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29.03.2014

12:40 Uhr

Dax-Ausblick

Draghi macht Dax-Anleger froh

Anleger hoffen auf die nächste Geldspritze der EZB. Die Chancen für eine Zinssenkung oder Anleihekäufe stehen nicht mal schlecht. Die niedrige Inflation könnte die Währungshüter am Donnerstag zum Handeln zwingen.

EZB-Chef Draghi ist noch nicht am Ende seine Möglichkeiten. dpa

EZB-Chef Draghi ist noch nicht am Ende seine Möglichkeiten.

DüsseldorfDer Mann, auf den die Börsianer schauen, heißt nicht Putin, sondern Draghi. In der kommenden Woche könnte Mario Draghi, Chef der Europäischen Zentralbank (EZB), eine wegweisende Entscheidung treffen: niedrigere Zinsen oder Anleihekäufe durch die Notenbank. Diese Aussicht elektrisiert die Anleger so sehr, dass die Sorgen um eine Eskalation des Konflikts um die Krim in den Hintergrund treten.

Die Spekulationen auf eine weitere Lockerung der Geldpolitik durch die EZB haben die europäischen Börsen bereits in der vergangenen Woche beflügelt. Der deutsche Leitindex Dax schaffte den Sprung über die Marke von 9.500 Punkten. Auf Wochensicht gewann der Index mehr als zwei Prozent.

„Die Märkte positionieren sich für die nächste Ratssitzung der EZB“, sagte Helaba-Analyst Ralf Umlauf. „Die Anleger erwarten, dass die Währungshüter in irgendeiner Form aktiv werden.“ Die Notenbanker wollen am Donnerstag ihre Entscheidung bekannt geben.

Die zuverlässigsten Dividendenzahler in Deutschland

Platz 1

Fuchs Petrolub

Branche: Schmierstoffe
Anzahl der Dividendenerhöhungen in den letzten 10 Jahren: 10
Durchschnittliche Erhöhung pro Jahr: 24,1 Prozent
Dividendenrendite 2014e: 2,7 Prozent
Ausschüttungsquote: 37,6 Prozent

Platz 2

Baywa

Branche: Handel
Anzahl der Dividendenerhöhungen in den letzten 10 Jahren: 10
Durchschnittliche Erhöhung pro Jahr: 11,5 Prozent
Dividendenrendite 2014e: 2,1 Prozent
Ausschüttungsquote: 29,2 Prozent

Platz 3

Fresenius SE

Branche: Medizintechnik und Gesundheit
Anzahl der Dividendenerhöhungen in den letzten 10 Jahren: 10
Durchschnittliche Erhöhung pro Jahr: 10,6 Prozent
Dividendenrendite 2014e: 1,2 Prozent
Ausschüttungsquote: 21,2 Prozent

Platz 4

Fielmann

Branche: Optiker
Anzahl der Dividendenerhöhungen in den letzten 10 Jahren: 9
Durchschnittliche Erhöhung pro Jahr: 13,6 Prozent
Dividendenrendite 2014e: 3,6 Prozent
Ausschüttungsquote: 85,1 Prozent

Platz 5

Bayer

Branche: Pharma
Anzahl der Dividendenerhöhungen in den letzten 10 Jahren: 9
Durchschnittliche Erhöhung pro Jahr: 14,2 Prozent
Dividendenrendite 2014e: 2,3 Prozent
Ausschüttungsquote: 35,7 Prozent

Platz 6

Linde

Branche: Industriegase
Anzahl der Dividendenerhöhungen in den letzten 10 Jahren: 9
Durchschnittliche Erhöhung pro Jahr: 9,2 Prozent
Dividendenrendite 2014e: 2,2 Prozent
Ausschüttungsquote: 34,8 Prozent

Platz 7

Stratec Biomedical

Branche: Medizintechnik
Anzahl der Dividendenerhöhungen in den letzten 10 Jahren: 9
Durchschnittliche Erhöhung pro Jahr: 27,2 Prozent
Dividendenrendite 2014e: 1,9 Prozent
Ausschüttungsquote: 41,7 Prozent

Platz 8

Munich Re

Branche: Versicherungen
Anzahl der Dividendenerhöhungen in den letzten 10 Jahren: 8
Durchschnittliche Erhöhung pro Jahr: 13,7 Prozent
Dividendenrendite 2014e: 4,9 Prozent
Ausschüttungsquote: 46,4 Prozent

Platz 9

OHB

Branche: Raumfahrt
Anzahl der Dividendenerhöhungen in den letzten 10 Jahren: 8
Durchschnittliche Erhöhung pro Jahr: 13,9 Prozent
Dividendenrendite 2014e: 2,9 Prozent
Ausschüttungsquote: 38,0 Prozent

Platz 10

SAP

Branche: Software
Anzahl der Dividendenerhöhungen in den letzten 10 Jahren: 8
Durchschnittliche Erhöhung pro Jahr: 12,9 Prozent
Dividendenrendite 2014e: 1,8 Prozent
Ausschüttungsquote: 30,3 Prozent

Quelle: FactSet, DZ BANK

Zum entscheidenden Faktor wird die Inflationsrate, die nach Ansicht der Währungshüter viel zu niedrig ausfällt. Draghi hat mehrfach vor einer längeren Phase mit niedriger Inflation gewarnt. Diese könnte die Konjunktur innerhalb der Euro-Zone abwürgen.

Sollten die am Montag zur Veröffentlichung anstehenden Inflationsdaten für die Euro-Zone erneut unter den Erwartungen bleiben, steigt der Druck auf die EZB, die Zinsen weiter zu senken oder mit anderen Mitteln wie etwa Wertpapierkäufen gegenzusteuern. Von Reuters befragte Analysten sagen für März einen Rückgang der Inflation in der Euro-Zone auf 0,6 Prozent von 0,7 Prozent voraus. Die EZB betrachtet eine Teuerung von knapp zwei Prozent als gesundes Niveau.

Für die Aktienmärkte interessiert sich die EZB zwar höchstens am Rande, dennoch hat die Geldpolitik einen direkten Effekt. Eine Zinssenkung oder der Kauf von Anleihen würde die Liquidität im Finanzsystem insgesamt erhöhen, was wiederum die Rally an den Märkten verlängern könnte. Solange die Notenbanken – wie in den vergangenen Jahren – billiges Geld bereitstellen, geht die Party weiter, so eine weit verbreitete Meinung unter Börsianern. Und das erklärt auch, warum die Anleger in der vergangenen Woche so freudig erregt auf Aussagen von Bundesbank-Chef Jens Weidmann reagiert haben.

Weidmann, in der Vergangenheit oft der Spielverderber, schließt den Kauf von Anleihen durch EZB, die im Fachjargon „Quantitative Easing“ oder kurz QE genannt werden, offenbar nicht mehr kategorisch aus. Ein Programm zum Anleihekauf stünde nicht grundsätzlich außerfrage, erklärte er am Dienstag in einem Interview. Die „Financial Times“ titelte daraufhin am nächsten Tag: „Weidmann signalisiert Unterstützung für QE“. Das geht zwar etwas weit, aber eine kleine Kehrtwende kann man schon konstatieren: Bislang war Weidmann immer der einsame Streiter gegen den Ankauf von Staatsanleihen.

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