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31.03.2012

10:43 Uhr

Dax-Ausblick

Die Börsen-Euphorie schwindet

Das nächste Tief kommt bestimmt. Der Optimismus der letzten Wochen kann sich an den Märkten nicht halten. Die Schuldenkrise drückt auf die Kurse, auch der hohe Ölpreis belastet. Selbst in China kriselt es.

Die Stimmung an den Märkten wird trüber. dpa

Die Stimmung an den Märkten wird trüber.

Frankfurt, DüsseldorfNach wochenlanger Euphorie an den Märkten sieht es für den Dax nun wieder etwas düsterer aus. Zwar endet für den deutschen Leitindex an diesem Wochenende eins der stärksten ersten Quartale aller Zeiten. Fast 18 Prozent hat er seit Jahresbeginn zugelegt. Doch in der vergangenen Woche gab der Index fast ein Prozent nach.

Die Aussichten für die kommenden Wochen sind eher trüb. Schuld ist neben dem steigenden Ölpreis mal wieder die Euro-Schuldenkrise. Die Ausweitung des Rettungsschirms wird eher skeptisch gesehen. Und auch Chinas Wachstum wird schwächer.

Entgegen der Hoffnung vieler Anleger brachte der griechische Schuldenschnitt nicht das Ende der Krise. Im Gegenteil, die Probleme beeinflussen die Entwicklung der Märkte weiterhin. Vor allem die Diskussionen um die Aufstockung der europäischen Rettungsgelder haben die Nervosität wieder deutlich erhöht. „Der Markt hat sich zuletzt zwar sehr gut entwickelt und ist fundamental auch immer noch gut gestützt; Anleger schauen aber wieder verstärkt auf die Risikofaktoren“, sagt Aktienstratege Matthias Thiel von MM Warburg. Eine Prognose für die Karwoche abzugeben, gleiche dem Blick in die Glaskugel.

Börsianer sind sich uneins bei der Frage, wie es für den Dax weitergeht. Die Aktienmarktexperten der öffentlichen Banken sind vergleichsweise optimistisch: Zwar dürfe es in den kommenden Wochen weiter aufwärtsgehen, doch nicht mehr in diesem Tempo. „Die positiven Impulsgeber verlieren in den kommenden Monaten (...) an Kraft“, erklärte jüngst BayernLB-Chefanalyst Jürgen Pfister. Schließlich sei die Staatsschuldenkrise in Europa noch lange nicht ausgestanden.

Dax-Gewinner der Woche (Stand: Freitag 17:15 Uhr)

Henkel

+ 3,76 Prozent

Infineon

+ 2,69 Prozent

Fresenius Medical Care

+ 2,69 Prozent

Linde

+ 2,60 Prozent

Lufthansa

+ 1,89 Prozent

Merck

+ 1,72 Prozent

Beiersorf

+ 1,35 Prozent

Von den Rohstoffmärkten könnte bei einer Eskalation des Irankonflikts Ungemach drohen. Steigende Rohölpreise heizen Inflationssorgen an, was Anlegern in der Regel die Stimmung verdirbt. Erschwerend hinzu kommt die hohe Verschuldung in vielen Industrieländern, die das Wachstum der Weltwirtschaft bremsen dürfte. „Die Anfälligkeit der Anleger für schlechte Nachrichten steigt“, meinen Experten der öffentlichen Banken. Dennoch sehen sie den Leitindex bis Jahresende bei 7.000 bis 7.700 Punkten.

Pessimistischer sind die Analysten der DZ Bank. Aktuell sei der Dax fair bewertet, schreiben sie in ihrer wöchentlichen Wertpapierstrategie. Da die Unternehmensgewinne stagnierten, sei der jüngste Kursanstieg korrekturbedürftig. „Wir erwarten den Dax zum Jahresende bei 6.600 Punkten.“ Bisher hatten vor allem die niedrigen Zinsen im Euro-Raum und die jüngste Geldflut der Europäischen Zentralbank (EZB) die Kauflaune der Investoren angeheizt. Seitdem ist viel Liquidität im Markt, und gerade deutsche Aktien strahlen aktuell eine große Anziehungskraft aus.

Kommentare (9)

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Wassermann

31.03.2012, 12:50 Uhr

Da Aktienpreise prinzipiell eher nichts mit der Konjunktur zu tun haben, verstehe ich die ganze Meinungsmanipulation nicht. Eine Aktie hat per se nur einmal einen realen Wert gehabt bei der Emission (für das Unternehmen nämlich). Das Mitbestimmungsrecht und/oder der Dividendenanspruch ist in sich über den Aktienpreis nicht mehr wertmässig bestimmbar, weil es sich hierbei lediglich um Zukunftsprojektionen handelt. Erstens kommt es immer anders, als man denkt. Zweitens wird der "Wert" nur durch die freie Geldmenge bestimmt, die sich an die Materie binden muss oder sich eben weginflationiert. Die Kurse sind nur die Projektion dieser Geldbewegung. Fällt der DAX wurde damit weder Geld vernichtet, noch hat sich die Wirtschaft verändert, es spiegelt lediglich eine überverkaufte Situation wider, d.h. Kapitalabfluss findet statt.

BulleoderBaerBittesehr

31.03.2012, 13:01 Uhr

Nein, ein Kapitalabfluß findet eben nicht mehr statt :-)

LapulapuTeresita

31.03.2012, 14:00 Uhr

Ungdecktes Papiergeld (Hohn Law) führt bereits nach 1716 in Frankreich zu einem massiven Vertrauensverlust und zur Französischen Revolution.

Politische Regulierungen von Regulierungen die in immer schnelleren Abständen reguliert werden erzeugen exakt Willkür und diesen Vertraunesverlust.

Steuern, Verbote usw. helfen dann wenig.

Wie schon zu bilbischen Zeiten wird denen die haben gegeben und denen die wenig haben auch dieses wenige genommen - siehe Griechenland.

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