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18.07.2015

17:36 Uhr

Dax-Ausblick

Ein Aufstieg mit Hindernissen

VonReiner Reichel

Griechenland ist vorerst gerettet. Die Vermögensverwalter schwimmen in Geld. Was kann der Dax anderes tun als steigen? Wenn es nur so einfach wäre. Details der Griechenland-Hilfe könnten Börsianer schnell verunsichern.

Sollte der Dax wieder klettern, ist das zumindest mit Hindernissen verbunden. Imago

Steiler Anstieg?

Sollte der Dax wieder klettern, ist das zumindest mit Hindernissen verbunden.

FrankfurtDarauf hatten alle gewartet: Das griechische Parlament billigte das von den europäischen Geldgebern verordnete Sparpaket. Das war in der Nacht zum Donnerstag und prompt legten die Börsenkurse am nächsten Tag zu. Der deutsche Leitindex Dax stieg um 1,5 Prozent. Viele dachten, das würde nun so weitergehen - und irrten sich. Am Freitag gab der Dax einen Teil seiner Gewinne wieder ab und schloss bei 11.673 Punkten um 0,4 Prozent im Minus. Die Zustimmung im Bundestag zu den geplanten Griechenlandhilfen war erwartet worden und folglich in den Kursen bereits vorweg genommen worden.

Trotzdem herrscht Optimismus nachdem der Rauswurf Griechenlands aus dem Euro verhindert wurde. Ein gewichtiges Argument für weiter steigende Kurse lautet: Die Anleger haben ihr Pulver trocken gehalten, so lange der Verbleib Griechenlands im Euro nicht sicher war. Nun ist Griechenland zumindest vorläufig gerettet. Das kurzfristig geparkte Geld muss angesichts der marginalen Verzinsung investiert werden – am Besten in Aktien. „Die Cash-Quoten der Fondsmanager liegen auf dem höchsten Niveau seit Dezember 2008. In der Vergangenheit waren vergleichbar hohe Bargeldbestände häufig an Tiefpunkten des Marktes zu beobachten“, argumentieren die Anlagestrategen Franz-Georg Wenner und Andreas Büchler, die auf computergesteuerter Handelsmodelle für Aktien und Derivate spezialisiert sind.

Die größten Verwalter privater Vermögen

Der Markt für Vermögensverwalter

Der Markt für Verwalter privater Vermögen hat ein Volumen von 20,6 Billionen Dollar.
Die zehn größten Vermögensverwalter beherrschen davon 47 Prozent. Allein die UBS kommt auf einen Marktanteil von 9,9 Prozent.

In diesem Ranking nicht berücksichtigt: Vermögensverwalter, die sich nicht auf vermögende Privatkunden fokussieren, wie Blackrock.

Quelle: Scorpio Partnership

Die dynamischsten Vermögensverwalter

Das schnellste Wachstum unter den Vermögensverwaltern legte die BMO Financial Group aus Kanada hin. Durch Übernahmen wuchs das verwaltete Vermögen um 80 Prozent auf 326,4 Milliarden Dollar.

Unter den Top 10 Vermögensverwaltern wuchs JPMorgan Chase & Co. am schnellsten. Die Amerikanier steigerten das verwaltete Vermögen um 19 Prozent auf 428 Milliarden Euro.

Platz 10

Goldman Sachs, USA
Verwaltetes Vermögen: 363 Milliarden Dollar
Veränderung zum Vorjahr (in US-Dollar): + 10 Prozent

Platz 9

HSBC, Großbritannien
Verwaltetes Vermögen: 365 Milliarden Dollar
Veränderung zum Vorjahr (in US-Dollar): - 4,5 Prozent

Platz 8

BNP Paribas, Frankreich
Verwaltetes Vermögen: 371 Milliarden Dollar
Veränderung zum Vorjahr (in US-Dollar): - 6,2 Prozent
Veränderung zum Vorjahr (in lokaler Währung): + 6,3 Prozent

Platz 7

J.P.Morgan Chase & Co., USA
Verwaltetes Vermögen: 428 Milliarden Dollar
Veränderung zum Vorjahr (in US-Dollar): + 18,6 Prozent

Platz 6

Citi Bank, USA
Verwaltetes Vermögen: 551 Milliarden Dollar
Veränderung zum Vorjahr: Keine Angaben, da die Bank ihre Berechnungsgrundlagen geändert hat.

Platz 5

Royal Bank of Canada, Kanada
Verwaltetes Vermögen: 704 Milliarden Dollar
Veränderung zum Vorjahr (in US-Dollar): + 4,6 Prozent
Veränderung zum Vorjahr (in lokaler Währung): + 13,8 Prozent

Platz 4

Credit Suisse, Schweiz
Verwaltetes Vermögen: 884 Milliarden Dollar
Veränderung zum Vorjahr (in US-Dollar): - 0,5 Prozent
Veränderung zum Vorjahr (in lokaler Währung): + 10,6 Prozent

Platz 3

Bank of America Merill Lynch
Verwaltetes Vermögen: 1,98 Billionen Dollar
Veränderung zum Vorjahr (in US-Dollar): + 6,3 Prozent

Platz 2

Morgan Stanley, USA
Verwaltetes Vermögen: 2,03 Billionen Dollar
Veränderung zum Vorjahr (in US-Dollar): + 6,1 Prozent

Platz 1

UBS, Schweiz
Verwaltetes Vermögen: 2,04 Billionen Dollar
Veränderung zum Vorjahr (in US-Dollar): + 3,5 Prozent
Veränderung zum Vorjahr (in lokaler Währung): + 15 Prozent

Quelle: Scorpio Partnership

Doch auch in der nächsten Woche werden Kürzel wie ELA, ESM, EFSM die Diskussion an den Börsen bestimmen. Dass die Europäische Zentralbank (EZB) die Notkredite aus dem Emergency Liquidity Assistance-Programm (ELA) für die griechischen Banken erhöht hat, sorgt nach Ansicht von Robert Halver, Leiter Kapitalmarktanalyse bei der Baader Bank, „für zusätzliche Beruhigung an den Finanzmärkten“. Und in Griechenland dafür, dass die Banken wohl am Montag wieder öffnen. Zum Hilfspaket gehört auch ein Überbrückungskredit aus dem Rettungsschirm Europäischer Finanzstabilisierungsmechanismus (EFSM). Damit kann Griechenland am Montag seine Schulden an die EZB zurückzahlen. Doch die Verhandlungen über das dritte Hilfspaket über 86 Milliarden Euro werden nach den Worten von EU-Vizekommissionschef Valdis Dombrovskis noch „einige Wochen“ in Anspruch nehmen.  Dies sowie der vom Internationalen Währungsfonds (IWF) befürworteten Schuldenschnitt geben genug Stoff für kontroverse Diskussionen an den Börsen

Insofern könnte es ein Anstieg des Dax mit Hindernissen werden. So erwartet etwa Francois Savary, Fondsmanager bei Reyl & Cie, anders als die Optimisten: „Die Anleger sind weiterhin sehr vorsichtig und horten viel Liquidität.“ Und die Konsequenz daraus ist für ihn eindeutig: „Kurzfristig ist der Spielraum für weitere Gewinne äußerst begrenzt”, sagte er der Nachrichtenagentur Bloomberg.

Kommentare (1)

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Herr walter rehm

20.07.2015, 12:36 Uhr

Welche Anleger werden verunsichert.....wird doch nur durch Maschinen emotionslos...vollautomatisch gehandelt...alles so programmiert in den Rechnern der Mächtigen

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