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15.10.2016

11:44 Uhr

Dax-Ausblick

Die EZB soll die Märkte beruhigen

VonSusanne Schier

Der deutsche Leitindex hat eine Berg- und Talfahrt hinter sich. Die Unsicherheit rund um Brexit, US-Wahl und Geldpolitik hält die Märkte in Atem. Anleger hoffen, dass die Europäische Zentralbank sie beruhigen kann.

EZB-Tüte mit Info-Material: Am Donnerstag gibt die Notenbank ihren geldpolitischen Kurs bekannt. dpa

Tasche mit Euro-Logo

EZB-Tüte mit Info-Material: Am Donnerstag gibt die Notenbank ihren geldpolitischen Kurs bekannt.

FrankfurtFür Aktien hat jetzt eigentlich der beste Sechsmonatszeitraum des Jahres begonnen – zumindest wenn man auf die Vergangenheit schaut. Doch zurzeit ist das Börsenwetter eher wechselhaft: Am Freitag legte der Dax zwar deutlich zu, während der Woche war es aber teilweise auch kräftig abwärts gegangen. Die Gründe dafür sind vielfältig: „Angst vor den Brexit-Folgen, US-Wahl, Sorgen um das Wachstum in China oder der nächste Zinsschritt der Fed? Vermutlich ein bisschen von allem“, resümiert Helaba-Aktienexperte Markus Reinwand.

In der neuen Woche hoffen die Experten nun darauf, dass die Europäische Zentralbank (EZB) die Märkte beruhigen kann. Denn ein Bloomberg-Bericht von Anfang Oktober hatte die Anleger zusätzlich durcheinander gebracht. Demnach habe sich innerhalb der Notenbank ein informeller Konsens gebildet, dass das Anleihekaufprogramm schrittweise verringert werden müsse, sobald die Entscheidung über einen Ausstieg gefällt sei. „Diese Meldung hat Investoren temporär verunsichert, Staatsanleihe-Renditen und Risikoprämien stiegen und der Euro legte zu“, sagt Johannes Mayr, Teamleiter Volkswirtschaft bei der BayernLB. Die Meldung sei allerdings völlig falsch interpretiert worden. Die Ausstiegsszenarien seien lediglich Gedankenspiele für die weitere Zukunft.

Welche Anlageklassen wie wachsen

Bankeinlagen

- Durchschnittliches Wachstum 2012-2014: 6,2 Prozent
- 2015: 5,5 Prozent
- Prognose für 2016: 4,0 Prozent

Quelle: Allianz Global Wealth Report

Wertpapiere

- Durchschnittliches Wachstum 2012-2014: 13,8 Prozent
- 2015: 6,1 Prozent
- Prognose für 2016: 2,5 Prozent

Versicherungen und Pensionen

- Durchschnittliches Wachstum 2012-2014: 6,4 Prozent
- 2015: 3,3 Prozent
- Prognose für 2016: 5,5 Prozent

Anleger hoffen nun, dass EZB-Chef Mario Draghi nach der Ratssitzung am Donnerstag zu den Spekulationen Stellung bezieht. „Wir erwarten nicht, dass die EZB bedeutungsvolle geldpolitische Entscheidungen treffen wird“, betonen die UBS-Volkswirte Reinhard Cluse und Felix Hüfner. „Nichtsdestotrotz werden die Märkte wohl genau verfolgen, ob es neue Hinweise gibt, was die Notenbank im Hinblick auf das im März 2017 auslaufende Anleihekaufprogramm bei der nächsten Sitzung im Dezember entscheiden wird.“ Die beiden Ökonomen setzen auf eine sechsmonatige Verlängerung der Käufe von jeweils 80 Milliarden Euro pro Monat.

Während viele Experten im Dezember mit einem Zinsschritt in den USA rechnen, dürfte ein Ende der lockeren Geldpolitik in Europa also nicht in Sicht sein – zumindest so lange das EZB-Ziel, eine Inflationsrate von nahe zwei Prozent zu erreichen, noch in weiter Ferne liegt. Bereits am Montag erfahren die Anleger mit dem finalen Inflationsbericht für September, wie es um die Teuerung in der Euro-Zone derzeit steht.

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