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25.02.2012

11:23 Uhr

Dax Ausblick

Die Zeit der Bullen ist vorbei

Die Rally der vergangenen Monate scheint erst einmal vorbei. Eine Korrektur sei überfällig, warnen Marktteilnehmer. Jetzt warten Anleger gespannt auf Konjunkturdaten aus den USA.

Händler in Frankfurt: Legt der Dax nach einem Plus von tausend Punkten bald eine Verschnaufspause ein. dapd

Händler in Frankfurt: Legt der Dax nach einem Plus von tausend Punkten bald eine Verschnaufspause ein.

Pünktlich zur Fastenzeit scheint es auch am Aktienmarkt vorbei zu sein mit der Völlerei. Seit Wochenmitte hat der Dax kaum noch zugelegt, nachdem er seit Jahresbeginn um 1000 Punkte nach oben geschnellt war. In den vergangenen fünf Tagen hat der Leitindex gerade noch ein Plus von 0,1 Prozent geschafft - eine Woche zuvor war er noch um zwei Prozent gestiegen. Den Freitagshandel beendete der Deutsche Leitindex insgesamt 0,81 Prozent höher bei 6.864 Punkten.

Eine Korrektur sei inzwischen „mehr als überfällig“, kommentiert die Landesbank Berlin. Auch Aktienstratege Tobias Basse von der NordLB prognostiziert sinkende Kurse. Nachdem der Hype um das zweite Rettungspaket für Griechenland vorbei sei, rückten wieder die Unsicherheitsfaktoren in den Fokus. „Noch ist völlig unklar, wie viele der privaten Gläubiger sich am vereinbarten Anleihetausch beteiligen“, sagt Basse. „Und von daher bleibt es völlig ungewiss, ob Griechenland die Umschuldung womöglich erzwingt.“ Die gesetzlichen Grundlagen für einen solchen Schritt hatte das Parlament in Athen am Donnerstag geschaffen.

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Der Dax nähert sich der Marke von 7000 Punkten. Gustav Holtkemper, Bereichsvorstand des Wealth Managements der Commerzbank, warnt vor den Gefahren für Investoren. Und er meint damit nicht Griechenland.

Großes Thema am Markt wird wohl die für Mittwoch erwartete gigantische Geldspritze der EZB werden. Zum zweiten Mal können sich Banken der Eurozone zum Niedrigzins von einem Prozent für drei Jahre mit Geld eindecken. Experten sind gespannt, wie viel die Banken abrufen werden - die große Frage ist, ob die 489 Milliarden Euro vom ersten Tender im Dezember übertroffen werden.

Die EZB will mit dieser Aktion die Banken ermutigen, wieder am Staatsanleihenmarkt zuzugreifen und Kredite zu vergeben. „Große Impulse für die Börse erwarte ich allerdings nicht“, sagt Basse. „Um ausreichend Liquidität machen sich Anleger wenig Sorgen, dieser Tender dürfte schon komplett eingepreist sein.“

Potenzial für positive Überraschungen sehen Experten dagegen in den US-Konjunkturdaten. Vor allem der am Donnerstag anstehende ISM-Einkaufsmanagerindex wird mit Spannung erwartet. Aber auch von den Statistiken zu den Auftragseingängen für langlebige Güter und den Verbraucherausgaben erhoffen sich Aktienstrategen neue Hinweise auf eine nachhaltige Erholung der weltgrößten Volkswirtschaft. „Die US-Wirtschaft arbeitet sich weiter langsam aus dem tiefen Tal heraus“, sagt Commerzbank-Volkswirt Christoph Balz voraus. „Die Rezession im Euroraum scheint die US-Wirtschaft dabei wenig zu bremsen.“

Kommentare (5)

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nonprofit

25.02.2012, 13:50 Uhr

"Gustav Holtkemper, Bereichsvorstand des Wealth Managements der Commerzbank, warnt vor den Gefahren für Investoren"...

Selbstverständlich wünschen sich diese Experten sogenannte "Anleger", die sich jeden Mist in's Depot schwätzen lassen. Rauschen kann man aber nicht mit Rauschen bekämpfen - daher wird ein breites Depot (neben den Verwaltungskosten für den ganzen Müll) zwangsläufig auch abstürzende Positionen beinhalten.
Ich verfolge genau die gegenteilige Strategie.

Account gelöscht!

25.02.2012, 14:47 Uhr

Bären schreiben soetwas, weil viele von ihnen nicht rechtzeitig auf die Veränderungen reagiert haben. Der Wunsch ist hier der Vater des Gedankens. Sachlich betrachtet ist China stabil, die USA beginnen sich zu erholen und die EU hat die Risiken der Schuldenkrise drastisch eingedämmt. Griechenland mit 10 Mio Einwohnern und die anderen PIGD sind nicht geeignet die Weltwirtschaft in eine Rezession zu führen. Sie sehen dies an den guten deutschen Zahlen, die für viele Experten am Jahreswechsel völlig ausgeschlossen waren. Aus meiner Sicht sind keine Gründe zu erkennen die einen schnellen Anstieg auf das Jahreshoch 2011 behindern könnten. Begleitet von kleineren Konsolidierungen, die ja normal sind. Einzig die israelische Politik bereitet mir Sorge.

muunoy

25.02.2012, 17:49 Uhr

Also, ich mache mir langsam Sorgen. Erstens sucht der Iran verzweifelt nach einem ausländischen Aggressor, um innenpolitisch das Volk wieder zu einen. Und es scheint, dass die dämlichen Israelis tatsächlich darauf anspringen. Und zweitens habe ich nach einem Aufenthalt in Shanghai im Dezember wirklich Sorgen wegen der gigantischen Immobilienblase in China, glaube aber, dass die erst nächstes Jahr platzt. Daher halte ich derzeit noch meine China-Fonds.

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