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19.01.2013

09:48 Uhr

Dax-Ausblick

Die Dax-Bremse löst sich

Für den Dax wird es immer schwerer neue Höchststände zu erreichen. Die Luft nach oben wird dünner. Doch Analysten hoffen eine starke Bilanzsaison und eine erholende Konjunktur. Bahn frei für den Dax.

Händler an der Frankfurter Börse. In der neuen Woche geht die Bilanzsaison weiter. dapd

Händler an der Frankfurter Börse. In der neuen Woche geht die Bilanzsaison weiter.

Nach einer eher müden Woche, in der sich der Dax kaum von der Stelle bewegt hat, könnte es in der neuen Woche deutlich aufwärts gehen. Positive Konjunkturdaten und gute Bilanzen sollten für Kursgewinne beim Dax sorgen, meinen Analysten.

Für eine langfristige Erholung der Konjunktur spricht vor allem eins: die Geldschwemme der Notenbanken. „Allgegenwärtiger Katalysator des Erholungsprozesses bleibt eine weltweit offensive Geldpolitik, die mit ihrer beispiellosen Liquiditätsschwemme für die nötige Stabilisierung der Weltkonjunktur sowie des Finanzsystems sorgt.“, schreibt Robert Halver von der Baader Bank in seinem Wochenbericht.

Die Geldschwemme hilft nicht nur der Konjunktur, sondern das billige Geld findet auch seinen Weg in den Aktienmarkt. „Aktien sind ohne Alternative“, brachte es eine Marktteilnehmer auf den Punkt. Das hat man insbesondere in der alten Woche gesehen. Der Nikkei schoss nach oben, nachdem sich die Hoffnung auf noch aggressivere Geldschwemme der japanischen Notenbank verdichtete.

Charts der Woche: Welche Aktien enttäuschen – und welche überraschen

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Während das einst größte Unternehmen der Welt schwächelt, macht sein angeschlagener Rivale kräftig Boden gut. Ein anderer Konzern kündigt Großes an - und enttäuscht. Das alles und mehr - in den Charts der Woche.

„Die Luft wird dünner“

Doch es wird zunehmend enger. Aktienstratege Markus Reinwand von der Helaba warnt: „Die Luft wird dünner.“ Denn der Dax hat zuletzt bereits eine beeindruckende Rally hingelegt. Seit Mitte November hat der Leitindex mehr als zehn Prozent gewonnen und liegt damit nur noch gut fünf Prozent unter seinem Rekordhoch bei 8151 Zählern vom Juli 2007. Reinwand zufolge wird für einen weiteren Anstieg entscheidend sein, dass die Unternehmen die an sie gestellten Erwartungen auch erfüllen.

Die meisten Quartalsberichte laufen weiter aus den USA ein, mit Siemens und SAP legen aber auch wichtige Dax-Unternehmen Rechenschaft über das Geschäft im abgelaufenen Quartal ab. Daneben geben ZEW- und Ifo-Index neue Hinweise darauf, wohin sich die hiesige Wirtschaft bewegt.

Fortschritte in den Euro-Sorgenländern werden auch hierzulande neue Impulse geben, sind sich Aktienstrategen sicher. „Mit dem Abebben der Krise in den vergangenen Wochen wird der Bremsklotz Unsicherheit nun mehr und mehr aus dem Weg geräumt“, sagt Analyst Ralf Solveen von der Commerzbank. „Wir gehen davon aus, dass immer mehr Unternehmen wieder Vertrauen fassen und somit die Geschäftsaussichten wieder positiver einschätzen.“

Dax-Prognose: Wo steht der Leitindex Ende 2013?

Umfrage

Knapp 30 Prozent hat der Dax 2012 zugelegt. Weil Deutschlands Topkonzerne bestens aufgestellt sind, hält der Aufwärtstrend in diesem Jahr an, sagen Experten.

Quelle: Handelsblatt, Stand: 30.12.2012

Der Träumer

Nomura: 8.890 Punkte

Die Super-Optimisten

8500 Punkte erwarten Baader Bank, Commerzbank, Haspa und LBBW

Die Optimisten

Bank of America Merrill Lynch und Warburg: 8400 Punkte
BHF-Bank und Hauck & Aufhäuser: 8300 Punkte

Die Zuversichtlichen

Santander Bank: 8250 Punkte
Helaba, HSBC Trinkaus, Landesbank Berlin, Natixis, WGZ-Bank: 8200 Punkte

Die Durchschnittlichen

VP Bank: 8100 Punkte
BNP Paribas: 8084 Punkte

Der Durchschnitt

Der Schnitt aller befragten Experten liegt bei 8029 Punkten

Die 8.000er

8000 Punkte erwarten bis Ende 2013 Bankhaus Lampe, Bayerische Landesbank, Dekabank, Deutsche Bank und Unicredit

Die Vorsichtigen

7800 Punkte sehen Bank Julius Bär, Berenberg Bank, DZ Bank, NordLB und UBS
JP Morgan: 7785 Punkte
Postbank: 7750 Punkte

Die Negativen

Fürst Fugger Privatbank: 7600 Punkte
Bank Sarasin: 7500 Punkte

Die Pessimisten

National Bank: 7300 Punkte
Sociètè Gènèrale: 7250 Punkte

Der Super-Pessimist

Bankhaus Ellwanger & Geiger: 6900 Punkte

SAP ist dem Markt noch Ausblick schuldig

Großes Anleger-Interesse dürfte die Siemens-Hauptversammlung am Mittwoch auf sich ziehen, denn Aufsichtsratschef Gerhard Cromme muss sich wieder einmal kritischen Aktionären stellen. Beim Technologiekonzern in München steht der Manager zwar nicht so sehr in der Kritik wie als Chefaufseher von ThyssenKrupp, aber auch an der Isar nimmt der Widerstand gegen ihn zu.

Außerdem berichtet Siemens über die Geschäftsentwicklung in den drei Monaten bis Ende Dezember. Analysten erwarten durchschnittliche Zahlen bei einem leicht rückläufigen Auftragseingang. Daneben stimmen die Aktionäre darüber ab, ob sie das „Geschenk“ Osram annehmen. Siemens will angesichts ungewisser Zukunftsaussichten nicht mehr in die Leuchtmitteltochter investieren und die große Mehrheit der abgespaltenen Gesellschaft an seine Investoren verteilen.

Ebenfalls am Mittwoch informiert SAP über den Geschäftsverlauf 2012. Einen Umsatz von 16,2 Milliarden Euro hatte der Softwarekonzern am Dienstag bereits veröffentlicht, nun warten Investoren auf den Gewinn und den Ausblick für 2013.

Kommentare (9)

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Heini1946

19.01.2013, 11:26 Uhr

Wenn Bremsen gelöst werden muss sich das nicht unbedingt
positiv auswirken. Die Karre kann dann auch leicht in einen
Abgruf rauschen. Dazu sollte ma wissen wo sie aktuell steht. Die Vola bewegt sich auf historische niedrigen Niveaus, von denen es dann, wenn auch oft zögerlich, immer
nur zu höheren Werten ging mit sinkenden Kursen...
Vorher werden die Anleger noch in den Schlachthof Börse
getrieben. Hereinspaziert Herrchaften, wer hat noch nicht, wer will nachmal? Herrliche Hauptgewinne warten auf Sie.
Und positiv ist es auch. DAX & Co trennt die Dummen von ihrem Geld.

Account gelöscht!

19.01.2013, 14:16 Uhr

Für mich ist das wie eine Wiederbelebung eines Menschen. Die Zentralbanken haben jetzt einige Jahre lang immer wieder Defibrator angesetzt. Und nun erscheint es so, dass der Patient wohl überleben wird. Aber Herzinfarkt bleibt Herzinfarkt. Der Patient steht auf sehr wackligen Beinen, und ich habe meine Zweifel ob einen Marathon laufen kann.

Aber erstmal werden die Refi-Konditionen für Unternehmen sich verbessern. Von diesem Risk-Shifting werden Aktionäre profitieren und Gläubiger ordentlich eins auf Fresse bekommen. Aber wie gesagt, wenn der Patient die Intensivstation verlässt und sich wieder einer seriösen Geldpolitik gegenübersteht, kann er auch schnell wieder tot umfallen.

Mein Tipp: max. 2-3 Jahre Zombie-Rally und dann macht es wieder Peng.

Account gelöscht!

19.01.2013, 14:31 Uhr

Na mal schauen, Dax KGV bei 11 ist günstig aber gerechnet mit den Gewinnen von letztem Jahr, welches für die Unternehmen bekanntlich eins der besten in ihrer Geschichte war.

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