Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

04.11.2011

16:53 Uhr

Dax-Ausblick

Die Schaukelbörse hält an – Anleger zwischen Himmel und Hellas

Die Ungewissheit über den Fortgang der Schuldenkrise und konjunkturelle Risiken haben die Aktienmärkte im Griff. Anleger brauchen starke Nerven. Impulse könnten von der auf Hochtouren laufenden Berichtssaison ausgehen.

Die Schaukelbörse geht weiter - überraschende Ereignisse könnten dem Dax auch in der kommenden Woche zu schaffen machen Reuters

Die Schaukelbörse geht weiter - überraschende Ereignisse könnten dem Dax auch in der kommenden Woche zu schaffen machen

Frankfurt, Düsseldorf„Das griechische Drama wird dem Markt wohl auch in der kommenden Woche einen hohen Unterhaltungswert bieten.“ Aktienstratege Carsten Klude von MM Warburg bringt mit dieser Einschätzung die Erwartungen des Aktienmarkts auf den Punkt. Prognosen zum Kursverlauf wagt kein Experte mehr. Lediglich ein heftiges Auf und Ab scheint sicher. „Die Vergangenheit hat uns gelehrt, dass politische Entwicklungen nicht vorhersehbar sind und sich teilweise halbstündlich ändern“, so Klude. „Es ist inzwischen einfach abstrus, auf dieses ganze Hin und Her zu handeln, von daher haben viele einen Galgenhumor entwickelt.“

Die Einigung auf das neue Rettungspaket für Athen hatte nur für einen kurzen  Hoffnungsschimmer an den Märkten gereicht. Zweifel an der Umsetzbarkeit der Pläne und die überraschende Ankündigung einer griechischen Volksabstimmung hatten den Dax dann im Wochenverlauf wieder unter 6.000 Punkte absacken lassen.

Inzwischen ist das Referendum vom Tisch, die griechische Regierung könnte zu Beginn der neuen Woche schon eine andere sein, und wie es mit der Eurozone weitergeht, weiß niemand zu sagen. Politiker arbeiten zunächst mit Hochdruck daran, zu verhindern, dass Italien und Spanien in den Abwärtsstrudel gerissen werden. „Während die chaotischen Zustände in Athen derzeit die Schlagzeilen bestimmen, könnte sich der Schwerpunkt der Berichterstattung schon bald nach Rom verlagern“, warnt Stratege Ulf Krauss von der Helaba. Immerhin hat Italien inzwischen der Überwachung seiner Reformschritte durch den Internationalen Währungsfonds zugestimmt.

Getrieben durch die Entwicklung in Griechenland dürften sich die Risikoprämien auf italienische und spanische Staatsanleihen weiter erhöhen. Zumal aus beiden Ländern nur zögerliche Reform- und Sparanstrengungen zu melden sind und sich die Wachstumsaussichten weiter eintrüben. Der jüngste Einbruch italienischer Frühindikatoren deutet auf akute Rezessionsrisiken in Italien hin. Ob Italien seine Probleme zügig angehen und den Reformstau lösen kann, erscheint angesichts der Zerstrittenheit der Regierung mehr als fraglich. Ministerpräsident Berlusconi sitzt alles andere als fest im Sattel - die Gefahr eines baldigen Regierungswechsels in Italien nimmt weiter zu.

Die gestiegenen Wachstumsrisiken haben die EZB auf ihrer letzten Sitzung zu einer überraschenden Leitzinssenkung veranlasst. Die Aktienmärkte haben die Senkung des Leitzinses auf 1,25 Prozent mit Erleichterung aufgenommen, doch die Rückschlagrisiken bleiben hoch. Erst wenn sich die Wachstumsperspektiven und die weltweiten Frühindikatoren wieder aufhellen, werden sich nach Ansicht der Helaba-Analysten die Aktienmärkte nachhaltig erholen. Bis dahin wird die Schwankungsbreite an den Aktienmärkten hoch bleiben.

Kommentare (23)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

04.11.2011, 20:52 Uhr

Oooh Lieber Börsen-Gott, lass den Markt noch einmal bitte ganz kurzfristig auf unter 5800 fallen, denn ich hab meine Weihnachtsgeschenke noch nicht vollständig im Portfolio.

Eine SIE um die 70,00, die BAS um 48,00, eine BMW um 55,00 und die IFX bitte noch ein letztes Mal zwischen 5,80 - 6,00 Euro.

Ich verspreche auch, dieses Mal nicht wieder zu kneifen, sondern mich vollzusaugen, und bedanke mich schon im voraus bei dir großer Börsen-Gott !

Kea

05.11.2011, 08:43 Uhr

Für die Verschuldung verantwortlich ist in erster Linie das Zinsgeldsystem. Verantwortlich ist hierbei in erster Linie nicht der Zins sondern der Zinseszins, der zu exponentiellem Wachstum beiträgt, was durch das Reiskornspiel am Schachbrett am besten darstellt wird:

Beginne mit einem Reiskorn am ersten Feld und verdopple es mit jedem weiteren Feld. Wie viele Reiskörner befinden sich am letzten Feld mit der Nummer 64?

Es sind 9.223.372.036.854.775.808 Reiskörner. Am gesamten Brett liegen nun 18.446.744.073.709.600.000 Körnchen.

So sind wir über die Verdoppelung von einem Reiskorn über nur 64 Schachfelder hinweg bei der Zahl 18 Trillionen gelandet.

Was bedeutete dies nun, hätte man zur Zeit der Geburt Christi einen Penny angelegt und nach unseren Zinseszins-System veranlagt? Genau: Man hätte heute einen Anspruch auf 150 Millionen Erdkugeln aus Gold.

Und wenn jetzt noch immer nicht klar ist, dass alle Probleme durch dieses kapitalistische System entstehen, dann kann man dem Leser dieses Beitrags leider nicht mehr helfen. Wenn ich aber erzähle, dass alles Gold der Erde zusammengetragen und zu einem Würfel gegossen, eine Kantenlänge von weniger als 20 mal 20 mal 20 Meter hätte, verstünde dann jeder die Problematik oder noch immer nicht?

Kea

05.11.2011, 08:53 Uhr

... dargestellt ...

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×