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02.11.2013

08:48 Uhr

Dax-Ausblick

„Die Ampeln stehen weiter auf Grün“

Die Anleger lauern auf eine Atempause auf dem deutschen Aktienmarkt. Doch die ist nicht in Sicht. Nach dem neuen Rekordhoch erwarten Analysten, dass es auch in der kommenden Woche für den Dax weiter nach oben geht.

Breites Grinsen auf dem Frankfurter Parkett: Auch in der vergangenen Handelswoche gab es wieder einen neuen Rekord beim Dax. dpa

Breites Grinsen auf dem Frankfurter Parkett: Auch in der vergangenen Handelswoche gab es wieder einen neuen Rekord beim Dax.

DüsseldorfDer Rekordlauf an den Aktienmärkten könnte in der neuen Woche in die nächste Runde gehen. „Die Ampeln stehen weiter auf Grün“, fasst LBBW-Investmentanalyst Clemens Bundschuh zusammen. Schließlich spüle die US-Notenbank Fed weiter monatlich 85 Milliarden Dollar über den Kauf von Hypothekenpapieren und Staatsanleihen in die Märkte. Zudem kommt die Berichtssaison in Deutschland erst so richtig in Fahrt.

„Alle warten auf die Atempause, um noch einzusteigen, aber es wird eher weiter nach oben gehen“, sagt auch Aktienstratege Carsten Klude von MM Warburg. Treiber bleiben seiner Ansicht nach die weltweit anziehende Konjunktur und die Alternativlosigkeit zu Aktien angesichts niedriger Renditen bei anderen Anlagen.

In der abgelaufenen Woche pendelte der deutsche Leitindex Dax um die psychologisch wichtige Marke von 9000 Punkten und legte bis Freitag um rund 0,4 Prozent zu. Zeitweise stieg er auf ein neues Rekordhoch bei 9070 Punkten. In Amerika verlor der Dow-Jones-Index auf Wochensicht rund 0,2 Prozent.

Die Fed hatte nach der abgewendeten Pleite im US-Haushalt zwar weiter offene Geldschleusen signalisiert, solange es am Arbeits- und Immobilienmarkt keine deutliche Besserung gibt.

Allerdings herrscht bei den Anlegern weiter Unsicherheit, wann genau die US-Notenbank ihre Anleihe-Käufe drosseln könnte. Einige Beobachter tippen auf Dezember, andere rechnen frühestens im April mit einem solchen Schritt.

Im Fokus steht vor diesem Hintergrund der US-Arbeitsmarktbericht für Oktober am Freitag. Analysten rechnen mit einer leicht gestiegenen Arbeitslosenquote von 7,3 Prozent.

Spannend wird es auch am Donnerstag, wenn die Europäische Zentralbank (EZB) zu ihrer Ratssitzung zusammentritt. Anleger lauern besonders darauf, was Präsident Mario Draghi zum Thema Inflation zu sagen hat. Denn im Oktober stiegen die Preise in den 17 Euro-Ländern nur um magere 0,7 Prozent an und damit so langsam wie seit vier Jahren nicht mehr.

Auf den ersten Blick ist es paradox – für die Verbraucher eigentlich eine gute Nachricht. Doch den Notenbankern im EZB-Tower in Frankfurt bereitet diese niedrige Rate massive Kopfschmerzen. Eine Zinssenkung am kommenden Donnerstag, wenn die Europäische Zentralbank (EZB) das nächste Mal über ihren geldpolitischen Kurs entscheidet, ist plötzlich so wahrscheinlich wie lange nicht mehr.

Fast prophetisch hatte Luc Coene, der Chef der belgischen Notenbank, schon vor Tagen erklärt, sollte die Teuerung weiter zurückgehen, wäre es Zeit über zusätzliche Maßnahmen nachzudenken. Am Devisenmarkt wird nun heftig auf einen weiteren Zinsschritt nach unten spekuliert - der Euro rauschte zuletzt in den Keller und kostet nur noch gut 1,35 Dollar.

Der mit 0,5 Prozent bereits rekordniedrige Leitzins ist aber nicht das einzige Instrument, das Draghi nutzen könnte. „Es könnte unter anderem auch konkretere Aussagen zu möglichen weiteren langfristigen Refinanzierungsgeschäften für Banken geben“, sagt Klude.

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