten Rezession und einer Ausweitung der Schuldenkrise in der Euro-Zone drückt den Dax um 5,3 Prozent ins Minus.

1. November 2011

Der Dax verliert rund fünf Prozent. Auslöser ist die überraschende Ankündigung einer Volksabstimmung in Griechenland über ein Rettungspaket.

29. Juni 2015

Das Scheitern der Gespräche zur Lösung der Schuldenkrise in Griechenland und die überraschende Ansetzung einer Volksabstimmung über die Forderungen der Gläubiger drückt den Dax gleich im frühen Handel um 4,6 Prozent auf 10.964,24 Punkte.

24. August 2015

Die Furcht vor einem deutlichen Konjunktureinbruch in China drückt den Dax erstmals seit Mitte Januar wieder unter die Marke 10.000 Punkten. Der Leitindex fällt um bis zu 3,6 Prozent auf 9760 Zähler.

Außerhalb des eigenen Kontinents regt sich ebenfalls Interesse für die Alte Welt. So erkennt beispielsweise Wahid Chammas, Fondsmanager beim US-Vermögensverwalter Janus Capital, Chancen in Europa. Seiner Meinung nach beginnen die geldpolitischen Lockerungen der EZB zu wirken. Ohnehin seien europäische Aktien interessanter als die an der Wall Street. Sie sind laut Chammas preiswerter und locken mit höheren Dividendenrenditen.

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