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04.06.2016

12:20 Uhr

Dax-Ausblick

Die Chance auf eine Sommerrally

Die Tage der Entscheidungen rücken näher – und damit die Weichenstellung für die Märkte. Doch vor dem Brexit-Votum und dem US-Zinsentscheid halten die Dax-Anleger ihre Füße still. Was in der kommenden Woche wichtig wird.

Die Dax-Anleger könnten ihre Stimmung im Sommer oben halten – wenn ihnen die Briten nicht in die Quere kommen. dpa

Chancen auf einen guten Aktien-Sommer

Die Dax-Anleger könnten ihre Stimmung im Sommer oben halten – wenn ihnen die Briten nicht in die Quere kommen.

FrankfurtWarten, warten, warten. Anleger brauchen derzeit besonders viel Geduld, denn es stehen Entscheidungen an, die an den Finanzmärkten für ordentlich Bewegung sorgen könnten – sowohl aufwärts als auch abwärts könnte es gehen. Doch während das Datum des Brexit-Referendums feststeht (23. Juni), ist der Zeitpunkt für eine Zinserhöhung in den USA noch immer ungewiss.

Finanzexperten rechnen damit, dass sich Anleger angesichts der Unsicherheit auch in der kommenden Woche an den Aktienmärkten zurückhalten werden. „Der Knoten kann noch nicht platzen“, sagt Jörg Rahn vom Bankhaus Marcard, Stein & Co. Größere Kursrücksetzer seien aber auch nicht zu erwarten, denn gemessen an der Konjunktur seien europäische Aktien günstig. In der alten Woche kam der Dax zwar kaum vom Fleck, etablierte sich aber über der charttechnisch wichtigen Marke von 10.100 Punkten.

Dem DZ Bank-Analysten Dirk Oppermann zufolge stehen daher die Chancen für eine Sommerrally gut. Sie könnten den Leitindex in Richtung 11.000 Zähler treiben. Sollten sich die Briten allerdings am 23. Juni für einen Ausstieg aus der EU entscheiden, sei diese Prognose Makulatur. Bislang erwarten Börsianer zwar einen Sieg der EU-Befürworter, da jedoch in den jüngsten Umfragen das Brexit-Lager knapp die Nase vorn hat, wächst die Unruhe.

Wegen des Referendums diskutieren Anleger auch darüber, ob die US-Notenbank bereits bei ihrer Sitzung am 15. Juni die Zinsen anhebt oder die Entscheidung auf Juli vertagt. Aus diesem Grund werden Anleger den Auftritt der Fed-Chefin Janet Yellen bei einer Veranstaltung World Affairs Council of Philadelphia am Montag mit Argusaugen verfolgen und jedes Wort auf die Goldwaage legen. Denn am Tag darauf beginnt die „Blackout“-Periode, in der sich die Notenbanker bis zu ihrer Zinsentscheidung nicht mehr öffentlich äußern.

Die Schwärzesten Tage des Dax: 2008-2015

06. Oktober 2008

Für den Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate muss binnen einer Woche ein zweites Rettungspaket geschnürt werden. Der Dax verliert sieben Prozent.

08. Oktober 2008

Im Sog der Finanzkrise stürzt der Nikkei -Index um über neun Prozent ab. Der Dax verliert bis zu neun Prozent. Nach einer konzertierten Zinssenkungsrunde der großen Notenbanken erholen sich die Kurse nur leicht. Der Dax schließt mit einem Minus von sechs Prozent.

10. Oktober 2008

Rezessionsängste angesichts der Finanzkrise drücken den Nikkei-Index um zehn Prozent. Der Dax verliert ebenfalls sieben Prozent.

24. Oktober 2008

Ein erneuter Absturz der Tokioter Börse drückt den Dax in der Spitze um über elf Prozent.

8. August 2011

Nachdem die USA bei der Ratingagentur Standard & Poor's ihre Bestnote als Kreditnehmer verlieren, brechen die Kurse ein: Der Dax verliert rund fünf Prozent.

5. September 2011

Die Furcht der Anleger vor einer weltweiten Rezession und einer Ausweitung der Schuldenkrise in der Euro-Zone drückt den Dax um 5,3 Prozent ins Minus.

1. November 2011

Der Dax verliert rund fünf Prozent. Auslöser ist die überraschende Ankündigung einer Volksabstimmung in Griechenland über ein Rettungspaket.

29. Juni 2015

Das Scheitern der Gespräche zur Lösung der Schuldenkrise in Griechenland und die überraschende Ansetzung einer Volksabstimmung über die Forderungen der Gläubiger drückt den Dax gleich im frühen Handel um 4,6 Prozent auf 10.964,24 Punkte.

24. August 2015

Die Furcht vor einem deutlichen Konjunktureinbruch in China drückt den Dax erstmals seit Mitte Januar wieder unter die Marke 10.000 Punkten. Der Leitindex fällt um bis zu 3,6 Prozent auf 9760 Zähler.

Noch bedeutsamer dürfte für Yellen aber die konjunkturelle Lage im eigenen Land sein. Nach den aktuellen Zahlen zur Beschäftigungssituation in den USA erwartet Martin Moryson, Chefvolkswirt von Sal. Oppenheim, diesen Monat keine Zinserhöhung mehr.

„Wir rechnen zwar schon seit längerem damit, dass die Beschäftigung nicht mehr so stark steigen wird wie in der Vergangenheit“, so Moryson. Dennoch sei der Zuwachs mit nur 38.000 neuen Jobs sehr schwach. Der Volkswirt erwartet deshalb, dass Yellen noch die Arbeitsmarktzahlen vom Juni abwarten werde, um sich ein klareres Bild von der Gesamtsituation zu machen – schließlich waren zuletzt auch die Arbeitslosenquote und die Partizipationsrate gesunken.

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