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06.08.2011

16:02 Uhr

Dax-Ausblick

Die Schuldenkrise gibt den Takt vor

Sorgen um den Rückfall in eine weltweite Rezession haben die Märkte in der vergangenen Woche auf Talfahrt geschickt. Börsianer müssen sich auf unruhige Zeiten einstellen. Im Fokus steht einmal mehr Fed-Chef Ben Bernanke.

Nichts für schwache Nerven. An der Börse grassiert die Panik - und stürzt den deutschen Leitindex auf Talfahrt. Quelle: dapd

Nichts für schwache Nerven. An der Börse grassiert die Panik - und stürzt den deutschen Leitindex auf Talfahrt.

Frankfurt, DüsseldorfNach einer kurzen Erleichterung über den in letzter Minute gefundenen Kompromiss im US-Schuldenstreit haben die Krisenpropheten das Ruder übernommen. Sorgen um die steigende Staatsverschuldung in den USA und die damit einhergehenden Ängste vor einem weltweiten Konjunktureinbruch schickten die Märkte vergangene Woche auf Talfahrt, der Dax büßte in einer Woche rund elf Prozent ein - so viel wie seit 2008 nicht mehr. Die Abstufung der US-Bonität durch Standard&Poors verstärkt die Unsicherheit und macht die Märkte auch in der kommenden Woche unkalkulierbar.

Zudem zehrten Befürchtungen einer Ausweitung der Schuldenkrise auf große Euroländer am Nervenkostüm der Anleger. In der Folge stiegen die Renditen italienischer und spanischer Bonds auf neue Höchststände - Politik und Notenbanken gelang es nicht, die Märkte zu beruhigen.

Auch in der neuen Woche dürfte unter dem Eindruck der Abwertung von US-Staatsanleihen die Krisenstimmung für unruhiges Fahrwasser sorgen. NordLB-Experte Tobias Basse spricht von „exzessivem Konjunkturpessimismus“ und „panikhafter Stimmung“. Dabei sieht er nach dieser US-Bilanzsaison Grund zur Hoffnung. Auch für Hans-Jörg Naumer, Kapitalmarktanalyst von Allianz Global Investors, ist die Zeit reif für eine Erholung. Ihn erinnern die jüngsten Kurseinbrüche stark an „ein typisches Herdenverhalten“, das Signal einer Übertreibung. „Es scheint eine Art Sommergewitter zu sein und wir können immer noch auf stabileres Börsenwetter im Spätsommer hoffen“. Die Experten der Landesbank Berlin (LBB) raten dagegen zu „Vorsicht und Zurückhaltung“. „Ein Ende der volatilen Börsenphase, in der die Konjunkturdaten und die Schuldenkrise weiter den Takt vorgeben sollten, ist nicht in Sicht.“

Mit Blick auf die anstehenden Konjunkturdaten warten Börsianer vor allem gespannt auf die Veröffentlichung der US-Einzelhandelsumsätze am Freitag. Von ihnen erhoffen sie sich Hinweise darauf, ob der Streit um die Anhebung der Schuldenobergrenze die US-Konsumenten lähmt. NordLB-Analyst Basse erwartet eine positive Entwicklung. „Der US-Einzelhandel könnte zum strahlenden Leuchtturm werden“. Von Reuters befragte Analysten sagen im Schnitt ein Plus von 0,5 Prozent voraus.

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