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02.01.2016

12:43 Uhr

Dax-Ausblick

Der Sturm nach der Ruhe

VonJens Hagen

Am Montag enden die Feiertage, an denen kaum gehandelt wurde. Für Anleger könnte es spannend werden, weil dann oftmals den Trend für das ganze Jahr vorgeben wird. Vor allem die Notenbanken rücken in den Fokus.

Das nächste Jahr bringt den Anlegern volatile Märkte.

Das nächste Jahr bringt den Anlegern volatile Märkte.

Die Märkte schlafen nie, sagt man. An den letzten Handelstagen vor und nach Weihnachten konnte man aber getrost von einem Halbschlaf sprechen. Am 23. Dezember, dem Tag vor Weihnachten, fiel das Handelsvolumen der Dax-Werte bei der Deutschen Börse auf 2,6 Milliarden Euro.

Zum Vergleich: Im Jahresschnitt 2015 lag das Volumen bei gut vier Milliarden Euro. Am Tag vor und nach dem Fed-Entscheid am 17. Dezember wurden im Leitindex noch Aktien im Wert von knapp elf Milliarden Euro gehandelt.

Die besten Anlagen 2015

Deutsche Staatsanleihen

Es war vor allem die Europäische Zentralbank die mit ihren Anleihekäufen die Kurse auch der deutschen Staatsbonds immer weiter nach oben trieb. Im Gegenzug sackten die Renditen. Zuletzt sind sie aber wieder gestiegen – so dass für Anleger mit Bundesanleihen nur magere Erträge aus Kursgewinnen und Zinsen blieben. Wer 100.000 Euro in einen Korb aus Bundesbonds steckte hat jetzt 100.310 Euro auf dem Konto. Das ist weniger als sich im Schnitt mit Tagesgeld erwirtschaften ließ.

Stand: 30.12.2015, 11.30 Uhr; Wertentwicklung ohne Transaktionskosten
Quelle: Bloomberg

Aktien Euro-Zone

Die Spreizung im Euro-Raum ist recht groß. Der größte Gewinner in diesem Jahr ist bislang die Börse in Dublin, die mehr als 30 Prozent zulegte. Die Indizes in Spanien, Luxemburg und vor allem in Griechenland und Zypern stürzten dagegen ab. Der Euro Stoxx 50 für die Standardwerte im Euro-Raum gewann 5,1 Prozent, somit wurden aus 100.000 Euro 105.100 Euro.

Deutsche Aktien

Wer Anfang des Jahres 100.000 Euro in den Dax gesteckt hat, kann sich über ein Plus von 10,26 Prozent, also von 10.260 Euro freuen Noch viel besser entwickelten sich Nebenwerte. Der MDax der mittelgroßen Aktien legte rund 23 Prozent zu, der TecDax 34 Prozent. Auch an anderen europäischen Börsen hatten die Small Caps oft die Nase vorn.

Amerikanische Staatsanleihen

Die Zinserhöhung der US-Notenbank im Dezember konnte US-Bonds bislang nicht viel anhaben. Unter dem Strich und im Mittel aller Laufzeiten sind die Kurse etwas höher als zu Jahresbeginn – und die Renditen entsprechend leicht gesunken. In Dollar gerechnet brachten US-Staatsanleihen Investoren so einen Gesamtertrag aus Zinsen und Kursgewinnen von gut einem Prozent. Da der US-Dollar jedoch deutlich zulegte, profitierten Euro-Anleger: Sie können sich 100.000 in US-Staatsanleihen angelegten Euro jetzt über einen Depotstand von 111.650 Euro freuen.

US-Aktien

Die US-Börsen haben sich von ihrem Einbruch im Sommer erholt – und nach jüngsten Spurt bislang ein mageres Jahresplus geschafft. Der gestiegene Dollar hilft aber Euro-Investoren, die nicht währungsgesichert in den USA angelegt haben. Der S&P 500 stieg in Euro gerechnet um 11,81 Prozent. Aus 100 000 Euro wurden bis kurz vor Jahresschluss 111.810 Euro.

Chinesische Aktien

Kaum eine Börse war so in den Schlagzeilen wie die chinesische. Bis zum Frühjahr stieg sie rasant – dann kam der Absturz. Dabei schreckten die Sorgen um eine Abschwächung der Wirtschaft der Volksrepublik die Investoren weltweit auf. Dennoch notierten der Leitindex Shanghai Composite immer noch deutlich fester als zu Beginn 2015 und auch der Yuan hat auf Jahressicht zum Euro zugelegt. So wurden aus 100.000 im Shanghai Composite angelegten Euro 116.980 Euro

Japanische Aktien

Die Notenbank pumpt weiter Geld in den Markt und das Reformprogramm von Ministerpräsident Shinzo Abe zur Ankurbelung der Wirtschaft greift – wenn auch langsamer als viele erwartet hatten. Entsprechend holprig ging es auch 2015 am japanischen Aktienmarkt zu. Unter dem Strich gilt jedoch: Der Nikkei 225 Index gewann 2015 gut neun Prozent. Gleichzeitig wertete der Yen zum Euro kräftig auf. 100.000 in den Index investierten Euro vermehrten sich deshalb auf 120.020 Euro.

Griechische Staatsanleihen

Auch sie verblüffen Investoren und gelten als zu riskant für eine seriöse Anlage. Im Sommer fürchteten die wenigen Anleger die noch griechische Bonds handeln den Austritt Griechenlands aus dem Euro-Raum. Die Kurse der Staatsbonds fielen drastisch. Sie erholen sich jedoch seit sich das dritte Hilfspaket für Hellas abzeichnet. Die Folge: Wer 100.000 Euro in griechische Staatsbonds verfügte hat jetzt 121.190 Euro.

Venezolanische Aktien

Die Börse in Caracas ist der Überraschungssieger des Jahres, und das obwohl die Wirtschaft das dritte Jahr in Folge in der Rezession steckt. An der Börse werden jedoch nur sehr wenige Aktien gehandelt, die Umsätze liegen täglich bei meist nur ein paar tausend Dollar. Aktien sind aber für venezolanische Investoren eine Möglichkeit ihre Bolivar vor dem Wertverfall angesichts der Inflation von 160 Prozent zu retten. Außer den heimischen Investoren legt kaum jemand Geld in Caracas an. Dennoch: Theoretisch konnten Anleger 361.80 Euro verdienen, wenn sie Anfang des Jahres 100.000 Euro in Venezuelas Leitindex IBC investierten.

Der Tiefpunkt des Jahres kam am Tag nach Weihnachten. Am 28.12. wurden Papiere im Wert von lediglich 1,26 Milliarden Euro gehandelt. Der Tag vor Silvester – als der Index das Jahr mit einem Jahresplus von 9,56 Prozent bei 10.743 Punkten schloss – fällt aus dem Vergleich, weil der Handel bereits um 14 Uhr endete.

Am Montag dürfte es mit dieser weihnachtlichen Ruhe aber vorbei sein. „Die erste Handelswoche im neuen Jahr kann durchaus turbulenter werden“, glaubt Händler Andreas Lipkow von Kliegel & Hafner. Erneut in den Fokus rücken könnten Konjunktursorgen in China und Europa, die jüngst vollzogene Zinswende in den USA und die politischen Differenzen mit Russland.

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Einen Vorgeschmack auf das ganze Handelsjahr liefert die Dax-Entwicklung in den ersten fünf Handelstagen des neuen Jahres. Denn einer Börsenregel zufolge gibt die Entwicklung in diesem Zeitraum die Richtung für das Gesamtjahr vor. In der knapp 30-jährigen Geschichte des Dax traf diese Regel in rund 70 Prozent der Fälle zu – auch 2015, als der Leitindex rund zehn Prozent zugelegt hat.

Die Anleger beäugen vor allem die Notenbanken kritisch. Thema Nummer eins dürfte die Geschwindigkeit weiterer Zinserhöhungen der Fed sein. Neben Wirtschaftswachstum rücke das Thema Inflation in den Mittelpunkt, erklärt NordLB-Analyst Tobias Basse. Daher müssten Reden von US-Notenbankern daraufhin abgeklopft werden, ob sich die Fed bei ihrer Geldpolitik eher an die durch den niedrigen Ölpreis gedämpfte Gesamt-Teuerung oder an der Kernrate ohne die stark schwankenden Kosten für Energie und Lebensmittel orientierten.

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