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26.02.2017

23:30 Uhr

Dax-Ausblick

„Die Stimmung kann jederzeit kippen“

VonJessica Schwarzer

Der Dax ist auf Rekordkurs, doch die nächste Woche könnte turbulent werden. Die Bilanzflut hält an. Erkenntnisse erhoffen sich Anleger zur US-Zinspolitik. Sprengkraft hat die erste Rede von Donald Trump vor dem Kongress.

Der deutsche Leitindex pendelt um die Marke von 12.000 Punkten. dpa

Dax-Kurve

Der deutsche Leitindex pendelt um die Marke von 12.000 Punkten.

DüsseldorfVorschusslorbeeren gab es an den Börsen reichlich, nun muss Donald Trump liefern. Am Dienstag wird der neue US-Präsident zum ersten Mal vor dem amerikanischen Kongress sprechen. Nach bislang sehr vagen Aussagen zu seiner Wirtschaftspolitik und diversen Steuerversprechen hoffen Anleger nun auf konkrete Aussagen. Trump sollte die Geduld der Aktionäre nicht weiter strapazieren, sonst könnte die Rally an den Börsen jäh enden, befürchten Experten. „Ein zu langes Vertrösten wird nicht gut gehen“, sagt beispielsweise Postbank-Experte Heinz-Gerd Sonnenschein. „Im Prinzip kann die Stimmung sonst jeden Tag kippen.“

Mit dieser Einschätzung ist er nicht allein. Die Rede Trumps habe das Potenzial, die Kursschwankungen an den Märkten drastisch zu erhöhen, glaubt auch Analystin Kathleen Brooks von Cityindex. „Wenn Trump eine Rede ohne Kontroversen abliefert und mit dem Kongress eine Einheit bildet, dann könnte die Aktienrally weitergehen.“

Seit dem Wahlsieg Trumps Anfang November befinden sich die internationalen Aktienmärkte im Höhenflug - die Wall Street eilt von Rekordhoch zu Rekordhoch. Seitdem haben der amerikanische Dow Jones und sein deutsches Pendant, der Dax, rund dreizehn Prozent zugelegt.

In der vergangenen Woche hat der deutsche Leitindex zeitweise wieder die 12.000er Marke übersprungen - zum ersten Mal seit knapp zwei Jahren. Am Freitag gab er allerdings nahezu den kompletten Kursgewinn der vorangegangenen Tage wieder ab und schloss bei 11.804 Punkten.

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Trump hatte vor rund zwei Wochen eine große Erklärung zur Steuerpolitik in naher Zukunft in Aussicht gestellt. Am Donnerstag hatte dann US-Finanzminister Steven Mnuchin Börsianern zusätzlich Wasser in den Wein gegossen: Die geplante Steuerreform werde noch vor der Sommerpause angekündigt. Auswirkungen auf das Wirtschaftswachstum würden ab 2018 spürbar. Gleichzeitig betonte Mnuchin, dass sich US-Präsident Donald Trump derzeit vor allem mit dem Thema Grenzsteuern beschäftige. Dies mache Investoren zusätzlich nervös, betonte Commerzbank-Analyst Lutz Karpowitz. „Eine Abschätzung der tatsächlichen Folgen für die Realwirtschaft und den Dollar sind äußerst kompliziert.“ 

Kommentare (1)

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Frau Edelgard Kah

27.02.2017, 12:43 Uhr

Sehr geehrte Frau Schwarzer,

"Die Stimmung kann jederzeit kippen", schreiben Sie. Auf der anderen Seite kann sie aber auch richtig euphorisch werden. Alle Aussagen mit dem Wort "kann" sind zweifellos richtig. "Möglich" ist alles. Möglich ist auch, dass ein Banker ein Bauchgefühl hat und in einem Interview eine Befürchtung äußert.

Aber muß seine Befürchtung zu einer Schlagzeile werden? Das kommt darauf an. Ich meine, dass es für einen Abdruck Anhaltspunkte oder Indizien geben müßte. Dass Ihr Interviewpartner sagen müßte, worauf seine Befürchtung beruht. Er könnte meinetwegen an Beispielen kritisieren, dass der amerikanische Präsident stets das Blaue vom Himmel herunter verspricht und seine Versprechungen nicht einhält. Dass unbekannte Banker Bauchgefühle haben, interessiert mich erst, wenn es dafür Gründe gibt.

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